Letzter Druck nach fast 30 Jahren TA, TLZ und OTZ: Letzte Tageszeitung in Erfurter Druckerei gedruckt

In der Nacht zum Dienstag sind die Tageszeitungen TA, TLZ und OTZ ein letztes Mal in Erfurt vom Band gelaufen. Die Funke Mediengruppe hatte im vergangenen Jahr verkündet, nach fast 30 Jahren ihre Zeitungsdruckerei in Thüringen zu schließen. Bis zum Jahresende werden dort noch Anzeigenblätter, Werbeprospekte und Rätselhefte gedruckt. Dann ist für die einst von Helmut Kohl mit eröffnete Druckerei endgültig Schluss.

Blick auf das Verlagshaus / Druckhaus der Thüringer Allgemeine
Fast drei Jahrzehnte wurden in der Erfurter Druckerei Tageszeitungen produziert. (Archivbild) Bildrechte: Imago/Karina Heßland-Wissel

In Thüringen sind in der Nacht zu Dienstag zum vorerst letzten Mal Tageszeitungen gedruckt worden. Das Erfurter Druckhaus der Funke Mediengruppe schließt zum Jahresende. Ab Dienstag werden auch Thüringer Allgemeine, Ostthüringer Zeitung und Thüringische Landeszeitung außerhalb gedruckt - so wie die übrigen Thüringer Tageszeitungen schon seit Jahren. Wie der Thüringer Landesverband des Deutschen Journalisten-Verbandes mitteilte, wird der Freistaat damit zum ersten Bundesland ohne Zeitungsdruckerei.

Funke begründet Schließung mit sinkender Nachfrage nach gedruckten Zeitungen

Der Verlag mit Sitz in Essen gibt für die Schließung wirtschaftliche Gründe an. Die tägliche Auflage der Thüringer Funke-Zeitungen ist binnen zehn Jahren um mehr als ein Drittel auf unter 200.000 gesunken. Laut Funke lohnt es sich daher immer weniger, die verschlissenen Druckmaschinen zu erneuern. Bis Ende Dezember laufen nur noch Anzeigenblätter, Werbeprospekte und Rätselhefte von den Bändern.

Die gedruckten Zeitungen kommen künftig aus Braunschweig, Chemnitz und Halle. Der Verlag setzt darauf, dass die Arbeit der etwa 30 Lokalredaktionen immer mehr online vermarktet wird.

Aus nach knapp drei Jahrzehnten

Das Funke-Druckzentrum in Erfurt-Bindersleben war im Frühjahr 1994 als eines der europaweit modernsten gestartet. Bundeskanzler Helmut Kohl hatte damals den Startknopf gedrückt. Jede Nacht wurden hundertausendfach Zeitungen und Anzeigenblätter gedruckt. Knapp 30 Jahre später, im vergangenen Herbst, hatte Funke angekündigt, Thüringens einzige Tageszeitungsdruckerei Ende 2021 zu schließen.

Bundeskanzler Helmut Kohl läߟt sich am 17.03.1994 von einem Arbeiter die Funktionen der Druckmaschine erklären, die er eben offiziell in Betrieb genommen hat.
Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl drückte am 17. März 1994 in der Druckerei in Erfurt den Startknopf. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Zuletzt arbeiteten noch etwa 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Druckhaus und im Versand. In mehreren Streikrunden hatten sie sich einen Sozialplan erkämpft. Außerdem hatte die Funke-Mediengruppe angekündigt, die Mitarbeiter bei der Jobsuche mit einer Stellenbörse zu unterstützen.

Matthias Teutsch bei einer Demonstration der Gewerkschaft ver.di
Die Belegschaft hat für einen Sozialplan hart ringen müssen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 30. November 2021 | 07:00 Uhr

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