Diskussion Umweltverbände fordern Ende des Gipsabbaus - Thüringer Firma besorgt um Geschäftsgrundlage

Die Forderung nach einem Ende des Gipsabbaus bis 2045 löst beim Krölpaer Baustoff-Hersteller Maxit Sorgen aus. Hier fürchtet man um seine Arbeitsgrundlage. Umweltverbände halten dagegen: Aus ihrer Sicht muss ein Umdenken in der Baubranche stattfinden. Zu oft landeten Gipsreste als Abfall auf Deponien.

Gipstagebau bei Pößneck im Herbst
Auch bei Pößneck im Saale-Orla-Kreis wird Gips abgebaut. (Archivbild) Bildrechte: imago images / CHROMORANGE

Der Baustoff-Hersteller Maxit aus Krölpa im Saale-Orla-Kreis kritisiert die Forderung von Umweltverbänden nach einem Ende des Gipsabbaus bundesweit. Der Abbaustopp von sogenanntem Naturgips bis 2045 entziehe dem Betrieb die Arbeitsgrundlage, sagte der stellvertretende Leiter im Bergbau Krölpa, Wolfram Lisker, MDR THÜRINGEN.

Andere Baustoffe wie beispielsweise Holz könnten den Gips nicht komplett ersetzen. Sogenannter REA-Gips - ein Abfallprodukt in Kohlekraftwerken - werde in Zukunft wegfallen. Damit bleibe der Bedarf an Naturgips hoch. In Krölpa werden jährlich rund 50.000 Tonnen REA-Gips verarbeitet.

Umweltverbände fordern Stopp von Naturgipsabbau bis 2045

Den Naturgipsabbau bis 2045 zu stoppen und ab sofort keine Genehmigung neuer Abbauflächen zu erteilen, hatten vier Verbände am Donnerstag gefordert. In einem gemeinsamen Positionspapier hatten sich die Verbände Grüne Liga, Naturschutzbund (Nabu), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Verband deutscher Karst- und Höhlenforscher (VdHK) und die Initiative Architects for Future (A4F) für ein Umdenken in der Baubranche ausgesprochen.

Hälfte des Naturgipses wird im Südharz abgebaut

Die Hälfte des Naturgipses in Deutschland wird demnach im Südharz abgebaut. Dies bedroht aus Sicht der Verbände die Artenvielfalt. Die Landschaft sei eine der artenreichsten Gebiete in Deutschland. Zudem lande ein großer Teil der Gipsprodukte als Abfall auf Deponien. Bärbel Vogel, Vorsitzende des Verbandes der Höhlen- und Karstforscher, sagte MDR THÜRINGEN, ein Gipskarst sei nicht renaturierbar, Höhlen seien es auch nicht.

Der Gipstagebau ragt hinter der Dorfkirche in Niedersachswerfen heraus
Der Naturgipsabbau im Südharz hinterlässt seine Spuren in der Landschaft, wie hier bei Niedersachswerfen. Bildrechte: dpa

So werde das geologische, biologische und archäologische Erbe der Menschheit im Karst unwiederbringlich vernichtet. Die Mehrheit der jährlich in Deutschland benötigten etwa zehn Millionen Tonnen Gips stammen aus Abbaugebieten im Südharz, also aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 08. Oktober 2021 | 15:30 Uhr

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