Kloster Anrode 400 Kinder und Erwachsene feiern deutsch-ukrainisches Fest

Seit Kriegsbeginn sind zehntausende Menschen aus der Ukraine nach Thüringen gekommen - auch nach Anrode im Unstrut-Hainich-Kreis. Allein im Anröder Orteil Bickenriede wohnen mehr als 50 Geflüchtete. Auch deshalb entstand die Idee, den ukrainischen Flüchtlingen einen unbeschwerten Tag zu bereiten und den Austausch zwischen Deutschen und Ukrainern zu fördern.

ganz viele Menschen auf einem Fest mit einer Hüpfburg
Aus der ganzen Umgebung kamen die Gäste, um gemeinsam den Tag zu genießen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Eine Hüpfburg, eine Kistenrollenbahn, eine Bastelstation, das Theater 3K mit mehreren Spielstationen. Die Wiese hinterm Kloster Anrode war am Sonntag voller Überraschungen: ein Theaterstück, Kinderschminken, Jagdhornbläser, Stockbrot backen über dem Lagerfeuer. Die Feuerwehr Bickenriede lud zu kleinen Rundfahrten ein.

Kinder, die Wagen mit Plüschtieren ziehen
Die Theaterwerkstatt 3K veranstaltete für die Kleinen ein Hunderennen auf Rädern. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Ehrenamtliche verwöhnten mit Waffeln, Bratwurst und Limonade. Dazu gab es Borschtsch, die bekannte Suppe, und Wareniki, gefüllte Teigtaschen, ebenfalls ein Nationalgericht aus der Ukraine. Mascha, Tanja und Halja hatten 1.000 Stück zubereitet. Nach wenigen Minuten waren sie schon weg. Die drei Frauen gehören zu den insgesamt 17 Flüchtlingen, die seit einigen Wochen im alten Försterhaus des Klosters wohnen. Das deutsch-ukrainischen Kinderfest fand vor ihrer derzeitigen Haustür statt.

Blau-gelbe Erinnerungsfotos

Die anderen Gäste kamen unter anderem aus Faulungen, Dingelstädt, Küllstedt, Reiser und Lengefeld. Immer wieder holten sie die mitgebrachte ukrainische Flagge für Erinnerungsfotos heraus. Diese Fotos wollen sie nach Hause schicken; für die Männer und als Zeichen, dass die Heimat nicht vergessen ist.

ein Junge bekommt eine ukrainische Flagge aufs Gesicht gemalt
Auch der kleine Jaroslaw lässt sich das blaugelbe Symbol auf die Wange malen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Viele Emotionen beim Kennenlernen

Auch im Anröder Nachbarort Küllstedt leben inzwischen viele Ukrainer. Die Familie Bosold hat acht Geflüchtete, zwei Familien und eine Einzelperson, bei sich aufgenommen. "Wir gehen gemeinsam zu Behörden, wir trinken zusammen Kaffee, wir weinen und lachen zusammen", erzählt Yvonne Bezold. "Es ist ergreifend, diese Menschen zu begleiten. Es ist anders als in großen Städten; bei uns im ländlichen Raum sind sie nicht allein".

Viele Helfer und Sponsoren

Das Fest ist von vielen Helfern in Anrode vorbereitet worden. Als Bürgermeister Jonas Urbach zu Beginn die Gäste begrüßt, kann er gar nicht alle Angebote und Unterstützer aufzählen. Der Rotary-Club Mühlhausen, der Mühlhäuser Schlachthof, der Bäckerei Weck aus Bickenriede und viele Anröder Vereine haben die Finanzierung und die Organisation übernommen.

Flüchtlinge in Thüringen

MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Nachmittag | 22. Mai 2022 | 17:45 Uhr

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