Faeser fordert Distanzierung "Spirale der Gewalt": Maier sieht Greiz als Schwerpunkt bei Corona-Protesten

Nach den Protesten in Greiz, bei denen auch Polizisten verletzt wurden, sieht Thüringens Innenminister Georg Maier die Stadt als Schwerpunkt für teils aggressive Gegner der Corona-Politik. Bundesinnenministerin Faeser forderte von den Demonstranten eine stärkere Abgrenzung zu Rechtsextremen.

Polizisten und Teilnehmer stehen sich am Abend gegenüber.
Polizisten und Demonstranten am Samstagabend in Greiz Bildrechte: dpa

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sieht angesichts gewalttätiger Proteste gegen die Corona-Regeln am Samstagabend in Greiz die ostthüringische Stadt als Schwerpunkt für teils aggressive Gegner der Corona-Politik. Die regelmäßigen als "Spaziergänge" deklarierten Proteste lockten zunehmend Gewalttäter aus den umliegenden Bundesländern an, sagte Maier am Sonntag der Deutschen-Presse-Agentur.

Maier: Proteste in Greiz zeigen Gewaltpotenzial

Man merke eine Spirale der Gewalt, die immer radikaler werde, so Maier weiter. Die Ereignisse in Greiz hätten das Gewaltpotenzial bei Teilen der Protestierenden gezeigt. "Es ist eine Form von Gewalt ausgeübt worden, die schwerste Verletzungen in Kauf genommen hat", sagte er. "Pyrotechnik gegen Einsatzkräfte zu werfen, ist keine Bagatelle, das ist ein schwerer körperlicher Angriff."

Er hoffe, dass die Gewalt von Teilen der Protestteilnehmer nun auch jenen Menschen die Augen öffne, die als "normale Bürger" bei derartigen "Spaziergängen" mitliefen. Den Beamten vor Ort gelte sein Dank, sagte Maier. Die Einsätze gegen unangemeldete Corona-Proteste am Samstag in Thüringen wertete er als Erfolg. "Wir konnten landesweit fast alle Aufzüge unterbinden."

Bundesinnenministerin fordert Abgrenzung zu Rechtsextremen

Die neue Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) forderte von den Teilnehmern an Protesten gegen die Corona-Regeln eine stärkere Distanz zu Rechtsextremisten. Die SPD-Politikerin sagte der Funke Mediengruppe, Extremisten versuchten die Protest-Bewegung zu durchsetzen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen.

Kritik an den Protesten in Greiz übte auch der innenpolitische Sprecher der Linke-Fraktion im Landtag, Sascha Bilay. Er nannte das Verhalten der Protestierenden beim Kurznachrichtendienst Twitter "absolut inakzeptabel" und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung.

Mehrere Strafverfahren bei Corona-Protesten in Greiz

Am Samstagabend waren laut Polizei bis zu 1.000 Protestierende durch das Greizer Stadtgebiet gezogen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Zu Auseinandersetzungen kam es, als die Polizei den Versuch mehrerer kleiner Gruppen verhinderte, sich zu einem Aufzug zu formieren.

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN warfeb Demonstranten Böller, Flaschen und Eier auf die Beamten. Die setzten daraufhin Pfefferspray ein. Nach Polizeiangaben wurden 14 Beamte verletzt, Angaben zu verletzten Demonstranten gab es nicht. Die Polizei leitete unter anderem 47 Ordnungswidrigkeits- und 44 Strafverfahren ein. 108 Platzverweise wurden erteilt.

Polizeifahrzeuge sperren eine Straße ab.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot in Greiz im Einsatz. Bildrechte: dpa

Quelle: dpa/MDR(jw)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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