Mensch-Tier-Bestattungen Mit dem Haustier ins Grab - auf dem Waldfriedhof bei Burgk

Porträt Stefanie Reinhardt
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die Beziehungen von Menschen zu ihren Haustieren sind oft sehr intensiv. Manche Tierbesitzer wünschen sich eine gemeinsame letzte Ruhestätte. Doch nur auf wenigen Friedhöfen dürfen sich Mensch und Tier ein Grab teilen. Auf dem Wald- und Naturfriedhof bei Burgk im Saale-Orla-Kreis ist das aber möglich.

Junge Frau mit Hund
Einige Tierbesitzer wünschen sich, auf ewig mit ihrem Tier "zusammen" zu sein. Bildrechte: imago/photothek

Mitten im Wald oberhalb der Bleilochtalsperre. Hier sind Bäume mit Nummern und Namensschildern versehen. Ein besonderer Ort, sagt Friedhofsleiterin Nina Burjakow. "Das ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde." Sie spüre die Verbundenheit der Menschen aus der Gegend.

großes Holzkreuz an einem breiten Weg in Waldnähe.
Den Baum aussuchen oder sogar selbst pflanzen - als eigene künftige Grabstätte - das geht hier nicht nur für Mensch, sondern auch für Mensch und Tier. Bildrechte: MDR/Steffi Reinhardt

Viele Spaziergänger und Wanderer bleiben stehen. Der Natur- und Waldfriedhof hat Anfang September eröffnet. Auf vier Hektar Mischwald wachsen Eichen, Birken und auch eine Esskastanie. Alte und junge Bäume - gepflanzt nach dem Orkan Kyrill 2007. Das Stück Wald gehört Constantin Freiherr von Reizenstein, der mit seinem Familienbetrieb im bayerischen Naila und Issigau schon zwei Waldfriedhöfe führt.

Junger Mann, der mit seinem Hund in den Dünen sitzt
Treue Gefährten auch nach dem Lebensende... Bildrechte: imago/Westend61

An 647 Bäumen oder Findlingen können sich Menschen im Waldfriedhof bei Burgk bestatten lassen. Den Baum aussuchen oder sogar selbst als künftige Grabstätte pflanzen, sagt die Friedhofsleiterin, das geht hier nicht nur für Mensch, sondern auch für Mensch und Tier. Ein gemeinsames Grab, die Menschen fragen danach. "Ein Haustier hat einen großen Stellenwert", sagt sie. "Man verbringt Jahre miteinander. Da wird das Tier zum Familienmitglied."

Tierfriedhof
Klassischer Tierfriedhof - hier werden die Herrchen und Frauchen nicht mitbestattet. Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Im hinteren Teil des Friedhofs gibt es deshalb einen Bereich, wo sich Menschen mit ihren Tieren bestatten lassen können. "Wir haben uns dafür entschieden, weil sich nicht jeder vorstellen kann, neben einem Tier begraben zu werden", sagt Nina Burjakow. Aber: "Wen das nicht stört, der kann sich in diesem Abschnitt ohne Tier begraben lassen, gerade wenn ihm der Ort gefällt", sagt sie.

Plaketten an einem mannshohen Baumstumpf.
Der Wald- und Naturfriedhof bei Burgk im Saale-Orla-Kreis: Der Baum ist Grab. Jeder Baum hat eine Nummer, die durch einen Namen ersetzt werden kann. Um junge Bäume zu schützen, werden die Schilder an Robinien-Pfählen angebracht. Bildrechte: MDR/Steffi Reinhardt

Tierbesitzer können hier für sich und ihr Tier - egal welches - ein Gemeinschaftsgrab wählen. Bestattet werden dürfen die Tiere - so wie der Mensch auch - dann nur eingeäschert in einer biologisch abbaubaren Urne. Blumen dürfen nur zur Bestattung niedergelegt werden. Später nicht mehr. " Die Idee: So natürlich wie möglich zur Natur zurückkehren, sagt Nina Burjakow. "Zurück zum Ursprung."

Abschied nehmen können Angehörige am Grab und am Andachtsplatz, den es hier gibt - mit Bänken und einem Altar aus Holz und Blick in den Wald. Wie die Abschiedszeremonie für ihr Tier aussieht, können die Menschen selbst entscheiden.

Holzbänke vor einem Wald.
Auf dem Andachtsplatz kann man Abschied nehmen. Bildrechte: MDR/Steffi Reinhardt

"Mit Trauerrede und Musik." Fast alles sei wie beim Mensch auch möglich. Ein würdevoller Abschied für Mensch und Tier, soll es sein. Auf jeden Fall eng verbunden mit der Natur.

Quelle: MDR/ifl

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 21. November 2021 | 07:40 Uhr

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