Inklusion und Wirtschaft Sömmerda: IT-Hardware-Recycling in Inklusionsunternehmen

Das gemeinnützige Unternehmen AFB Social & Green IT mit Standort in Sömmerda hat sich darauf spezialisiert, alte Firmen-Laptops für die Zweitnutzung aufzubereiten. Fast die Hälfte der Mitarbeitenden ist schwerbehindert. Nun werden neue Mitarbeiter gesucht.

Menschen arbeiten in einer Computerfirma.
Das Unternehmen AFB Social & Green IT: Künftig sollen hier 100.000 Laptops im Jahr aufbereitet werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Standort Sömmerda wächst das Unternehmen AFB Social & Green IT kräftig: Nach der fünffachen Vergrößerung der Fläche in diesem Jahr werden nun auch neue Mitarbeitende gesucht. Das Besondere dabei: Das AFB im Firmennamen steht für "Arbeit für Menschen mit Behinderung". Fast die Hälfte der Mitarbeitenden ist schwerbehindert, alle Prozessschritte sind barrierefrei.

Alte Laptops fast wie neu

Milan Juricek arbeitet seit einigen Monaten bei AFB in Sömmerda und fühlt sich wohl. Vorher hat er Computer in Tschechien gebaut. Jetzt bringt er alte Laptops wieder so zum Laufen, dass sie fast wie neu sind. Das heißt, er löscht alle Daten, tauscht Teile wie Akkus, Arbeitsspeicher und Festplatte aus und spielt aktuelle Software drauf. Nach der Erneuerung werden die Geräte noch gereinigt, ehe sie verpackt werden.

Bedarf wächst stetig, neue Arbeitskräfte werden gesucht

Seit 2017 ist das Unternehmen am Standort Sömmerda. Damals ging es mit fünf Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen los. Der Bedarf ist seitdem stetig gewachsen, in diesem Sommer wurde die Grundfläche von 620 auf 3.200 Quadratmeter erweitert. Auf fünfmal so viel Fläche wie vorher sollen künftig 100.000 Laptops im Jahr neu aufbereitet werden. Damit das Ziel erreicht wird, braucht es neue Arbeitskräfte. Derzeit arbeiten 35 Mitarbeitende dort, es sollen aber bis zu 100 werden.

Menschen arbeiten in einer Computerfirma.
Alte Teile werden gegen neue ausgetauscht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Unternehmen arbeitet dabei mit dem Integrationsfachdienst in Sömmerda und der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Dem Gründer des Unternehmens, Paul Cvilak, ist aber auch wichtig, Menschen aus Behindertenwerkstätten einzustellen: "Weil es verdammt viele Menschen in Behindertenwerkstätten gibt, die sind viel zu gut, um dort zu arbeiten. Die machen dann Praktika bei uns, lernen uns in den drei Monaten kennen, wir lernen sie kennen und dann bekommen sie einen festen Anstellungsvertrag, weil alle meine Mitarbeiter bekommen einen festen Anstellungsvertrag."

Es gibt verdammt viele Menschen in Behindertenwerkstätten, die sind viel zu gut, um dort zu arbeiten.

Unternehmensgründer Paul Cvilak

Auf diese Weise sollen auch Menschen mit Behinderung eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen. Dazu kommt, dass das Aufbereiten alter Computer auch gut für die Umwelt ist.

Elektroschrottaufkommen wird reduziert

Nach Angaben des Unternehmens hat AFB in ganz Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 300.000 IT- und Mobilgeräte von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen übernommen und konnte rund 70 Prozent davon wieder vermarkten. So werden Umweltressourcen eingespart und das Elektroschrottaufkommen weltweit reduziert.

Das Unternehmen arbeitet an insgesamt 20 Standorten in Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweiz und der Slowakei und hat seinen Stammsitz in Ettlingen in Baden-Württemberg.

Quelle: MDR THÜRINGEN/caf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/8c04c960-2b7a-43a5-a8df-497c092e25b7 was not found on this server.

Mehr aus der Region Weimar - Apolda - Sömmerda

Mehr aus Thüringen