GNK Sinter Metals Wie eine heiße Firma in Bad Langensalza mit Temperaturen bis 38 Grad umgeht

Ohne Klimaanlage, aber dafür in kurzen Hosen und dünnen Shirts wird in der Metallgussfirma GKN Sinter Metals in Bad Langensalza gearbeitet. 21 Frauen und Männer kümmern sich darum, dass sechs Öfen bei bis zu 1.400 Grad rund um die Uhr in Betrieb sein können.

Eine Frau an ihrem Arbeitsplatz.
Ilona Kienitz kommt mit den Temperaturen im Betrieb gut zurecht - freut sich aber über Möglichkeiten zur Abkühlung. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Ventilator, Wasserflasche und kurze Hosen. In der großen Produktionshalle der GNK Sinter Metals wird bei Temperaturen von bis zu 38 Grad gearbeitet. Die 21 Frauen und Männer stellen Werkzeuge und Spritzgussteile her, unter anderem für die Automobilindustrie und die Orthopädietechnik.

Klimanlagen wären kontraproduktiv, sie würden die Öfen herunterkühlen, erklärt Ronny Ludwig, in der Firma zuständig für Arbeitsschutz und Ausbildung. So lange wie möglich bleibe auch die Dachluke auf. Doch bei 35 Grad Außentemperatur bringt diese Lüftung nicht die erwünschte Frischluft. Es gibt sogar eine Schlechtwetterlüftung, damit warme Luft nach draußen geleitet wird.

Blick in eine Produktionshalle.
In der Produktionshalle steigen die Temperaturen schnell bis auf 38 Grad. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Kühle Getränke und nasse Schals gegen die Hitze

Für Ludwig ist es wichtig, dass er mit den Mitarbeitern in der heißen Halle im Gespräch bleibt. Sie zu motivieren und so gut wie möglich zu unterstützen, gehöre trotz außergewöhnlicher Bedingungen zu einem guten Arbeitsklima dazu. Ein Wasserspender, ein Getränkeautomat mit subventionierten Preisen und ab und zu ein "Eis vom Chef" erleichtern den heißen Job.

Die Mitarbeiter selbst haben sich auf ihre besonderen Arbeitsbedingungen eingestellt. Wasser und Ventilator griffbereit, dazu - wer mag - knielange Hosen und ein dünnes Shirt. Pausen sind ebenso möglich. Uta Scheithauer aus der Qualitätsprüfung kühlt sich mit einem nassen Schal, den sie sich um den Hals legt.

Eine Frau kühlt sich mit einem nassen Schal.
Uta Scheithauer arbeitet in der Qualitätsprüfung - bei Temperaturen um 35 Grad. Sie kühlt sich gern mit einem nassen Schal. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Testlauf für Kühlwesten in Bad Langensalza

Auf der Suche nach weiteren Erleichterungen hat Ronny Ludwig Kühlwesten entdeckt. Diese werden seit dieser Woche getestet. Sie stammen aus dem Sportbereich, werden in Wasser getaucht, ausgewrungen und dann übergezogen. Bis zu zwei Grad könne die Körpertemperatur heruntergekühlt werden, sagt Verkaufsleiter Christopher Kohls von Hiweso, dem größten Thüringer Anbieter für Arbeitsschutz. "Die Neugier auf solche Kühlwesten ist in den Firmen da", sagt Kohls. Vor allem im Straßenbau und in der Glasindustrie, wo Mitarbeiter am schnellsten ein "Hitzeschock" drohe.

Und Arbeitsschutz-Beauftragter Ronny Ludwig ergänzt: "Mit vernünftigen Arbeitsbedingungen kannst du punkten". Bei GNK Sinter Metals gehöre das zur Firmenphilosphie. Deshalb gibt es auch erhöhte Arbeitstische, Matten, Scherenhubwagen und kleine Lüfter.

Ein Mann in einer Produktionshalle.
Ronny Ludwig ist bei GNK Sinter Metals für den Arbeitsschutz zuständig. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Präzisionsbauteile aus Metallpulver

GKN Sinter Metals ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Hersteller von Sinterbauteilen. Beim Sintern wird Metallpulver unter hohen Temperaturen zu Werkstücken gepresst. Auf fünf Kontinenten gibt es 30 Standorte mit 6.600 Mitarbeitern. Zum Unternehmen in Bad Langensalza gehören 85 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz lag 2021 bei 16 Millionen Euro; produziert werden jährlich 350 bis 400 Tonnen Metallguss.

Drei Männer in einer Halle, zwei mit kurzen Hosen.
Sie setzen auf luftige Kleidung: Peter Wünsch, Rico Gothe und Ronalds Strauch. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

MDR (cg,mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 13. Juli 2022 | 17:00 Uhr

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