Eichsfeld Kuh auf Weide verendet: Landwirt muss 2.000 Euro zahlen

Ein Landwirt aus dem Eichsfeld muss 2.000 Euro an den Tierschutzverein Heiligenstadt zahlen. Gegen ihn wurde wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt, nachdem eine kranke Kuh auf einer Weide verendet war.

Eine Kuh.
Im Eichsfeld ist eine Kuh auf einer Weide verendet. Ein Landwirt muss dehalb 2.000 Euro an den Tierschutzverein zahlen. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem qualvollen Tod einer Kuh muss ein Landwirt aus dem Eichsfeld 2.000 Euro an den Tierschutzverein Heiligenstadt zahlen. Das Amtsgericht Heiligenstadt hat am Donnerstag ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingestellt. Der Vorfall vom Dezember 2020 wurde verhandelt, nachdem der 57-Jährige Einspruch gegen einen Strafbefehl über ebenfalls 2.000 Euro eingelegt hatte. Das Verfahrensende ohne Urteil war laut Gericht nur möglich, weil der Landwirt bisher nicht vorbestraft ist.

Die fast vier Jahre alte Kuh war auf einer Weide völlig abgemagert verendet. Einer Nachbarin war das kranke Tier aufgefallen. Als es sich nach drei Tagen nicht mehr bewegte, stellte sie ein Foto ins Internet. Dadurch wurde die Eichsfelder Amtstierärztin auf das tote Tier aufmerksam.

Eine Tote Kuh liegt auf einer Weide.
Nachdem ein Bild der Kuh im Internet auftauchte, wurde eine Tierärztin auf das Tier aufmerksam. Bildrechte: MDR

Tierärztin: Ähnliche Fälle bei früheren Kontrollen festgestellt

Eine Obduktion ergab, dass alle Körperreserven aufgebraucht waren und das Tier bereits an Knochenmarkschwund litt. Dieser Zustand sei bereits einige Wochen, wenn nicht Monate alt, sagte Amtstierärztin Inga Menz im Zeugenstand. Die entkräftete Kuh habe an Hunger gelitten. Sie hätte behandelt oder notgetötet werden müssen.

Laut Menz war der Zustand des Tieres kein Einzelfall. Bei zwei früheren Kontrollen habe sie bereits ähnliche Fälle festgestellt. Der Landwirt, der nach eigenen Angaben 200 Tiere im Stall stehen hat, will den schlechten Zustand nicht bemerkt haben. Die Milchkuh sei tragend und deswegen schwach gewesen. Ihr Zustand habe sich auch wegen eines Bänderrisses verschlechtert.

Kreis Hildburghausen: Krankes Rind ausgesetzt

Einen ähnlichen Vorfall hatte es Ende Oktober 2021 in Wachenbrunn bei Themar im Landkreis Hildburghausen gegeben. Gegen einen Landwirt wurde ein Verfahren eingeleitet, weil er ein krankes Rind drei Tage lang ohne Futter und Wasser ausgesetzt haben soll.

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Quelle: MDR(fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 07. Januar 2022 | 11:30 Uhr

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