Arbeitsrecht Unstrut-Hainich-Kreis nimmt Kündigung von Amtstierärztin zurück

Der Unstrut-Hainich-Kreis hat die Kündigung einer früheren Amtstierärztin zurückgenommen. Zwar bekommt sie ihre Stelle nicht wieder, weil sie ihrerseits zuvor gekündigt hatte, erhält aber drei Monate Gehalt nachgezahlt.

Judith Keidel Ex-Amtstierärztin Unstrut-Hainich-Kreis Anwalt Arbeitsgericht Nordhausen
Judith Keidel beim Prozessauftakt im Februar 2022 mit ihrem Anwalt im Arbeitsgericht Nordhausen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Unstrut-Hainich-Kreis hat die außerordentliche Kündigung seiner Amtstierärztin Judith Keidel vom Oktober 2021 zurückgenommen. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs vor dem Arbeitsgericht Nordhausen. Gerichtsdirektor Stefan Marx sagte MDR THÜRINGEN, damit sei das Kündigungsschutzverfahren beendet.

Klage nach Kündigung

Keidel hatte im September 2021 zum Jahresende fristgemäß gekündigt. Kurze Zeit später sprach der Unstrut-Hainich-Kreis der Veterinärin seinerseits eine außerordentliche Kündigung aus und setzte ihr damit den Stuhl unmittelbar vor die Tür. Keidel hatte den Landkreis daraufhin verklagt. Der Vergleich sichert der 47-Jährigen drei Monate Gehalt. Keidel hat inzwischen eine Tierarztpraxis in Bad Langensalza eröffnet.

Veterinärin zunächst in Kleintierabteilung versetzt

Keidel geht davon aus, dass ihr wegen ihres konsequenten Vorgehens gegen Tierschutzverstöße in einer Schweinemastanlage des ehemaligen Thüringer Bauernpräsidenten Klaus Kliem gekündigt wurde. Die Veterinärin war in der Behörde zunächst in die Abteilung für Kleintiere versetzt worden. Im August 2020 hatte das Landratsamt den Wechsel als "gängiges Geschehen" bezeichnet. Beim Auftakt des Arbeitsgerichtsprozesses hatte das Landratsamt den nun geschlossenen Vergleich noch abgelehnt.

Zwei Meschen stehen in einem Gerichtssaal.
Ex-Bauernverbandspräsident Klaus Kliem (r.) mit seinem Anwalt, dem ehemaligen Thüringer Innenminister Jörg Geibert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bußgeldverfahren gegen Ex-Bauernfunktionär eingestellt

Der heute 73 Jahre alte Kliem war wegen mutmaßlicher Tierschutzverstöße mit Bußgeldern in Höhe von fast 20.000 Euro belegt worden. Gegen diese Bußgelder legte der frühere Bauernfunktionär und Agrarunternehmer Widerspruch ein. Mitte März stellte das Amtsgericht Mühlhausen die Bußgeldverfahren mit der Begründung ein, das Landratsamt habe fachliche Fehler gemacht.

MDR(cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 08. April 2022 | 08:30 Uhr

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