Amtsgericht Erfurt 15.000 Euro erschwindelt: Frau nutzte Lebenskrise einer Klientin aus

Eine ehemalige Mitarbeiterin des sozialpsychiatrischen Dienstes in Erfurt ist zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden. Die Frau soll die Notlage einer Klientin ausgenutzt haben, um an Geld zu kommen.

Das Amtsgericht Erfurt hat eine ehemalige Mitarbeiterin des sozialpsychiatrischen Dienstes der Stadt wegen Vorteilsannahme zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Die 45-Jährige hatte sich von einer Klientin, um die sie sich von Amts wegen kümmern sollte, 15.000 Euro geben lassen.

Das Justizzentrum Erfurt mit dem Thüringer Landesarbeitsgericht, dem Thüringer Landessozialgericht, dem Erfurter Arbeitsgericht und dem Amtsgericht Erfurt, 2015
Das Amtsgericht Erfurt verurteilte die ehemalige Mitarbeiterin wegen Vorteilsnahme zu einer Bewährungsstrafe. Bildrechte: dpa

Angeklagte brauchte angeblich Geld für Augenoperation

Die Angeklagte habe ihre dienstliche Stellung ausgenutzt, um an das Geld zu kommen, so der Richter. Die 15.000 Euro habe sie für eine Augenoperation gebraucht - und der Arzt nehme nur Bargeld, hatte die Mitarbeiterin der Klientin gesagt. Deshalb sei die ältere Dame mit ihr zur Bank gegangen und habe das Geld abgehoben.

"Planvoll und perfide"

Planvoll und perfide sei die Angeklagte vorgegangen, hieß es im Urteil. Die Klientin habe ihr das Geld gegeben, um das freundschaftliche Verhältnis aufrechtzuerhalten. Damit sie nicht wieder allein sei, so der Richter. Die ältere Dame wurde wegen einer Lebenskrise vom sozialpsychiatrischen Dienst betreut.

Quelle: MDR(fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 29. November 2021 | 11:30 Uhr

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