Thüringer Musikradar Band "Malus" vertritt Thüringen im Bundesfinale der "Local Heroes"

Vier Männer aus dem Eichsfeld und aus Erfurt treten Montag beim Bundesfinale der "Local Heroes" gegen Bands aus anderen Bundesländern an. Im Kino. Denn auch Musik-Wettbewerbe laufen in diesen Zeiten anders ab als üblich.

Vier Männer stehen nebeneinander.
Friedrich Barthels, Lars Hillmann, Jonas Frehse und Dominik Henne sind "Malus". Sie stehen im Finale von "Local Heroes". Bildrechte: Julia Schwendner

Statt auf der Bühne zu stehen, werden die vier Freunde im Kino sitzen. Auf der Leinwand sehen sie dann nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Finalisten des bundesweiten Bandwettbewerbs "Local Heroes". In Corona-Zeiten ist eben alles etwas anders.

Und dennoch fiebern "Malus" dem Montagabend entgegen, wenn sie gegen Bands aus anderen Bundesländern antreten werden - ganz bequem im Kinosessel, vielleicht mit Popcorn in den Händen.

Band-Alltag als Corona-Fernbeziehung

Dass der Bandwettbewerb, der in den vergangenen 30 Jahren unter anderem den Jungs von Tokio Hotel und Madsen als Sprungbrett diente, nicht wirklich live ausgetragen wird, passt irgendwie zu den vergangenen Monaten. Denn der Band-Alltag wurde notgedrungen zur Fernbeziehung. "Wir haben das Privileg, dass jeder zu Hause sein eigenes Equipment hat", erzählt Gitarrist Dominik Henne. "Wir zeichnen also die Musik auf und teilen sie übers Internet mit den anderen. Die laden die Dateien runter und spielen dann dazu."

Immerhin: In diesem Jahr, zeitweise ohne strenge Kontaktbeschränkungen, stand alle paar Wochen eine gemeinsame Probe im Kalender - "um die Songs gemeinsam in der Band-Konstellation zu festigen". Dieser Wechsel zwischen virtuellem Austausch und echten Treffen im Proberaum funktioniere für "Malus" sehr gut.

Die Vorbereitung aufs große Finale mussten und konnten die vier 24- und 25-Jährigen zum Glück zusammen vor Ort erledigen. Dazu reisten Friedrich Barthels (Schlagzeug), Lars Hillmann (Gesang, Gitarre), Jonas Frehse (Bass) und Dominik Henne (Gitarre) nach Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Dreimal durften sie dort ihren neuen Song "Burn" live spielen - umgeben von zahlreichen Kameras und Mikrofonen. Danach entschied die Band, welche Version "im Kasten" bleiben durfte. "Das Ergebnis sehen wir am Montag im Kino zum ersten Mal, so wie auch die Auftritte der anderen Bands", sagt Friedrich.

Mit ihrem melodiösen, aber druckvollen Alternative-Rock treten sie im Finale gegen Bands aus ganz unterschiedlichen Genres an - von Hip-Hop bis Indie-Pop ist alles dabei. Auch "Malus" selbst greifen beim Komponieren ihrer Songs auf verschiedene musikalische Hintergründe zurück: Während einige privat gern härteren Metalcore aufdrehen, liebe andere Jazz- und Bigband-Klänge.

Zwei Musiker bei einem Konzert.
Wie die Band zu ihrem Namen kam? "Er klingt gut und wir wollten etwas mit fünf Buchstaben." Bildrechte: Julia Schwendner

"Malus"-Songs bei Spotify zu hören

Vier "Malus"-Songs sind beim Streamingdienst Spotify zu hören - der Traum vom ersten eigenen Album wurde aufs nächste Jahr verschoben. Unter Druck setzen lässt sich die Band nicht, die Lust an der Musik geht vor. Schließlich gibt es "Malus" in dieser Konstellation noch gar nicht lange. Während Lars und Friedrich - aufgewachsen im thüringischen Eichsfeld - schon vor ein paar Jahren neben Schule und Studium mit dem gemeinsamen Musikmachen begannen, stießen Jonas und Dominik erst später dazu.

Zwei Personen und eine Band sitzen sich in einem Raum gegenüber.
Fernsehmoderatorin Tine Wittler unterstützt den "Local Heroes"-Wettbewerb. Beim Videodreh im Club Hanseat in Salzwedel gab sie der Thüringer Band den ein oder anderen Branchen-Tip. Bildrechte: Julia Schwendner

Das "Local Heroes"-Finale ist nach dem erfolgreich absolvierten mitteldeutschen Bahnhof-Beats-Contest das nächste Highlight für die junge Band. Ihr aktuell größtes Ziel ist jedoch ein ziemlich bodenständiges: endlich wieder live vor Publikum auftreten. "Hauptsache auf die Bühne", sagt Jonas, "die Konzerte machen es aus." Und Dominik ergänzt: "Dass es irgendwann wieder losgeht, das ist unser Ansporn. Die Motivation ist da."

Doch bevor es so weit ist, heißt es am Montagabend: zurücklehnen und genießen - ab 20 Uhr im Movietown Eichsfeld in Duderstadt. Wieso in Niedersachsen? "Drei von uns studieren in Göttingen, da ist Duderstadt gut zu erreichen", sagt Friedrich. "Nur unser Frontmann Lars muss sich aus Erfurt auf den Weg machen." Wer das Finale sehen möchte, aber nicht selbst ins Kino kommen kann, profitiert von virtuellen Möglichkeiten: Die Show soll im Anschluss auf Youtube zur Verfügung gestellt werden.

Quelle: MDR

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