Zeichen gegen Querdenker Menschenketten für Solidarität in Erfurt und Rudolstadt

Seit Wochen dominieren Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie manches Stadtbild in Thüringen. Am Samstag setzten Hunderte Menschen in Erfurt und Rudolstadt ein Zeichen dagegen: Sie warben auf Kundgebungen für Solidarität und wandten sich gegen Verschwörungserzählungen.

In Erfurt haben am Samstag nach Angaben der Polizei von Sonntagvormittag circa 900 Menschen für mehr Solidarität in der Corona-Pandemie demonstriert. Sie waren einem Aufruf der Erfurter "Omas gegen Rechts" in den sozialen Medien gefolgt. Auf einem abgesperrten Areal auf dem Domplatz bildeten die Teilnehmer eine Menschenkette.

Die Demonstration richtete sich nach Angaben der Organisatorinnen gegen die sogenannten Spaziergänge, bei denen Menschen gegen die Corona-Politik protestieren. "Das ist zum Ausdruck gebrachte Demokratiefeindlichkeit in Reinform", sagte Renate Wanner-Hopp von "Omas gegen Rechts".

Anders als ursprünglich geplant beschränkte sich die Demonstration auf den Domplatz. Die Anzahl der Teilnehmer war auf 1.000 begrenzt. Ursprünglich sollte es eine Menschenkette durch die Innenstadt geben. Laut Polizei blieb die beim Ordnungsamt angemeldete Demonstration friedlich.

Frauen und Männer stehen bei einer Kundgebung auf dem Domplatz.
Mit Schals wurden die nötigen Abstände markiert. Bildrechte: MDR/Martin Moll

"Viele Menschen mit Maßnahmen gegen Corona einverstanden"

Die Linke-Landesvorsitzende Ulrike Grosse-Röthig sagte, Thüringen könne ein Licht sein und zeigen, dass es mehr gebe als Protest gegen die Corona-Politik. Thüringens Justizminister Dirk Adams (B90/Die Grünen) sagte am Rande der Demonstration, er finde es "toll, dass so viele Menschen zeigen, dass sie einverstanden sind mit den Maßnahmen, die einschränkend sind - gar keine Frage."

Es ist mehr Zeit denn je dafür, dass die schweigende Mehrheit, die sich inzwischen seit zwei Jahren an die Maßnahmen hält, zeigt, dass die Minderheit eine Minderheit ist.

Ulrike Grosse-Röthig, Landesvorsitzende der Thüringer Linken

Die Erfurter "Omas gegen Rechts“ sind Teil eines bundesweiten Netzwerks. Sie engagieren sich mit Aktionen und Veranstaltungen wie zuletzt mit dem Projekt "Bücher aus dem Feuer" für eine demokratische Gesellschaft. Überdies solidarisieren sie sich mit Opfern rechter Gewalt etwa im sogenannten Ballstädt-Prozess. Dabei initiierten sie die Online-Petition "Keine Deals mit Nazis“ mit fast 45.000 Unterschriften.

Menschenketten in Rudolstadt und Arnstadt

In Rudolstadt gingen am Nachmittag rund 120 Menschen auf die Straße und bildeten eine Menschenkette in der Fußgängerzone. Damit wollten sie ein Zeichen für mehr Zusammenhalt und gegen Verschwörungsmythologien setzen. Angemeldet hatte die Aktion das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage. Laut Polizei gab es keine Zwischenfälle. Zudem seien die Coronaregeln wie Maske tragen und Mindestabstand eingehalten worden. In Arnstadt nahmen etwa 100 Personen an einer Menschenkette für Solidarität teil.

Bündnis in Jena gegründet

In Jena wurde am Samstag als Reaktion auf die sogenannten Spaziergänge das Bündnis "Jena solidarisch" gegründet. Es versteht sich nach eigenen Angaben als überparteilich und unabhängig. Zu den Initiatoren gehören die Junge Gemeinde Stadtmitte, die Grüne Jugend Jena und die Gruppe "Solidarität statt Querdenken".

Wie eine Sprecherin sagte, will das Bündnis denen eine Stimme geben, die die Überzeugung teilen, dass Solidarität der Schlüssel ist, um die Pandemie gemeinsam zu bewältigen. Das Bündnis stelle sich klar gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit und Verschwörungsideologien. Das Bündnis kündigte an, in Zukunft montags einen "friedlichen und kreativen Gegenprotest" zu den andauernden Corona-Spaziergängen in der Innenstadt zu organisieren.

Gedenken an Corona-Opfer in Greiz

In Greiz haben etwa 75 Menschen der Opfer der Corona-Pandemie gedacht. Sie zündeten 294 Kerzen für die Corona-Todesopfer im Kreis an der Vogtlandhalle an. Zudem erinnerten sie an die Belastung von Gesundheits- und Pflegepersonal und die Langzeitfolgen einer Covid-Infektion.

Unangemeldete Proteste gegen Anti-Corona-Maßnahmen

Neben den angemeldeten Demonstrationen hat es in Thüringen am Samstag auch wieder unangemeldete Proteste gegen die Corona-Politik des Landes gegeben. Laut Polizei zogen in Eisenach rund 400 und in Bad Liebenstein im Wartburgkreis etwa 200 Menschen unangemeldet durch die Stadt.

Quelle: MDR(dr), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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