Energieeffizientes Bauen Der KfW-Förderstopp und die Folgen für Häuslebauer

Die KfW-Förderbank kündigte überraschend an, die Neubauförderprogramme für das Effizienzhaus/-gebäude 55 in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ersatzlos zu streichen. Bei allen, die aktuell den Neubau eines Hauses planen, löst diese Nachricht große Verunsicherung aus.

Ein Paar steht mirt einem Tablet/einem Foto auf einer leeren Fläche.
Kati Lehmann und Florian Müller fürchten, dass ihr Traumhaus ein Traum bleibt. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera

Es sind aufreibende Tage für Florian Müller und Kati Lehmann. Das Paar aus Neustadt (Orla) will ein Energiesparhaus bauen und gerät in das Förder-Hickhack der Bundesregierung.

Eigentlich sollte schon in ein paar Wochen Baustart sein für ihr Traumhaus. 130 Quadratmeter Wohnfläche, schlichtes Design, klimafreundlich. Ein Haus, das nur 55 Prozent der Energie eines Standardhauses verbraucht. Die staatlichen KfW-Fördermittel hatte das Paar fest in ihre Finanzierung eingeplant, mehrere zehntausend Euro.

Ein Paar steht mirt einem Tablet/einem Foto auf einer leeren Fläche.
Alles ist fertig geplant, ohne die Fördermittel droht der Traum zu platzen. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera

Förderung überraschend gestoppt

Doch vergangene Woche stoppte die Bundesregierung die Förderung für energieeffiziente Gebäude vorzeitig. Statt bis zum 31. Januar konnten nur noch Anträge bis zum 24. Januar eingereicht werden. Durch die hohe Antragsflut, so Wirtschaftsminister Robert Habeck, musste die Reißleine gezogen werden. Die fünf Milliarden Euro, die bis Ende Januar im Bundeshaushalt dafür vorgesehen waren, waren bereits Mitte des Monats ausgeschöpft.

Eine Katastrophe für viele Hausbauer, die fest mit den Fördermitteln gerechnet haben. Auch Florian Müller und Kati Lehmann traf die Entscheidung wie ein Schlag: "Für uns ist das wirklich eine Riesenkatastrophe. Wir müssen jetzt schauen, können wir das noch so realisieren", sagt Kati Lehmann.

Ein Paar steht mirt einem Tablet/einem Foto auf einer leeren Fläche.
Hier sollte in wenigen Wochen das Haus des Paares entstehen. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera

Am Dienstag nun kam vom Bund die Zusage, dass alle Bauherren, die ihre Anträge bis zum 24. Januar gestellt haben, Geld für ihre Energiesparhäuser bekommen.

Antrag einen Tag zu spät eingereicht

Das Paar aus Neustadt wird davon allerdings nicht profitieren – sie bzw. ihr Bauunternehmen hatte die KfW-Fördermittel erst am 25. Januar beantragt. Nach derzeitigem Stand gehen sie leer aus. "Wir sind fest von der Frist 31. Januar ausgegangen, das kann doch alles nicht wahr sein. Wir müssen nun ein großes finanzielles Defizit stemmen, nur weil wir einen Tag zu spät dran waren", so Florian Müller enttäuscht.

Er hat sowohl das Thüringer, als auch das Bundesbauministerium angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Die Bundesregierung verhandelt derzeit über Programme, die die bisherigen Förderungen ersetzen sollen. Florian Müller und Kati Lehmann geben die Hoffnung nicht auf – noch versuchen sie alles, damit ihr Traumhaus kein Traum bleibt.

MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Februar 2022 | 13:00 Uhr

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