Wallfahrt Segen auf dem Feld: Fast 200 Pferde bei traditioneller Wallfahrt in Etzelsbach

An der Kapelle Etzelsbach im Eichsfeld sind wieder fast 200 Pferde gesegnet worden. Auch Reiter und Gespannführer erhielten einen Segen. Im vergangenen Jahr war die Wallfahrt wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Ein Pfarrer segnet Pferde
Ein besonderer Termin war dieser Sonntag auch für Pfarrer Andreas Kruse. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Die Premiere für den neuen Etzelsbach-Pfarrer Andreas Kruse fand nicht vor der Marienkapelle, sondern auf dem Feld dahinter statt. Im Eiltempo segnete er nach dem Wallfahrtshochamt 199 Wallache, Stuten, einige Hengste und etliche Ponys. "Ungewohnt", sagte Kurse. "Aber das Gedränge wäre zu groß geworden. Auf dem Feld ist es einfach entspannter".

Dazu war er mit zwei Ministrantinnen und ausreichend Weihwasser zu den Pferden geeilt. Peter Kulle, der die Segensplaketten austeilte, kam kaum hinterher. Einige Pferde zuckten kurz zusammen, als sie mit Weihwasser bespritzt wurden.

Die Plaketten können im Stall, an einer Pinnwand oder im Vereinsheim aufgehängt werden. Die Reiter, Gespann- und Kutschenführer reisten wie immer aus allen Teilen des Eichsfeldes an, unter anderem aus Deuna, Breitenholz, Breitenbach, Worbis, Niederorschel und Holungen. Viele kommen seit mehreren Jahren; manche seit Jahrzehnten.

Pferdewallfahrt im Eichsfeld

Ein Pfarrer segnet Pferde
An der Kapelle Etzelsbach im Eichsfeld sind fast 200 Pferde gesegnet worden. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Ein Pfarrer segnet Pferde
An der Kapelle Etzelsbach im Eichsfeld sind fast 200 Pferde gesegnet worden. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Reiter neben einer Kapelle
Die Tradition besteht seit 350 Jahren. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Zwei Frauen mit ihren Pferden
Auch Reiterinnen und Reiter erhielten Gottes Segen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Ein Pfarrer segnet Pferde und Reiter.
2020 war die Wallfahrt wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Bildrechte: MDR/Gregor Mühlhaus
Ein Pfarrer segnet Pferde und Reiter.
"Hat Spaß gemacht", sagte Pfarrer Andreas Kruse nach der zweistündigen Zeremonie.  Bildrechte: MDR/Gregor Mühlhaus
Ein Pfarrer segnet Pferde
In manchen Jahren werden in Etzelsbach mehr als 300 Pferde um die Marienkapelle geführt. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Vier Frauen neben ihren Pferden
Das katholisch geprägte Eichsfeld ist bekannt für verschiedene Wallfahrten. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
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Nach einer Pest suchten Bauern in der Kapelle Trost

Die Tradition begann vermutlich im 17. Jahrhundert. Überliefert ist, dass nach einer Pest um 1625 die Bauern wegen ihrer Not Trost in Etzelsbach beim dortigen Gnadenbild der Gottesmutter Maria in der gleichnamigen Kapelle suchten.

Fast 400 Jahre später gehört die Pferdewallfahrt für Reiterinnen und Reiter der Region am zweiten Juliwochenende einfach dazu. Mittlerweile machen sich nicht nur junge und ältere Reiter und Gespannführer auf den Weg, sondern auch komplette Kutschenbesatzungen. Auch Radfahrer kommen zur Kapelle. Die Reiter - manche in Vereinsstärke - kommen in ihrer typischen Kleidung oder mit Cowboyhüten und bitten um Gottes Beistand.

Segnung dauerte zwei Stunden

Im Eichsfeld sind Wallfahrten für viele Menschen Teil ihres Glaubens. In manchen Jahren werden in Etzelsbach mehr als 300 Pferde um die Marienkapelle geführt. "Hat Spaß gemacht", sagte Pfarrer Andreas Kruse nach der zweistündigen Zeremonie. "Es war schön, dass trotz des schlechten Wetters viele Leute gekommen sind. Ich freue mich auf nächstes Jahr".

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 11. Juli 2021 | 18:20 Uhr

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