Ein ganzes Jahr beim Landwirt Landwirte zählen ihre Erbsen nicht

Autor Jens Roder
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Ein Erbsenzähler nimmt alles furchtbar genau, gern auch unwichtige Dinge. Bei der Geratal Agrar in Andisleben hat Jens Roder pünktlich zur Erbsenaussaat erfahren: Erbsen sind viel zu (ge)wichtig, um sie genau nachzuzählen.

Erbsenschoten liegen auf dem Boden
Ab Juli könnte geerntet werden - doch keine Erbsenernte ohne Aussaat. Bildrechte: IMAGO / agefotostock

Info zur Serie "Ein ganzes Jahr beim Landwirt" Gummistiefel an, Strohhut auf und den Trecker-Schlüssel in der Latzhose. MDR THÜRINGEN-Reporter Jens Roder hat ein Langzeitprojekt gestartet: Ein Jahr in der heimischen Landwirtschaft.

Was haben die Bauern in welcher Jahreszeit zu tun? Wie entstehen Milch-und Fleischpreise? Hier berichtet er von seinem "Feldversuch" - die dritte Woche bei der Geratal Agrar im Kreis Sömmerda.

Beim Landwirt vieles größer als im normalen Leben

Beim Landwirt sind viele Sachen etwas größer, als wir es aus unserem Leben gewohnt sind. Wenn wir nur mal die Traktorräder mit den Rädern unseres Privatwagens vergleichen. Der Unterschied ist ungefähr so wie bei den Konfektionsgrößen XXXL und XS - also riesengroß auf dem Feld und schmächtig in der eigenen Garage.

Das hat auch damit zu tun, dass der Landwirt ein viel größeres Stückchen Erde zu beackern hat - im Vergleich zum Gemüsebeet in unserem Kleingarten.

Bigpack mit Erbsen gefüllt
Ohne Teleskoplader nicht zu bewegen: Ein Sack voller Erbsen. Bildrechte: MDR/Jens Roder

Eine Tonne Erbsen-Saat

Ein weiteres beeindruckendes Beispiel: Wir kennen die Erbsentüte aus dem Supermarkt für 500 Gramm. Beim Landwirt ist es der Erbsensack oder der Big Pack und der ist ziemlich genau eine Tonne schwer. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Aussaat der Erbsen. Per Teleskoplader werden zwei Säcke oder zwei Tonnen Erbsen in die Aussaatmaschine gefüllt (oder fachmännisch: in die Drillmaschine).

Transport des Bigpacks mit dem Radlader
Wenn die Muskeln schlapp machen, muss die Maschine ran. Bildrechte: MDR/Jens Roder

Dabei kommt der gelernte Landwirt Chris, 26 Jahre alt, an die Reihe. Er fährt hinaus auf das Feld, um die Erbsen in die Erde zu bringen. Für ihn wird es ein schöner Tag an der Natur werden, und nebenbei wird er auf einige Kleinigkeiten achten. Zum Beispiel, in welche Tiefe die Körner gelegt werden und dass die Erde anschließend auch wieder angedrückt wird.

Ohne Teleskoplader nicht zu bewegen, ein Sack voller Erbsen
Die Erbsen-Drillmaschine wird befüllt. Bildrechte: MDR/Jens Roder

Aber eigentlich überwacht Chris nur den ganzen Prozess, die Arbeit macht die Maschine, und zwar pneumatisch. Das heißt praktisch: die kleinen Erbsen werden in der Maschine angesaugt und dann per Luftstrom in die Erde geschossen. So einfach geht das!

Landwirt, im Treckerreifen sitzend
Auch vor getaner Arbeit zufrieden, Landwirt Chris. Bildrechte: MDR/Jens Roder

Mit Landwirtschaft das Klima weniger belasten

Und nebenbei kümmert sich Chris noch um den Klimaschutz: An der Frontseite seines Traktors ist ein sogenannter Frontgrubber angebracht. Der sorgt für die Feinkörnung des Bodens, beseitigt größere Erdklumpen und "hinten raus" kommen die Erbsenkörner in den Boden. Vor ein paar Jahren waren dafür noch zwei Arbeitsgänge nötig: einmal Grubbern und einmal säen - das machte also doppelten Spritverbrauch.

ein landwirtschaftliches Gerät
Spart einen Arbeitsgang und viele Liter Diesel: der Frontgrubber. Bildrechte: MDR/Jens Roder

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MDR (rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 12. April 2022 | 06:50 Uhr

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