Mitteldeutscher Omnisbustag in Gera Verkehrswende und Fachkräftemangel: Busbranche steht vor Herausforderungen

Die Busbranche steht vor zahlreichen Herausforderungen. In Gera haben sich die Dienstleister und Unternehmer der Bus- und Reisebranche aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt getroffen, um über Probleme zu sprechen.

Menschen warten auf einen Bus
In Mitteldeutschland suchen Busunternehmen vor allem Omnibusfahrer und -fahrerinnen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nicht nur wegen Corona steht die Busbranche vor zahlreichen Herausforderungen. Um über Probleme zu sprechen, haben sich die Dienstleister und Unternehmer der Bus- und Reisebranche aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wieder zum Mitteldeutschen Omnibustag in Gera getroffen.

So beklagt der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmen, dass der Nachwuchs fehlt - vor allem werden Omnibusfahrer und -fahrerinnen gesucht. Dabei sei der Beruf einer mit Zukunftschancen. "Wir stecken mitten in der Verkehrswende. Und wir sind ja auch, was die Bezahlung angeht, auf einem sehr, sehr guten Weg", sagte der Vorsitzende des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmen, Mario König.

Die Mobilität ist in aller Munde. Wir stecken mitten in der Verkehrswende. Und wir sind ja auch, was die Bezahlung angeht, auf einem sehr, sehr guten Weg.

Mario König, Vorsitzende des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmen

Allerdings: Die Hürden für einen Busführerschein sind hoch. Das müsse anders geregelt werden, sonst gingen die Fahrer verloren, heißt es aus dem Verband. Die Kosten für eine Ausbildung liegen derzeit bei rund 10.000 Euro. Zudem kann der Busschein bis auf wenige Ausnahmen erst ab dem 24. Lebensjahr gemacht werden. Für viele Interessenten, die sich gern schon nach der Schulzeit qualifizieren wollen, bedeutet dies, sie müssen warten.

 

Wie kann die Verkehrswende im ländlichen Raum gelingen?

Dabei werde der Nachwuchs für eine Verkehrswende dringend benötigt. Wenn mehr Menschen dazu animiert werden sollen, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen, braucht es allerdings ein attraktives Angebot. In Städten gibt es bereits vielfach ein entsprechendes Angebot mit Tram, Bus und Bahn. Doch auch der ländliche Raum müsse angeschlossen werden, lautet eine Forderung, die aus der Branche zu hören ist. Die privaten Unternehmen zeigen sich bereit dafür. Als Dienstleister sind sie jedoch auf die Aufträge der Landkreise oder kommunalen Träger angewiesen.

Derzeit fahren 24 Elektro-Busse in sieben Regionen in Thüringen - die wenigsten davon auf dem Land. Mario König hat es für sein Unternehmen in Bad Langensalza dennoch gewagt. Drei hat er bereits in seiner Flotte, ein vierter Elektro-Bus kommt im nächsten Jahr dazu. "Das ist schon für uns eine Investition in die Zukunft", so König. Doch dafür müsse viel investiert werden, und nicht jedes Unternehmen habe diese Möglichkeit. Zwar gibt es Fördergelder. Aber wie es aus der Busbranche heißt, bleibe dennoch ein hoher Eigenanteil zu bewältigen, während die Fahrpreise möglichst nicht steigen dürften.

Das ist schon für uns eine Investition in die Zukunft. Aber wir müssen es natürlich auch im Gleichklang sehen mit unseren Verträgen, die wir haben.

Mario König, Vorsitzende des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmen

Die Zukunft der Branche hängt auch an politischen Entscheidungen - eben über Fördermittel, die nicht allein vom Land, sondern auch vom Bund kommen müssten. Die Thüringer Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij (Linke) sieht großen Investitionsbedarf. "Da brauchen wir auch eine andere finanzielle Ausstattung für die Infrastruktur. Das werden wir mit den jetzigen Regionalisierungsmitteln nicht vollführen können", sagte sie.

Da brauchen wir auch eine andere finanzielle Ausstattung für die Infrastruktur. Das werden wir mit den jetzigen Regionalisierungsmitteln nicht vollführen können. Das wird nicht ausreichen.

Susanna Karawanskij, Thüringer Infrastrukturministerin (Linke)

Corona-Pandemie belastet Branche

Die Pandemie belastet die Reise- und Busunternehmer noch deutlich. Hätte es keine Hilfspakete gegeben, wären viele vermutlich laut Verband nicht durch die Pandemie gekommen. In Thüringen hat aber bisher noch kein Busunternehmer Insolvenz anmelden müssen. Die Herausforderungen jedoch bleiben, wie auf dem Omnibustag in Gera deutlich wurde: Für die Teilnehmenden gilt es beispielsweise, das Vertrauen der Fahrgäste wiederzugewinnen, dass sie im öffentlichen Nahverkehr sicher unterwegs sind. Viele Fahrgäste hätten zudem ihre Gewohnheiten geändert, nachdem im Frühjahr 2020 das Angebot eingeschränkt war. Diese gelte es jetzt wieder zu überzeugen, auf den Bus umzusteigen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. November 2021 | 19:00 Uhr

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