Wohnungsbau Wie in Mühlhausen in alten DDR-Wohnblöcken neue Wohnungen entstehen

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Mühlhausen SWG stoppt den kompletten Abriss von Wohnblöcken im Forstbergviertel. In der Menteröder Straße werden nur die oberen Etagen zurückgebaut. Aus den unteren Etagen entstehen Wohnungen mit Reihenhaus-Charakter. Damit könnte das Wohnviertel verjüngt werden. Allerdings verschwinden auch Wohnungen vom Markt.

Aus vier Etagen mach zwei; aus 64 Wohnungen zwölf. Im Forstbergviertel im Norden von Mühlhausen sollen zwei Wohnblöcke aus den 1960er-Jahren nur teilweise abgerissen werden und gleichzeitig neue Wohnformen entstehen. Wäscheplatz, viele Bäume und Hecken erinnern an die Anfänge in den 1960er-Jahren.

Damals wurden die ersten Wohnblöcke am Mühlhäuser Forstberg gebaut: Das ganze Viertel hinter den Bahnschienen entstand neu; Ackerland wurde zu Wohnraum. Mehr als 60 Jahre später sollen von zwei Viergeschossern aus der Gründerzeit die beiden oberen Etagen abgerissen werden.

Hoher Leerstand bei kleineren Wohnungen

Die Mieter sind bereits seit dem Vorjahr komplett ausgezogen; der geplante Abriss der Zwei- und Dreiraum-Wohnungen ist wegen zu hoher Abrisskosten und wegen der Nachfrage nach größeren Vier-Raum-Wohnungen gestoppt worden.

Mehr als 600 Wohnungen der Städtischen Wohnungsgesellschaft stehen leer. "Tendenz steigend", sagt Geschäftsführer Frank Spangenberg. Auch das Innenstadtentwicklungskonzept ISEK gibt keine Entwarnung: Bis 2035 werden weitere 1.000 Haushalte in Mühlhausen verschwinden.

Eine Wohnung im Wohnblock in der Menteröder Straße in Mühlhausen von innen.
Eigentlich sollten die Zwei- und Dreiraum-Wohnungen in der Menteröder Straße abgerissen werden. Doch nun sollen aus den kleinen Wohnungen, großzügigere Wohnungen entstehen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Wohnungsgesellschaft sucht neue Wohnformen

Alle Analysen haben aber auch deutlich gemacht: Die Nachfrage nach Reihenhäusern, nach Wohnungen mit Einfamilienhaus-Charakter, Wohnen im Grünen, nach Vierraum-Wohnungen mit Garten und Stellplatz vor der Tür ist da. "Wir wollen deshalb andere Wohnformen suchen", sagt Spangenberg, seit Jahresbeginn neuer SWG-Geschäftsführer. Es sollen Wohnungen entstehen, die diesen Charakter haben.

Auch an anderen Standorten soll die Wohnqualität verbessert werden, beispielsweise mit größeren Balkonen und Aufzügen. Abriss wird immer ein Thema bleiben, so Spangenberg. Denn auch leere Blöcke kosten. Gestiegen seien aber auch die Abrisskosten.

Forstbergviertel ist attraktiv als Wohnlage

Die beiden Blöcke in der Meneteröder Straße 16 bis 30 werden bis zur zweiten Etage zurückgebaut, die verbliebenen Wohnungen erhalten einen neuen Zuschnitt und jede einen separaten Eingang. Entweder mit Garten vor der Tür oder eine Dachterrasse. "Damit wird das Wohnviertel auch verjüngt und trotzdem einige Wohnungen vom Markt genommen", sagt Spangenberg. Die Planungen haben bereits begonnen; im kommenden Jahr werde gebaut und 2023 fertiggestellt.

Frank Spangeberg hält Entwürfe des Wohnblocks nach der Sanierung in die Kamera.
SWG-Geschäftsführer Frank Spangenberg will die alten Wohnblöcke zu neuem attraktivem Wohnraum umgestalten. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Die ersten Reaktionen seien positiv gewesen, sagt Spangenberg. Einige Anrufer hätten ihr Interesse an einer solchen Wohnung bekundet. Das Forstbergviertel ist attraktiv, weil die Infrastruktur mit Schule, Supermarkt, Kindergarten und anderen Dienstleistern komplett ist.

Wohnen in Mitteldeutschland

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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