Inflation "Kaufe nur das Preiswerteste": Preise für Schulbedarf steigen

Eltern müssen in Thüringen auch für den Schulbedarf einiges mehr bezahlen. Aber die Preise sind nicht für alle Materialien gleich stark gestiegen. Und nicht überall sind Hefte, Blöcke und Zeichenpapier teurer geworden.

Mehr als 150 Euro für Hefter, Blöcke, Stifte, Radiergummis, aber auch für das Laminieren der Schulbücher. So viel schätzt eine Geraer Mutter von vier Kindern, die die sechste und siebte Klasse bzw eine Berufsschule besuchen, hat sie dieses Mal ausgegeben. "Vergangenes Jahr hatte ich noch die Wahl, welche Produkte ich kaufe", sagt die alleinerziehende Frau. Das sei dieses Mal nicht mehr der Fall. "Ich kaufe jetzt das, was am preiswertesten ist."

Und nimmt dabei in Kauf, dass die Produkte eine schlechtere Qualität haben und schneller kaputt gehen - und sie nachkaufen muss. Schulbücher leiht sie schon seit mehreren Jahren aus: "Trotzdem sind die Schulmaterialien jedes Jahr ein großer Posten im Portemonnaie", erklärt sie.

Schulmaterialien mit Papier und Pappe besonders teuer

Birgit Käßner kann die steigenden Preise für Hefter, Zeichenpapier und Blöcke nur bestätigen. Im Spiel- und Schreibwarengeschäft Döpel in Neustadt an der Orla, in dem sie arbeitet, machen Schulmaterialien einen wichtigen Teil des Umsatzes im Sommer aus. "Teurer wurde vor allem alles, was mit Papier zu tun hat", erklärt sie. Zum Beispiel Blöcke, Schulhefte, Schnellhefter aus Pappe.

Teurer wurde vor allem alles, was mit Papier zu tun hat.

Birgit Käßner Spiel- und Schreibwarengeschäft Döpel

Die Preise dafür stiegen wesentlich stärker als die knapp 14 Prozent, welche das Statistische Bundesamt vor wenigen Tagen vermeldete. Die Statistiker hatten vor wenigen Tagen diese Entwicklung mit Zahlen untermauert: Demnach stiegen in Deutschland die Preise für Schulhefte im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 14 Prozent - und damit fast doppelt so stark wie die allgemeine Teuerungsrate in Thüringen, die im Juli bei 7,6 Prozent lag. Stifte, Farbkästen, Füller oder Füllerpatronen wurden im deutschlandweiten Vergleich dagegen nur um 4,7 Prozent teurer.

In Thüringen wurden Zeichenmaterialien und Schreibwaren im Vergleich zum Juli 2021 rund zwölf Prozent teurer. Das Statistische Landesamt führt die Teuerungen hierzulande detailliert auf:

  • Druckerpapier plus 19 Prozent
  • Schulheften und Zeichenblöcken plus 17 Prozent
  • Füller plus 15 Prozent
  • Aktenordner, Locher oder andere Büroartikel plus 15 Prozent
  • Schulranzen und Schulrucksäcke plus 2,5 Prozent

Grund seien anhaltende Papierknappheit und steigenden Kosten für die Papierproduktion.

Eine Erstklässlerin bekommt Schulmaterialien in ihren Ranzen gesteckt
Vor allem die Schulmaterialien aus Papier oder Pappe sind teurer geworden (Symbolfoto). Bildrechte: dpa

Kunden zeigen Verständnis über erhöhte Preise

Birgit Käßner bekräftigt das: Teurer seien die Schulmaterialien ungefähr mit Beginn des Krieges in der Ukraine geworden. Zuerst sei das Kopierpapier fast um die Hälfte teurer geworden, dann die Schulmaterialien. Doch Preise für die Schnellhefter aus Plaste, Füller oder andere Stifte stiegen bisher weit weniger stark an.

Die Preise musste das Ostthüringer Spiel- und Schreibwarengeschäft an die Kunden weitergeben. "Anders können wir nicht reagieren", sagt Käßner. Größere Beschwerden von Kunden hat sie bisher jedoch nicht erlebt. Diese hätten in aller Regel Verständnis, weil aktuell einfach alles teurer werde.

Nicht überall steigen Preise für Schulmaterialien

Doch nicht überall sind die Preise für die Schulmaterialien gestiegen. Regina Wersig, die mit ihren Mann ein gleichnamiges Geschäft für Bürogroßhandel und Zeichenbedarf in Weimars Zentrum betreibt, erklärt, dass sie Schulmaterialien bisher überwiegend nicht teurer einkaufen musste. Sie kaufe seit langer Zeit direkt beim Hersteller ein. Doch Wersing vermutet, dass die Teuerungen für Hefter, Blöcke und Stifte erst noch kommen werden.

Für die Mutter aus Gera sind die Schulmaterialien dabei nur ein kleiner Teil der zusätzlichen Ausgaben vor dem neuen Schuljahr. Sie benötigt eigentlich auch noch neue Schuhe für den Sportunterricht, Sportkleidung oder einen neuen Ranzen.

Und unabhängig davon seien die Ausgaben für das Frühstück ihrer Kinder, also etwa für Brot, Butter, Milch, besonders stark angestiegen. Das Schulessen hat sie für die zwei Kinder inzwischen abgestellt und kocht selbst - auch wegen der monatlich 150 Euro für beide Kinder.

MDR (rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. August 2022 | 19:00 Uhr

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