Weimar Pferd und Reiter für Martinsfest gesucht

In vielen Regionen Thüringens ist der Martinstag mit zahlreichen Bräuchen und Traditionen verbunden und hauptsächlich ein Fest für Kinder. Vor allem Kindergärten und Grundschulen veranstalten Umzüge mit Martinslaternen. Für den in Weimar hat sich trotz großer Mühe bisher aber noch kein Reiter gefunden.

Gescheckte Pferde und ihre Reiter bei der Pferdewallfahrt in Etzelsbach.
Das Pferd für den Martins-Umzug muss bestimmte Eigenschaften haben. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Gregor Mühlhaus

Für das traditionelle Martinsfest und den Lampionumzug in Weimar wird noch immer ein Reiter mit seinem Pferd gesucht. Wie Pfarrer Hardy Rylke sagte, wurden schon viele Menschen gefragt, doch bislang sei noch kein Reiter mit Pferd für St. Martin gefunden worden.

Gesucht werde ein Pferd, das keine Angst vor Menschen hat und kinderlieb ist. Laut Rylke soll am 10. November zunächst mit dem Martinsspiel an der katholischen Kirche begonnen werden, bevor der Martinsumzug mit Lampions durch die Innenstadt zur Herderkirche zieht.

Geschichte des Martinstags

Traditionell wird rund um den Sankt-Martins-Tag an den Heiligen Martin von Tours und an Martin Luther erinnert. Sankt Martin war einst ein römischer Soldat, der nach seinem Tod für seine Hilfsbereitschaft heiliggesprochen wurde.

Ein Früchteteppich, der den Hl. Martin zeigt
Die meisten Menschen kennen die Geschichte um den geteilten Mantel. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Die wohl bekannteste Geschichte in diesem Zusammenhang ist die Legende vom geteilten Mantel. Danach ritt der Soldat eines kalten Tages an einem hilflosen Bettler vorbei. Aus Mitleid nahm Sankt Martin sein Schwert und schnitt damit seinen Mantel entzwei. Eine Hälfte gab er dem Bettler, der ihm daraufhin in der Nacht als Jesus Christus im Traum erschien.

Was hat die Gans mit Martin zu tun?

Nach diesem Erlebnis ließ sich Martin taufen und im christlichen Glauben unterrichten. Später baten ihn die Menschen der Stadt Tours, ihr Bischof zu werden. Doch der bescheidene Martin hielt sich des Amtes nicht für würdig und versteckte sich - einer Überlieferung zufolge - in einem Gänsestall. Die schnatternden Vögel verrieten ihn allerdings und er wurde doch zum Bischof geweiht.

Viele Gänse auf einer Wiese.
Was auch immer die Gänse gatan haben - Martin nahm es ihnen übel. Bildrechte: Westdeutscher Rundfunk

Einer anderen Legende nach waren die Gänse in die Kirche gewatschelt und hatten mit ihrem Schnattern Martins Predigt gestört - zur Strafe wurden sie danach gebraten.

Heute ist St. Martin der Schutzpatron etlicher Berufsgruppen, etwa der Winzer, Weber und Schneider. Außerdem kümmert er sich der Überlieferung nach um Bettler, Soldaten und Haustiere.

MDR (gh,jhi)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. Oktober 2022 | 16:00 Uhr

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