Tarifkonflikt Warnstreik an Uniklinik Jena - Teilnehmer kapern Faschingsauftakt

Die Mitarbeitenden des Universitätsklinikums Jena haben am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. Rund 100 Menschen kaperten den Karnevalsauftakt auf dem Marktplatz.

Mitarbeitende streiken mit Warnwesten und Flaggen vorm Universitätsklinikum Jena
Mit Warnwesten und Flaggen sind die Beschäftigten am Universitätsklinikum Jena in den Warnstreik getreten. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Am Uniklinikum Jena hat am Donnerstagmorgen ein Warnstreik begonnen. Laut Gewerkschaftsangaben soll der Ausstand mit der Spätschicht enden. Hintergrund sind die bislang ergebnislos verlaufenden zwei Verhandlungsrunden im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes. Wegen des Streiks wurden Untersuchungs- und Behandlungstermine teilweise abgesagt. Notfälle werden versorgt. Das gewährleistet eine mit der Gewerkschaft abgeschlossene Notdienstvereinbarung, so eine Kliniksprecherin.

Nicht abgesagte Termine an Uniklinik werden eingehalten

Alle Patienten, deren Termin am Donnerstag am Uniklinikum nicht abgesagt wurde, sollen kommen. Die Gewerkschaft rechne mit einer hohen Streikbereitsschaft der Beschäftigten, sagte ein Sprecher MDR THÜRINGEN. Nach eineinhalb Jahren harter Arbeit während der Corona-Pandemie sei das mehr als gerechtfertigt, so die Streikenden. Es brauche diesen finanziellen Anreiz, sagte eine Schwester, um zu verhindern, dass nicht noch mehr Beschäftigte aus dem Beruf aussteigen - und um junge Leute dafür zu begeistern. Letztlich gehe es um bessere Arbeitsbedingungen für alle.

Mitarbeitende des Universitätsklinikums Jena und Karnevalisten auf dem Markt in Jena
"Bei uns ist immer Karneval", sagten die Streikenden in Jena. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Streikende kapern Karnevalsauftakt auf dem Jenaer Markt

Nachdem der Streik am Morgen mit etwa 150 Teilnehmern vor dem Universitätsklinikum begonnen hatte, kaperten die Streikenden um 11.11 Uhr auf dem Marktplatz in Jena den Karnevalsauftakt. Rund 100 Menschen in gelben Streikwesten zogen mit Trillerpfeifen und Konfetti die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Unter dem Motto "Bei uns ist immer Karneval" demonstrierten sie für die Durchsetzung ihrer Forderungen im Tarifstreit des Öffentlichen Dienstes.

Mehrere Gewerkschaften verhandeln seit rund vier Wochen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Sie fordern für die mehr als eine Million Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich. Für die Mitglieder im Gesundheitswesen monatlich 300 Euro mehr - und für Auszubildende und Praktikanten 100 Euro mehr. Verhandelt wird wieder am letzten Novemberwochenende.

Quelle: MDR THÜRINGEN/the, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 11. November 2021 | 08:00 Uhr

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