Bürgerversammlung Dicke Luft in Gefell: Lkw-Fahrverbot wird nicht umgesetzt

Jeden Tag bis zu 1.500 Lastwagen, die durch den Ort fahren - das ist das Problem der Menschen in Gefell im Saale-Orla-Kreis. Seit Oktober sollte das eigentlich Geschichte sein, denn ein Lkw-Fahrverbot existiert. Trotzdem rollen weiter große Laster durch den Ort. Grund für die Bürgerinitiative, weiter aktiv zu sein.

Bürgerversammlung in Gefell im Saale-Orla-Kreis.
Wann wird die Belastung durch die Lkw endlich geringer? Die Einwohner wollten am Mittwochabend eine Erklärung vom Landrat. Bildrechte: MDR/Janine Egelkraut

Am Mittwochabend haben sich mehr als 100 Menschen im Feuerwehrhaus in Gefell versammelt, um ihrem Ärger über die Belastung Luft zu machen. Auch Landrat Thomas Fügmann (CDU) war bei der Versammlung. Er musste die Menschen um Geduld bitten, denn erst wenn alle Schilder an den Straßen in Bayern, Sachsen und Thüringen stehen, ist das Fahrverbot für Lkw in Kraft.

Ausschreibung für notwendige Verbotsschilder läuft noch

Der Auftrag für die Schilder hat einen Umfang von 165.000 Euro und ist europaweit durch das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr, Region Ost, ausgeschrieben worden, wie es aus dem Landratsamt heißt. Der Auftrag ist aber noch nicht erteilt.

LKW in extrem engen Straßen in einer Ortschaft
Jeden Tag fahren bis zu 1.500 Lastwagen durch Gefell. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Auch wenn das Lkw-Fahrverbot in Kraft ist, müssten die Fahrzeuge bei Bauarbeiten durch Gefell umgeleitet werden. Die nächste Baustelle an der A72-Anschlussstelle Töpen beginnt im Juni. Bis Jahresende ist deshalb kein "echtes" Fahrverbot in Sicht.

Aus dem Schleizer Landratsamt heißt es dazu wörtlich: "Unabhängig davon ist es wohl so, dass die tatsächliche Umsetzung der Tonnagebegrenzung der Ortsdurchfahrt Gefell erst um den Jahreswechsel umgesetzt werden dürfte."

Geplant sei, dass die Beschilderung während der Zeit der Sperrung aufgestellt, aber noch nicht in Kraft gesetzt wird. Das soll dann mit dem Ende der Sperrung erfolgen, so dass zu diesem Zeitpunkt dann die zunächst einjährige Testphase beginnt.

LKW in extrem engen Straßen in einer Ortschaft
Seit Oktober existiert eigentlich ein Lkw-Fahrverbot. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Bürgerinitiative will weiter Druck machen

Bei bis zu 1.500 Lastwagen am Tag liege die Belastung durch Lärm und Staub über den Grenzwerten, sagt Janine Egelkraut, die Sprecherin der "Bürgerinitiative für eine sichere und lebenswerte Stadt Gefell". Das sei schon vor Jahren festgestellt worden. Lkw-frei wird Gefell auch mit einem Fahrverbot nicht, denn Lieferverkehr für Betriebe und Geschäfte darf weiter durch die Stadt rollen - allerdings wären das nur an die 150 LKW am Tag, schätzt die Bürgerinitiative.

LKW in extrem engen Straßen in einer Ortschaft
Die Bürgerinitiative will diese Situation nicht mehr akzeptieren. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. Mai 2022 | 08:00 Uhr

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