Landkreis Hildburghausen Verdacht auf Brandstiftung: Brennende Sprung-Matten zerstören Sprungschanzen

Ein Feuer hatte die Skisprungschanzen des SV Biberau zerstört. Die Polizei geht von Brandstiftung und einem Schaden von rund 70.000 Euro aus. Doch der Verlust für die Vereinsmitglieder liegt weitaus höher.

Skimatten auf einer Skisprungschanze bei Biberschlag brennen
Die Skisprungschanze in Biberschlag wurde von den Mitgliedern überwiegend in Eigenregie errichtet. Nun wird sie vorerst nicht mehr befahrbar sein. Bildrechte: Steffen Ittig

Lichterloh brannten die Skisprung-Kunststoffmatten im Auslauf der Sprungschanzen am Sonntagmorgen in Biberschlag im Landkreis Hildburghausen. Die Flammen schlugen kurz vor 8 Uhr meterhoch in die Höhe.

Laut dem Einsatzleiter der Feuerwehr brannte es kurz, aber heftig. Mit Tanklöschfahrzeugen konnte das Feuer innerhalb von zwanzig Minuten gelöscht werden. Die Experten der Kriminalpolizei gehen von Brandstiftung aus, hieß es am Montag. Ob diese vorsätzlich oder fahrlässig passierte, muss noch geklärt werden.

Skisprungschanzen stark beschädigt

Bei dem Feuer wurden die Kunststoffmatten und die darunterliegenden Metallgitter stark zerstört. Die betroffenen Skisprungschanzen im Roßbachtal sind vorläufig nicht mehr benutzbar.

Wie ein Sprecher des SV Biberau MDR THÜRINGEN sagte, muss der komplette Unterbau der Schanze erneuert werden. Der Sportverein geht von einem Schaden von mindestens 100.000 Euro Schaden aus. Am Montag schätzte die Polizei dann den Schaden auf 70.000 Euro.

Viel Eigenleistung der Mitglieder zerstört

Die insgesamt drei Schanzen im Tal haben Mitglieder des SV Biberau überwiegend in Eigenleistung errichtet. Erst in der vergangenen Woche war ein neuer Trainerturm eingeweiht worden.

Im vergangenen Jahr wurde die Beleuchtung an der Schanze erneuert. Die vom Land Thüringen geförderten Anlagen werden seit 2004 von den Athleten genutzt.

Skisprungschanze nach dem Brand.
Die Schanzenanlage nach dem Brand: Die nächsten Wettkämpfe müssen erst einmal woanders stattfinden. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Schülerwettkämpfe müssen verlegt werden

In dem Verein trainieren rund 50 Kinder Skisprung, Nordische Kombination und Skilanglauf. Vorerst ist ihnen im Skisprung die komplette Trainingsanlage genommen worden.

Alle drei Schanzen sind bis auf weiteres nicht nutzbar. Ein für kommendes Wochenende geplanter Schülerwettkampf wird voraussichtlich nach Zella-Mehlis verlegt. Um den Fall zu klären, sucht die Polizei jetzt Zeugen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

MDR (jw/rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 12. Juni 2022 | 15:30 Uhr

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