Arbeiterwohlfahrt Nach Gehälteraffäre: Neuer Vorstand im Awo-Kreisverband Saale-Holzland

In der Gehälter-Affäre bei der Awo Thüringen war auch deren Kreisverband Saale-Holzland in die Kritik geraten. Seit Monaten läuft ein Prüfverfahren gegen den Kreisverband. Seit Freitag hat der nun einen neuen Vorstand.

Vor einem Gelben Haus stehen mehrere Autos. - AWO Kreisverband Saale-Holzland
Geschäftsstelle des Awo-Kreisverbandes Saale-Holzland in Eisenberg Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

Der wegen einer Gehälteraffäre um seinen Geschäftsführer und zwei Vorstandsmitglieder in die Kritik geratene Awo-Kreisverband Saale-Holzland hat einen neuen Vorstand. Neuer ehrenamtlicher Vorsitzender ist Martin Bierbrauer. Er sei am vergangenen Freitag mehrheitlich auf einer Kreiskonferenz gewählt worden, teilte der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit. Er löst den bisherigen Vorsitzenden Klaus-Dieter Kunze ab, der dem Vorstand nicht mehr angehört. Ebenfalls nicht mehr in dem Leitungsgremium ist der bisherige Schatzmeister Hans-Peter Perschke.

Der Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Saale-Holzland und sein Geschäftsführer Ralf Batz auf dem AWO-Landesausschuss am 25.07.2020 in Oberhof
Klaus-Dieter Kunze (li.) und Ralf Batz auf dem Awo-Landesausschuss am 25. Juli 2020 in Oberhof Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rücktrittsforderung abgelehnt

Kunze und Perschke waren im vergangenen Jahr vom Landesvorstand zum Rücktritt aufgefordert worden. Grund waren bezahlte Tätigkeiten der Beiden für den Kreisverband. Kunze hatte als Gutachter auf Honorarbasis gearbeitet und 3.000 Euro monatlich bekommen. Perschke hatte Energiesparkonzepte für den Kreisverband erarbeitet und dafür 500 Euro monatlich erhalten.

Das stellte nach Auffassung des Landesverbandes einen Verstoß gegen die Satzung der Awo Thüringen dar, wonach ehrenamtliche Führungskräfte der Awo nicht gleichzeitig geschäftliche Beziehungen mit den von ihnen geführten Awo-Gliederungen haben dürfen. Kunze und Perschke hatten die Forderung zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass die bezahlten Tätigkeiten vom Kreisvorstand - dem beide angehörten - genehmigt worden seien.

Landesverband leitete Prüfverfahren ein

Wegen dieser Vorgänge läuft seit Monaten ein Prüfverfahren des Awo-Landesverbandes gegen den Kreisverband. Dabei geht es auch um das Gehalt des Kreisgeschäftsführers Ralf Batz. Dieser hatte bis vor einigen Monaten für seine Tätigkeiten als Kreisgeschäftsführer und Chef einer Awo-Tochterfirma ein Jahresgehalt von rund 200.000 Euro bezogen. Dies verstieß laut Landesverband gegen den Awo Governance Kodex, in dem die maximal möglichen Gehälter definiert werden. Nach Einschätzung des Awo-Bundesverbandes wären maximal 115.000 Euro angemessen gewesen. Batz wurde entgegen der Forderung des Landesverbandes weiter beschäftigt, erhielt jedoch ab 1. Januar 2021 einen geringer dotierten Vertrag. Der Landesverband hatte die Entscheidung des damaligen Kreisvorstandes, Batz weiter zu beschäftigen, im Dezember kritisiert.

Petra Rottschalk
"Unterstützung für Kreisverband beim Aufarbeiten der Vorgänge": Awo-Landesvorsitzende Petra Rottschalk Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Prüfverfahren gegen den Kreisverband ist laut Landesverband noch nicht beendet. "Die Einhaltung aller verbands- und vereinsrechtlichen Regularien ist für uns nicht verhandelbar", erklärte die Awo-Landesvorsitzende Petra Rottschalk am Freitag. Der Landesverband werde den neuen Kreisvorstand "bei der Aufarbeitung der vergangenen Monate" unterstützen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 01. November 2021 | 07:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/bb998cc3-ebf1-41d4-b666-51beaa6e3efb was not found on this server.

Mehr aus der Region Jena - Apolda - Naumburg

Mehr aus Thüringen