Justiz Revision im "Jungsturm"-Verfahren: Angeklagter erneut zu Jugendstrafe verurteilt

Wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und verschiedenen Körperverletzungen stand ein Erfurter Fußballfan bereits 2021 vor Gericht. Auch im Revisionsverfahren wurde er nun verurteilt.

Polizeiliche Festnahme eines Jungsturm-Anhängers
Mitglieder der rechtsextremen Hooligan-Gruppe "Jungsturm" standen vor dem Landgericht Gera. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In einem Revisionsverfahren zum "Jungsturm"-Prozess ist der Angeklagte erneut zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Gera habe es als erwiesen angesehen, dass der Mann unter anderem Mitglied in einer kriminellen Vereinigung gewesen sei und sich zudem verschiedener Körperverletzungen schuldig gemacht habe, sagte ein Gerichtssprecher.

Gegen den Angeklagten sei deshalb eine Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verhängt worden, ausgesetzt zur Bewährung. Das Urteil ist nach Angaben des Gerichts rechtskräftig.

Im ursprünglichen "Jungsturm"-Verfahren war der Mann wegen dieser Tatvorwürfe Anfang 2021 noch zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt worden. Er hatte Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt, die an eine andere Kammer des Landgerichts Gera verwiesen wurde.

Körperverletzung und Landfriedensbruch

Insgesamt standen beim "Jungsturm"-Prozess in Gera vier Angeklagte vor Gericht. Die drei anderen Männer waren wegen ihrer Mitgliedschaft beim "Jungsturm" sowie gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch zu Haftstrafen von jeweils zwei Jahren und vier Monaten beziehungsweise zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Fußballfans aus dem rechtsextremen Spektrum

Beim "Jungsturm" handelt es sich um eine Fan-Gruppierung aus dem Umfeld des FC Rot-Weiß Erfurt. Nach vormaligen Einschätzungen von Polizei und Staatsanwaltschaft sammeln sich dort gewaltbereite und auch rechtsgerichtete Fußballfans.

Das Landgericht hatte es in seinem Urteil aus dem Jahr 2021 als erwiesen angesehen, dass sich die vier Angeklagten in wechselnder Besetzung zu Schlägereien mit anderen Hooligan-Gruppen getroffen und Fans des FC Carl Zeiss Jena überfallen hatten, etwa 2018 und 2019 an den Bahnhöfen in Saalfeld und Gotha. Viele Anhänger der aktiven Jenaer Fanszene gelten als eher links eingestellt.

MDR (mm), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. August 2022 | 19:00 Uhr

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