Immobilien Weimar: Hausbesetzer narren Polizei und Eigentümer

In der Weimarer Innenstadt ist ein unbewohntes Haus öffentlichkeitswirksam besetzt worden. Allerdings fand die Polizei niemanden vor, als sie das Haus räumen wollte.

Hausbesetzung in Weimar mit Polizeieinsatz
Polizeibeamte vor dem besetzten Gebäude am Zeughaus in der Böttchergasse in Weimar. Bildrechte: MDR THÜRINGEN/Johannes Krey

In Weimar sind Unbekannte in ein leer stehendes Wohnhaus in der Innenstadt eingedrungen und haben eine Besetzung vorgetäuscht. Ein Sprecher der Jenaer Polizei sagte MDR THÜRINGEN am Mittwochabend, Beamte hätten das Haus von oben nach unten komplett durchsucht. Es seien keine Personen angetroffen worden. Es sei Beweismaterial sichergestellt worden.

Per Mail vermeintliche Besetzung öffentlich gemacht

Die Unbekannten hatten sich am Nachmittag per E-Mail bei Medien wie dem MDR gemeldet und ihre vermeintliche Besetzung öffentlich gemacht. Angehängt waren unter anderem Fotos, die zeigen, wie ein Vermummter eine Tür eintritt und Besetzer Fahnen der "Antifaschistischen Aktion" auf dem Dach und auf Balkonen des Hauses schwenken. Außerdem wurden offenbar Nebelbomben gezündet.

Offenbar durch Kellerfenster hinein und hinaus

Die Polizei war bald mit einem großen Aufgebot zur Stelle. Nachdem der Eigentümer, die städtische Gesellschaft Weimarer Wohnstätte, Strafanzeige gestellt hatte, verschafften sich Beamte Zugang zu dem Gebäude. Im Keller fanden die Polizisten ein eingeschlagenes Fenster, durch das die Hausbesetzer offenbar eingedrungen waren. Noch ist unklar, wann genau und auf welchem Weg die Aktivisten aus dem Haus gelangten.

50 Menschen versammelten sich zu spontaner Kundgebung

Parallel zum Polizeieinsatz hatten sich etwa 50 Sympathisanten der Hausbesetzer zu einer spontanen Kundgebung versammelt. Im Laufe des Abends erhöhte sich die Zahl auf rund 80 Menschen. Der Versammlungsleiter meldete spontan noch einen Aufzug durch die Innenstadt an.

In ihrer E-Mail hatten die Unbekannten ihre Aktion mit "Willkür auf dem Wohnungsmarkt" begründet. Es sei zu befürchten, dass die Immobilie am Zeughaus in der Böttchergasse einer - so wörtlich - kommerzialisierten und leblosen Innenstadt zum Opfer falle, hieß es.

Ähnlicher Vorfall im Frühjahr

Erst im Frühjahr hatten sich sieben Frauen und Männer in Weimar Zutritt zu einem Haus in der Erfurter Straße verschafft und das Haus besetzt. Nach mehreren Stunden Belagerung durch die Polizei zogen sie freiwillig ab.

Aus den Fenstern eines besetzten Hauses in Weimar in der Erfurter Straße hängen Transparente.
Erst im März besetzten Aktivisten ein Haus in der Erfurter Straße in Weimar. Bildrechte: MDR/Frieder Kraft

Quelle: MDR THÜRINGEN/caf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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