Sommerfasching Ausschluss droht: Körner Karnevalisten verzichten auf Einspruch

Der Körnersche Carnevalsverein soll wegen seines Sommerfaschings Anfang Juli aus dem Landesverband Thüringer Karnevalvereine ausgeschlossen werden. Der Körner Verein könnte Einspruch einlegen - sieht aber keinen Bedarf.

Karneval Hoym
Karneval mit Sommersonne: Wie in Körner verlegte auch der Karnevalsverein Hoym in Sachsen-Anhalt (im Bild) die Session pandemiebedingt in den Juli. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Der Körnersche Carnevalsverein (KCV) soll wegen seines Sommerfaschings Anfang Juli aus dem Landesverband Thüringer Karnevalvereine (LTK) ausgeschlossen werden. Das teilte der Verband am Dienstag mit. Demnach hat das Präsidium einstimmig beschlossen, einen Ausschluss in die Wege zu leiten.

Drei Faschingsnarren stoßen mit Tassen an.
So ist man's gewohnt: Karnevalskluft und Winterjacken. Laut des christlichen Kalenders ist Karneval nach Aschermittwoch vorbei. Bildrechte: Colourbox.de

Die Karnevalisten in Körner (Unstrut-Hainich-Kreis) seien am Montag informiert worden, heißt es. Sie hätten nun drei Wochen Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Danach werde das LTK-Präsidium endgültig entscheiden, ob es tatsächlich zu einem Ausschluss kommt.

Ausschluss trotz Warnung in Kauf genommen

Theoretisch könnte der Verein aus Körner jetzt also Einspruch einlegen - will darauf aber nach eigenen Angaben verzichten. "Wir hatten unseren Spaß und der Landesverband bekommt seinen Willen", sagte Vereinspräsident Torsten Fischer. Für ihn komme der Ausschluss nicht überraschend. Denn trotz Warnung vom Verband haben die Körnerschen Narren Anfang Juli den Sommerfasching durchgezogen und drei Tage lang gefeiert.

Für Verbandschef Christoph Matthes war das ein klarer Satzungsverstoß und deshalb unverzeihlich. Karneval, Fasching oder Fastnacht gehören wie Ostern und Weihnachten zum christlichen Jahreskreis und können laut Verbandssatzung nicht einfach mit demselben Namen hinter den Aschermittwoch verschoben werden. Die Körnerschen bezeichnen das als Theater, das die Vereine spalte. Zumal Karnevalsvereine in Sachsen und Sachsen-Anhalt in diesem Jahr ebenfalls Sommerkarneval feierten - und niemand ausgeschlossen wurde.

Verbandschef: "Schweres sportliches Faul"

Verbandspräsident Christoph Matthes nannte das Vorgehen der Körnerschen Karnevalisten "leider etwas zu überengagiert" und sprach von einem "schweren sportlichen Foul". Vize-Präsident Daniel Sauer sagte, es sei schade, einen solchen Verein zu verlieren.

Der Körnersche Carnevalsverein hatte nach eigenen Angaben den Sommerfasching wegen der Corona-Situation durchgeführt. Begründet wurde das damit, dass es besonders für die Kinder wichtig sei, wieder auf die Bühne zu kommen und dafür trainieren zu können. Nun werden die Körnerschen Karnevalisten wegen Brauchtums- und Satzungsbruch zur Rechenschaft gezogen.

Ohne Mitgliedschaft keine Förderung

Eine Mitgliedschaft im Landesverband bedeutet automatisch auch die Mitgliedschaft im Bundesverband. Damit erhalten die Vereine zum Beispiel Nachlass auf Gema-Beiträge und günstige Versicherungskonditionen.

Außerdem bieten Landes- und Bundesverband Fördermöglichkeiten an. Bei einem Ausschluss würden die Körnerschen Karnevalisten auf diese Vergünstigungen verzichten müssen. Der Körner Karnevalisten freuen sich auf den 11.11. , wenn es wieder heißt "Körner Schlamm Schlamm" auch ohne Vorteile bei Gema-Gebühren oder Versicherungen.

MDR (fra)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 02. August 2022 | 13:00 Uhr

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