Betrug Anwalt leitete erstrittenes Geld seiner Mandanten auf sein Konto

Das Amtsgericht Nordhausen hat am Freitag einen Ex-Anwalt wegen Untreue und Betrugs zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Gegen den 57-Jährigen aus dem Landkreis Nordhausen ist außerdem ein fünfjähriges Berufsverbot verhängt worden.

Eine goldfarbene Justitia-Figur vor Aktenbergen
Ein ehemaliger Anwalt aus dem Kreis Nordhausen ist wegen Betrugs und Untreue verurteilt worden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Laut Urteil hat er von 2013 bis 2018 in 16 Fällen Mandanten um mehr als 111.000 Euro betrogen. Das Geld muss er laut Urteil an seine geprellten Mandanten zurückzahlen.

Sie sind mit ihrer anwaltlichen Tätigkeit gescheitert.

Richterin Eva Balk

Anwalt leitete Geld aufs eigene Konto

Erstrittenes Schmerzensgeld, Schadenersatz und Erbschaften hatte der Jurist jahrelang nicht an seine Mandanten weitergegeben, sondern aufs eigene Konto umgeleitet. Viele Geschädigte warten bis heute auf ihre Ansprüche. Anstatt das Geld unverzüglich an die Mandanten auszuzahlen, hielt er sie hin und täuschte Überweisungen vor.

Der ehemalige Anwalt hatte viele Jahre über seine Verhältnisse gelebt. "Sie sind mit ihrer anwaltlichen Tätigkeit gescheitert", sagte Richterin Eva Balk.

Ex-Anwalt bereits 2018 vor Gericht

Der 57-Jährige stand nicht das erste Mal wegen solcher Vorwürfe vor Gericht. Im Februar 2018 hatte das Landgericht Mühlhausen ihn wegen zweier vergleichbarer Fälle bereits zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und Schadenersatz verurteilt.

Wegen der langen Verfahrensdauer hatte Staatsanwalt Dirk Dannemann während des Prozesses von einem "Justizversagen" gesprochen - das Amtsgericht Nordhausen nahm seit 2018 vier Prozessanläufe. Der ermittelnde Staatsanwalt stellte währenddessen zwei Befangenheitsanträge.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 08. Oktober 2021 | 18:00 Uhr

Mehr aus der Region Nordhausen - Sangerhausen - Wernigerode

Mehr aus Thüringen