Strengere Regeln Hildburghausen: Gaststätten wegen Corona zu - Was sagen Gastronomen?

Seit die neue Corona-Allgemeinverfügung im Landkreis Hildburghausen gilt, müssen Restaurants und Gaststätten dort geschlossen bleiben. Ein weiterer Schlag für die Betriebe, die schon seit Monaten unter der Corona-Krise leiden.

Gastronom
"Im Burghof steckt mein ganzes Herz", sagt Gastronom Satwinder Singh. Aufgeben weill er nicht - trotz der Zwangspause wegen der hohen Infektionszahlen. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Der Landkreis Hildburghausen hat seit Wochen mit hohen Infektionszahlen zu kämpfen. Derzeit liegt die Inzidenz bei 1.690. Nirgendwo in Deutschland ist dieser Wert aktuell höher. Auf Anweisung des Landes musste der Landkreis Anfang dieser Woche strengere Corona-Regeln erlassen. Die neue Allgemeinverfügung verlangt unter anderem die Schließung von Restaurants und Gaststätten. Damit fällt für die Gastronomen aller Voraussicht nach das wichtige Geschäft rund um Weihnachten und die Feiertage aus.

"Blankes Chaos" und Kampf ums Überleben

Martin Kahle, Inhaber vom Schnitzelhaus in Crock in der Gemeinde Auengrund, nennt die Situation ein "blankes Chaos". Bei ihm waren für die kommenden Tage und Wochen schon zahlreiche Reservierungen eingegangen, sodass er dementsprechend Lebensmittel eingekauft hat. Vieles davon wird jetzt wohl oder übel in der Tonne landen.

Was ihm bleibt, ist auszuliefern. Das sei allerdings nicht mehr als eine "Beschäftigungstherapie". Seiner Erfahrung nach decken die Lieferungen meist noch nicht einmal die Kosten.

Gasthus Schützenhof
Auch das Gasthaus "Schützenhof" in Crock muss derzeit geschlossen bleiben. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Geschäft an den Feiertagen entfällt voraussichtlich

Satwinder Singh, der in Hildburghausen den Burghof führt, hatte für die Feiertage schon 129 Reservierungen. Ihn habe die Anordnung zur Schließung schockiert, wie er sagt. Wegen der bis zuletzt geltenden 2G-Regelung seien die Einnahmen schon vorher drastisch eingebrochen. "Aber immerhin gab es etwas Bewegung hier im Burghof."

Sonst bietet Singh im Dezember immer ein Weihnachtsmenü mit Gänsebrust, Entenkeulen und Wildschweinrücken an. Aufgrund der Unsicherheit hat er dieses Jahr von vornherein darauf verzichtet. "Ich habe versucht, immer nur kleine Einkäufe zu machen."

"Lieber 2G als ganz zu"

Auch bei Martin Kahle sind die Einnahmen seit Einführung der 2G-Regel spürbar eingebrochen. Trotzdem steht für ihn fest: "Lieber 2G als ganz zu". Er sei Gastronom aus Leidenschaft. Sich für einen Zwangsurlaub bezahlen zu lassen, empfinde er als unangenehm. Vor allem, weil er auch nicht davon ausgeht, dass die Gastronomie zuletzt noch ein großer Infektionstreiber gewesen sein kann.

Landrat gegen Schließungen - und für frühere Ferien

Auch Thomas Müller (CDU), Landrat in Hildburghausen, sieht die Schließung der Gastronomie kritisch: "Ob das zielführend ist, halte ich für fraglich". Wegen der Vorgaben des Freistaats sei der Landkreis jedoch dazu gezwungen worden. Die allermeisten Gastwirte hätten laut Müller mit vorbildlichen Hygienekonzepten gearbeitet und die 2G-Regeln eingehalten und kontrolliert. Zudem würden die Statistiken auch zeigen, dass ein Großteil der Infektionen in den Schulen passierten. Müller hätte sich daher einen anderen Ansatz gewünscht: "Ich wäre dafür gewesen, die Ferien vorzuziehen."

Aufgeben kommt nicht in Frage

Trotz allem möchte Martin Kahle nicht den Kopf in den Sand stecken: "Wir versuchen durchzuhalten, egal wie." Er hofft jetzt auf Unterstützung der Politik, um die Einbußen zu kompensieren. "Wir wollen uns nicht bereichern, wir wollen nur unsere Läden behalten." Auch Satwinder Singh aus Hildburghausen will nicht aufgeben: "Im Burghof steckt mein ganzes Herz."

In den vergangenen Tagen zeigt sich mit Blick auf die Infektionszahlen auch in Hildburghausen ein rückläufiger Trend. Ob der sich als stabil erweisen wird, ist ungewiss. So oder so werden sich die Gastronomen in Hildburghausen noch eine Zeit gedulden müssen, denn Öffnen geht nach aktueller Verordnung erst wieder, wenn der Inzidenzwert an sieben aufeinander folgenden Tagen unter 1.500 liegt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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