Verkehr Baustelle an Ibergtalsperre: 30-Kilometer-Umleitung bis Jahresende

Die 30 Kilometer lange Umleitung rund um die Ibergtalsperre im Landkreis Nordhausen soll bis Ende des Jahres bestehen bleiben. Grund sind unter anderem Vandalismus-Schäden, die wütende Autofahrer angerichtet haben. Anwohner kritisieren, dass keine ortsnahe Umfahrung geplant wurde.

Eine Brücke wird komplett erneuert.
Nun soll es doch länger dauern: Erst Ende des Jahres soll die Baustelle beendet sein. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Am Ende wird die 30 Kilometer lange Umleitung wegen einer von Holzlastern zerfahrenen Brücke wohl ein halbes Jahr bestehen: Bis Dienstag galt noch offiziell der 11. November als Ende der seit Monaten andauernden Vollsperrung der Landstraße 1037 zwischen Buchholz und Stempeda. Doch Konfetti und ein durchgeschnittenes seidenes Band wird es am Karnevalsfreitag bei Buchholz im Kreis Nordhausen nicht geben.

Die Umleitung zwischen Buchholz und Rodishain ist 30 Kilometer lang.

Arbeit an Baustelle durch Busverkehr und Vandalismus verlängert

Stattdessen geht die Baustelle in die Verlängerung. Wie das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV) mitteilte, muss die Baustelle samt Vollsperrung noch bis Ende des Jahres aufrechterhalten werden. Gründe seien die halbseitige Bauweise und Unterbrechungen wegen passierender Schulbusse und Rettungsfahrzeuge.

Ein Bus fährt an einer Baustelle entlang.
Immer wieder müssen auch noch Busse hindurch - ein Grund für die Verzögerung. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Außerdem mussten die Arbeiter Vandalismus-Schäden beheben: Autofahrer hatten immer wieder ihren Frust an den Baustelleneinrichtungen ausgelassen. Im August wurde es so schlimm, dass eine fest installierte elektrische Schranke gebaut und ein Wachdienst engagiert wurde.

Die Polizei fahndet - unter anderem mit Fotos - nach drei Männern, die die Schranken zerbrochen haben und durch die Baustelle gefahren sind. Kürzlich beschäftigte sich sogar die MDR-Sendung "Kripo live" mit den Angriffen auf die nur rund 200 Meter langen Vollsperrung.

Wachmann muss sich verteidigen

Ein Wachmann wurde zudem von Unbekannten angegriffen. Er konnte wohl dank seiner Selbstverteidigungskenntnisse die Angreifer in die Flucht schlagen. Sie flüchteten danach durch die Baustellenabsperrung.

Dem MDR berichtet der Wachmann auch von Szenen, die ihn an DDR-Zeiten und die Glienicker Brücke in Berlin erinnert hätten: Es gebe Großeltern, die nachmittags schüchtern zu Fuß die Baustelle überschreiten, um auf der anderen Seite ihre Enkelkinder in Empfang zu nehmen, die ab 15 Uhr aus den Kindergärten in Petersdorf oder Herrmannsacker kommen.

Ein Fahrzeug auf einer Baustelle.
Die Polizei ermittelt zur versuchten Körperverletzung, derer sich der Wachmann jedoch erwehren konnte. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Die Bewohner rund um die Ibergtalsperre kritisieren, dass an der falschen Stelle gespart worden sei und eine provisorische und ortsnahe Umfahrung viel Ärger erspart hätte. Das Landesstraßenbauamt sieht die Kritik als nicht gerechtfertigt an.

MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 09. November 2022 | 17:30 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/ec0c9b06-f73a-45c4-84e0-86d6012ea9b7 was not found on this server.

Mehr aus der Region Nordhausen - Sangerhausen - Wernigerode

Mehr aus Thüringen