Welttag der Puppe Kindheit auf dem Sofa: Hüpstedterin hat noch 50 Spielgefährten aus der Kindheit

Polizistin, Sandmännchen, Teddybär, Spreewald-Puppe und ein Affe aus dem Zoo: Krankenschwester Birgit Matthäus aus Hüpstedt im Unstrut-Hainich-Kreis hat ein besonderes Hobby: Puppen aus ihrer Kindheit. Für die 54-Jährige verbinden sich damit Geschichten und Erinnerungen. Anlässlich des Welttags der Puppe stellen wir sie vor.

Birgit Mätthäus sitzt auf einer Couch, auf der mehrere Puppen aufgereiht sind.
Birgit Matthäus mit einigen ihrer Puppen. Sie hat ihren Lieblingen aus der Kindheit ein eigenes Zimmer eingerichtet. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Im Haus von Birgit Matthäus gibt es ein Zimmer nur für Puppen. Dort auf der großen Couch sitzen 20 Puppen mit blondem oder brünettem Haar, kleine und große. Fast alle haben maßgeschneiderte Klamotten. Vor einem Jahr hat Birgit Matthäus sie vom Dachboden geholt; nach 20 Jahren. "Weil ich die geliebt habe", sagt sie. Auf der großen Couch haben sie ihren Platz gefunden; darunter auch ein paar Teddys. Weitere Puppen sind noch auf dem Dachboden. "Verstaubt und lange nicht in den Arm genommen", sagt die Besitzerin. Aber Wegwerfen geht nicht. Die Krankenschwester ist mit diesen Puppen groß geworden.

Eine Polizistinnen-Puppe
Die Polizistinnen-Puppe hat sie geschenkt bekommen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Weil ich Puppen geliebt habe, habe ich sie alle aufgehoben.

Birgit Matthäus

Sieben Geschwister

Birgit ist die jüngste von sieben Geschwistern. Deshalb habe sie immer viele Puppen und Zubehör wie Betten oder Puppenwagen geschenkt bekommen; die letzte zur Jugendweihe. Dass ihre drei Enkel Jungen sind und sie deshalb weniger Interesse an Puppen haben, bedauert sie sehr. Deshalb spielen manchmal Mädchen aus der Nachbarschaft mit Birgit Matthäus Schätzen aus der Kindheit.

Jede der 50 Puppen hat eine Geschichte.

Birgit Matthäus

Birgit Matthäus zeigt eine Puppe
Die Teenager-Puppe war größer als die Barbie und hatte auch einen anderen Namen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Jede Puppe hat einen Namen

Die Puppen heißen etwa Laika, Holger, Pjotr, Anita, Chita, Schnuffel, Eva. Zu jeder gibt es eine Geschichte. Auch zu Sprechpuppe Ingelore. Die ist eines Tages kaputt gewesen und zur Biggi-Puppenfabrik geschickt worden. Weil das Werk abbrannte und die Puppe im Original nicht mehr verfügbar war, kam eine blonde Puppe statt der schwarzhaarigen Vorgängerin zurück. Einige der Puppen sind sogar in Lengenfeld unterm Stein produziert worden. Dort gab es zu DDR-Zeiten einen Betriebsteil von "Biggi" Waltershausen, das Werk gehörte zum Spielzeugkombinat Sonneberg. Eine Puppe bekam sie von ihrem großen Bruder Herbert. Weil sie aber seinen Namen nicht richtig aussprechen konnte, heißt sie bis heute "Hargat".

Birgit Matthäus sitzt auf der Couch und zeigt zwei ihrer Puppen.
Auch "Hargat" (lila) und Anita (rot) haben ihre besondere Geschichte. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Puppen gehören in jede Kindheit

Den Welttag der Puppen am 11. Juni kannte Birgit Matthäus bisher nicht. Puppen gehören in jede Kindheit, sagt sie. Diese Rollenspiele als Mutter und Vater, später als Lehrerin und Kindergärtnerin sind aus ihrer Sicht wichtig fürs Leben.

Welttag der Puppen "Am Welttag der Puppe sollte Zeit mit einer Puppe verbracht werden oder aber jemandem eine Puppe geschenkt werden", heißt es auf der Website kleiner-kalender.de, auf der ernste wie kuriose Aktionstage gesammelt werden. Demnach wurde der Tag von der US-amerikanischen Sammlerin und Autorin Mildred Seeley 1986 ins Leben gerufen. Sie habe damit nicht nur für die Puppe als solche, sondern auch auf die liebevolle Pflege des klassischen Spielzeugs legen wollen.

MDR (dr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 11. Juni 2022 | 06:47 Uhr

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