Hainich Dreimal so viele Wildschweine wie sonst erlegt

Im Nationalpark Hainich sind in der laufenden Jagdsaison dreimal so viele Wildschweine wie sonst geschossen worden. Für die um den Nationalpark angesiedelten Bauern ist die Wildschwein-Plage damit aber nicht behoben. Noch immer verwüsten zu viele Tiere ihre Felder.

Eine Wildschweinrotte mit Frischlingen im Wald
Im Nationalpark Hainich dürfen Wildschweine das ganze Jahr über gejagt werden. Bildrechte: Colourbox.de

Im Nationalpark Hainich sind in der laufenden Jagdsaison dreimal so viele Wildschweine wie sonst geschossen worden. Wie Nationalparkleiter Manfred Großmann mitteilte, sind insgesamt 450 Tiere erlegt worden. Besonders der Einsatz von Hunden bei Bewegungsjagden habe sich gelohnt.

Auch dass im Nationalpark jetzt das ganze Jahr über gejagt werden darf, macht sich in der hohen Abschusszahl bemerkbar. Und dass seit November erstmals ein Berufsjäger die Jagd organisiert.

Eine Rotte Wildschweine (Sus scrofa) sucht Nahrung auf einem Waldweg
Landwirte befürworten das Einfangen kompletter Wildschwein-Rotten. Bildrechte: IMAGO / Kickner

Bauern beklagen weiterhin beträchtliche Schäden

Die Freude bei Landwirten rund um den Nationalpark hält sich dennoch in Grenzen: Sie gehen davon aus, dass es noch immer rund 4.000 Wildschweine im Nationalpark gibt, die regelmäßig ihre Felder heimsuchen. Die Schäden bei Mais, Raps und Weizen liegen nach Angaben der Bauern jedes Jahr im sechstelligen Bereich. Sie fordern deshalb noch mehr Abschüsse und das Einfangen kompletter Rotten.

Auch damit hat der Nationalpark bereits begonnen. Wichtig sei auch, erklärte Manfred Großmann, dass Landwirte und Naturschützer im Gespräch bleiben und Probleme gemeinsam lösen.

"Wildschweine sind ein deutschland- und europaweites Problem", sagt Nationalparkchef Großmann. Milde Winter und eine hohe Reproduktionsfähigkeit der Tiere trügen zum drastischen Zuwachs bei. Im Nationalpark wird mit mittlerweile vier Saufängen, Nachtzielgeräten ganzjährig gejagt. Der Profijäger soll vor allem die Jagd organisieren; im Nationalpark besitzen 15 Mitarbeiter eine Jagdlizenz. "Ob das was gebracht hat, wird sich im Juni zeigen, wenn der Weizen reif ist", sagt Landwirt Andreas Fett.

Schäden von Wildschweinen von 200.000 Euro bekannt

Im Jahr 2021 hatte sich das Ordnungsamt der Gemeinde Vogtei im Unstrut-Hainich-Kreis mit drei Schäden in Weizenfeldern befasst. "Die Kommune ist dabei Vermittlerin zwischen geschädigten Landwirt und Jagdpächter", sagt Vogtei-Bürgermeister Christian Hecht. Zusätzlich wird ein Schadensgutachter beauftragt. "Ich wünsche mir, dass der Berufsjäger seine Arbeit im Wald und nicht am Schreibtisch erledigen kann", Vogtei-Bürgermeister Christian Hecht.

Bisher beschäftigt sich das Amtsgericht Mühlhausen mit einem Schaden von rund 120.000 Euro der TUPAG-Holding aus dem Jahr 2019. Insgesamt sind Schäden von rund 200.000 Euro aus den Jahren 2019 bis 2021 bekannt. Betroffen sind große und kleine Betriebe rund um den Nationalpark. Nach MDR-Informationen werden viele Schäden gar nicht angezeigt und dann auch nicht eingeklagt. Einen Landwirt mit 300 Hektar Anbaufläche trifft ein Schaden von 30.000 Euro beispielsweise deutlich härter als einen Betrieb mit 900 Hektar, sagte ein betroffener Landwirt.

MDR (fn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 14. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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