Technologie Ilmenau: Technische Universität forscht an 6G-Mobilfunkstandard

An der TU Ilmenau wird zum künftigen Mobilfunkstandard 6G geforscht. Mit vielfach höheren Datenraten soll künftig Echtzeitkommunikation möglich sein. Bis 2030 dauert die Einführung der sechsten Mobilfunkgeneration aber voraussichtlich noch.

An der Technischen Universität Ilmenau (TU) haben Forschungsarbeiten zum Mobilfunkstandard 6G begonnen. Wie die TU mitteilte, sollen in vier groß angelegten nationalen Forschungsverbünden Innovationen bei neuen Kommunikationstechnologien entstehen, etwa bei drahtloser Datenübertragung oder bei glasfaserbasierten Netzen.

An zwei dieser sogenannten Hubs ist die Technische Universität beteiligt. Sie will bei der Entwicklung von Mobilfunksystemen unter anderem den Fokus auf Energieeffizienz und Strahlenschutz legen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das bundesweite Projekt mit 250 Millionen Euro.

Echtzeitkommunikation als Ziel

Auf der ganzen Welt wird an den neuen Mobilfunkgenerationen geforscht. Die sechste Mobilfunkgeneration soll nicht nur die Möglichkeit bieten, größere Datenmengen zu transportieren, sondern sie soll Maschinen auch in Echtzeit miteinander kommunizieren lassen. Autos könnten beispielsweise mit der neuen Technologie "um die Ecke sehen".

Echtzeitkommunikation ist eine wichtige Grundlage bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens, aber auch essentiell in der Telemedizin, mit der schon jetzt viele Menschen im ländlichen Raum versorgt werden. Ein weiteres Konzept der 5G/6G-Technologie sind die sogenannten Campusnetze. Dabei dreht es sich um eigene, autarke, in sich geschlossene Mobilfunknetze, innerhalb derer über Funk große Datenmengen übertragen werden können.

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Was ist 5G? 2 min
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5G ist der neue Mobilfunkstandard. Wir zeigen, worin er sich von LTE etc. unterscheidet.

Mo 25.02.2019 12:24Uhr 01:51 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/mobilfunkstandard-fuenf-g-kurz-erklaert100.html

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Hundertfach schneller als 5G-Standard

Laut TU könnten Daten mit der sechsten Mobilfunkgeneration mehr als 100 Mal schneller übertragen werden als mit dem derzeitigen Standard 5G, bei gleichzeitig höherer Energieeffizienz, Ausfallsicherheit und Einhaltung von Strahlenschutzgrenzwerten. Während die 5G-Technologie theoretisch zwischen einem und 20 Gigabit pro Sekunde übertragen kann, sollen mit dem künftigen 6G-Mobilfunkstandard bis zu 1.000 Gigabit pro Sekunde - also einem Terabit - möglich sein. Zum Vergleich: Die aktuell noch weit verbreitete 4G-Technik erlaubt etwa 0,3 bis 0,5 Gigabit pro Sekunde. Zudem soll 6G deutlich geringere Reaktionszeiten (Latenzen) besitzen.

Eine Grafik zeigt die Geschwindigkeiten verschiedener Mobilfunkstandards.
Die Geschwindigkeiten von 4G, 5G und 6G im Vergleich (Grafik) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die tatsächliche Schnelligkeit ist allerdings von vielen Faktoren abhängig. Beispielsweise von der verwendeten Hardware, der Netzauslastung und dem Frequenzbereich. Noch niedrigere Reaktionszeiten im Milli- oder Mikrosekundenbereich sind dazu weniger für den Privatkunden relevant als etwa für die Industrie- oder die Verkehrstechnik.

6G-Technologie bis 2030

Die Entwicklung des 6G-Mobilfunkstandards steckt noch in den Kinderschuhen. Im Mobilfunk wird grob gesagt alle zehn Jahre ein neuer Standard marktreif - etwa 2030 könnte es so weit sein bei dem designierten 5G-Nachfolger.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 12. Oktober 2021 | 08:30 Uhr

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