Neues Kulturzentrum in Nordhausen "Kleine Freiheit" und große Pläne: Verein baut Werkstatt zum Club aus

Franziska Gutt
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Seit diesen Sommer ist Nordhausen wieder um einen Anlaufpunkt für junge Leute reicher. Der Verein "Kleine Freiheit" eröffnete den gleichnamigen Club, aus dem zukünftig ein Kulturzentrum mit urbanen Flair entstehen soll. Geplant ist ein Ort für Livemusik, Kleinkunst und Theater, Ausstellungen und Gesprächsrunden. Den Platz für viele, kleine Freiheiten bietet eine alte Stellmacher-Werkstatt.

Eine Frau steht hinter einem Bartresen
Da der Verein noch kein Personal für den Barbetrieb in der Kleinen Freiheit gefunden hat, stehen Carolin Roth und ihre Mitstreiter bei Veranstaltungen selbst hinterm Tresen. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Der Abschied von der "Destille" ist schon fast zwei Jahre her. Weihnachten 2019 feierten die Nordhäuser zum letzten Mal in der beliebten Szenekneipe, die inzwischen abgerissen ist. Sie war eine der wenigen Alternativen zur Großraum-Disko oder Cocktailbar, einer der wenigen Orte, die das Nachtleben in der Kleinstadt bereicherten.

Uns fehlte mit einmal die Möglichkeit alle Menschen auf einen Haufen zu treffen, die Musik zu hören, die wir gerne hören

Carolin Roth zur Schließung der "Destille" Verein Kleine Freiheit

Aus der Not selbst tätig geworden

Dass die Destille schließen wird, sei im Vorfeld bekannt gewesen, so Carolin Roth. "Deswegen haben wir im größeren Bekanntenkreis schon angefangen, zu diskutieren und immer wieder überlegt, was wir tun können. Es war klar, wir müssen was tun, sonst tut‘s keiner", erzählt die junge Frau.

Carolin Roth und ihre Freunde und Bekannten gründeten schließlich einen Verein: die Kleine Freiheit. Das Ziel: einen neuen Ort für eine entspannte Zeit nach Feierabend schaffen.

Rückzugsort für Konzerte, Ausstellungen und andere Veranstaltungen

Der neue Treffpunkt soll mehr werden als eine Partylocation. Er soll zudem eine Bühne bieten für Kleinkunst, Literatur und Gesprächsabende. "Wir wollen uns einen Ort schaffen, wo wir uns in bestimmten Stunden frei fühlen und frei denken können, frei feiern können. Einen Rückzugsort", so Carolin Roth. Dennoch soll dieser offen für jeden sein, Platz bieten für die Ideen und Veranstaltungen anderer Freigeister.

Eine Frau sitzt auf einem Stuhl vor der Leuchtschrift "Kleine Freiheit"
Der Clubraum bietet jede Menge Tanzfläche, aber auch Platz für Vorträge und andere alternative Kulturveranstaltungen. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Von der Kleingruppe zum Verein

Aus der Gruppe Mittdreißiger, die Ersatz für die "Destille" schaffen wollten, wurde inzwischen ein über 100 Mann starker Verein. Denn die Aktiven stießen auf offene Ohren in der Stadt.

Das Interesse ist groß, die Kleine Freiheit als neues, alternatives Ausgehdomizil aufzubauen. Das Objekt ist auch gefunden: eine alte Stellmacherei in der Nordhäuser Unterstadt. Erste Partys fanden dort bereits statt.

Alte Werkstatt mit neuem Leben

Nun stehen Umbauarbeiten an: die urige Werkstatt soll einen Anbau erhalten. Dort werden sich später der Haupteingang, die Garderobe, die Bar befinden, erzählt Carolin Roth.

Auch eine moderne Sanitäranlage ist geplant. Das alte Haus wird mit Spenden- und Fördergeldern umgestaltet und modernisiert. So dass noch mehr Platz für viele, kleine Freiheiten entsteht.

Eine Frau steht in einem Hinterhof eines alten Fachwerk-Backsteinbaus
Der Verein Kleine Freiheit baut eine alte Stellmacherei in der Nordhäuser Unterstadt zum neuen Szenetreff aus. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Nachmittag | 23. Oktober 2021 | 13:15 Uhr

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