Unterkunft Flüchtlinge in Greiz leben nicht mehr in Zelten

In Greiz waren zunächst rund 50 geflüchtete Menschen in Zelten untergebracht, weil es nicht genug Wohnraum gab. Daran gab es Kritik. Die Flüchtlinge sind nun in einer Gemeinschaftsunterkunft untergekommen. Doch der Kreis will nun einen Aufnahmestopp für neue Flüchtlinge verhängen.

Liegen mit Matratzen stehen in einem Unterkunftszelt auf einer Wiese auf dem Gelände einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge.
Liegen mit Matratzen in einem der Zelte, in denen Flüchtlinge in Greiz leben mussten. Bildrechte: dpa

Auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft in Greiz sind inzwischen keine Flüchtlinge mehr in Zelten untergebracht. Das bestätigte eine Sprecherin des Landratsamtes. Die Flüchtlinge seien, wenn auch beengt, in der Gemeinschaftsunterkunft untergekommen.

Nun gehe es darum, dass die Frauen, Männer und Kinder aus der Unterkunft in Wohnungen umziehen könnten. Zunächst waren 50 Menschen in den Zelten untergebracht, danach waren es noch 25. Das hatte der Landkreis damit begründet, dass die Kapazitäten an Wohnraum im Kreis erschöpft seien.

Am 24. Oktober will der Landkreis laut Sprecherin einen vorläufigen Aufnahmestopp für Flüchtlinge verhängen. Der Wartburgkreis und die Stadt Gera hatten bereits einen Aufnahmestopp verhängt.

Unterkunftszelte stehen auf einer Wiese auf dem Gelände einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge.
Unterkunftszelte neben einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Greiz. Dort lebten zeitweise Dutzende Flüchtlinge. Bildrechte: dpa

Kritik an Unterbringung in Zelten

Die Fraktion der Linken im Landtag hatte zuvor die Unterbringung in Zelten kritisiert. "Das ist nicht nur angesichts der fallenden Temperaturen ein Skandal", teilte der migrationspolitische Sprecher der Fraktion, Patrick Beier, am Donnerstag mit. Die Landrätin habe die Pflicht, dafür zu sorgen, dass geflüchtete Menschen in den Unterkünften des Kreises in einem schützenden und fördernden Umfeld leben könnten.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Mario Voigt, wies die Kritik zurück: "Der eigentliche Skandal ist, dass die Landesregierung immer mehr Flüchtlinge aufnimmt und zusätzliche Aufnahmeprogramme plant, ohne dabei den Kommunen ansatzweise zur Seite zu stehen", teilte er mit. Ein realistischer Blick auf die Kapazitäten des Freistaates sei nötig, "damit die Landräte erst gar nicht zu solchen Notlösungen getrieben werden".

Die Armeezelte hatte die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) nach eigenen Angaben selbst organisiert.

Landkreise bei Flüchtlingsunterkünften am Limit

Die Thüringer Landkreise beklagen sich seit längerem, dass bei der Unterbringung der Ukraine-Flüchtlinge die Kapazitätsgrenzen erreicht seien. Bis zum Ende des Jahres werden weitere Menschen, Asylbewerber wie auch Geflüchteten aus der Ukraine, in Thüringen erwartet.

MDR (dpa/rom)

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Oktober 2022 | 18:00 Uhr

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