Universität TU Ilmenau wird 30: Wie sich die Hochschule seit 1992 verändert hat

Vor 30 Jahren erhielt die Ilmenauer Hochschule den Status einer Technischen Universität. Seitdem hat sich nicht nur das Campusgelände vergrößert, auch das Lehrangebot und einzelne Forschungsbereiche sind gewachsen. Beim Festakt zum Jubiläum lag der Schwerpunkt auf den Innovationen der TU. Dennoch blickt die Universität auch Herausforderungen entgegen.

Humboldtbau der TU Ilmenau, zentrales Hörsaal- und Veranstaltungsgebäude.
30 Jahre TU Ilmenau: Ort für Festakt und Rückblick war der Humboldtbau, das zentrale Hörsaalgebäude auf dem Campus. Bildrechte: MDR/Lisa Wudy

Die mitten im Thüringer Wald liegende TU Ilmenau ist zwar im Vergleich zu anderen Technischen Universitäten in Deutschland mit ihren rund 5000 Studenten recht klein, dennoch weiß sie sich zu behaupten: durch interdisziplinäre und international ausgerichtete Lehre und Forschung. In den vergangenen 30 Jahren ist nicht nur das Campusgelände am Ehrenberg in Ilmenau gewachsen, sondern auch das Lehrangebot und einzelne Forschungsbereiche.

Vom Thüringischen Technikum zur Technischen Universität Die Anfänge der TU Ilmenau reichen mit der Gründung des Thüringischen Technikums ins Jahr 1894 zurück: Eduard Jentzen begründete damals die private Bildungseinrichtung für Maschinenbau- und Elektrotechnik-Ingenieure. 1895 entstand im Stadtzentrum von Ilmenau das Alte Technikum, der heutige Curiebau. 1953 wurde die Hochschule für Elektrotechnik gegründet. Drei Jahre später begann der Bau des Campus auf dem Ehrenberg in Ilmenau und die Hochschule wurde zur Technischen Hochschule. Schon in den Anfangsjahren fand der Bereich Informations- und Automatisierungstechnik Eingang in die Lehre. Nach der politischen Wende wurde die Technische Hochschule umstrukturiert und erhielt den Status als Technische Universität.

"Wechsel von DDR-Oberliga in die Bundesliga"

1992 wurde der damaligen Technischen Hochschule Ilmenau vom Thüringer Landtag der Status der Technischen Universität verliehen. "Dies war der Wechsel von DDR-Oberliga in die Bundesliga" - mit dieser Sportmetapher beschreibt der Präsident der TU Ilmenau, Kai-Uwe Sattler, den Statuswechsel von einer Hochschule zur Technischen Universität. Viele Altrektoren hätten in den vergangen 30 Jahren die Entwicklung der Universität geprägt, darunter auch die kürzlich verstorbene ehemalige Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski, erklärte Sattler in seiner Rede auf der Festveranstaltung am Mittwoch.

Als ein besonderes Ereignis der Universitätsgeschichte nannte Sattler die Gründung des Zentrums für Mikro- und Nanotechnologien (ZMN) 2002. Es ist das größte der insgesamt vier Technologischen Zentren der TU Ilmenau.

Auch das Thüringer Zentrum für Mobilität hob Sattler in seiner Rede hervor. Die Einrichtung ging 2011 aus der TU hervor und ist heute ein international renommiertes Wissenschafts- und Ausbildungszentrum für Mobilitätsforschung. Den Wandel der Automobilbranche unterstützt und gestaltet das Zentrum aktiv mit: Dort entwickelte hochautomatisierte Kleinbusse sollen noch in diesem Jahr den Bahnhof Ilmenau mit dem Campusgelände verbinden und in den öffentlichen Nahverkehr integriert werden.

Über 22.000 Studienabschlüsse bisher in Ilmenau

Seit 1992 hat sich nicht nur der Campus durch Sanierungsarbeiten und zahlreiche Neubauten verändert, auch das Studienangebot der TU Ilmenau hat sich erweitert. Neben den klassischen Ingenieursstudiengängen wurden beispielsweise auch Studiengänge im Bereich Medien und Wirtschaft eingeführt. Die interdisziplinären Verbindungen - besonders in den Bereichen Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik - würden den Universitätsstandort Ilmenau besonders machen, so Sattler.

In den vergangenen 30 Jahren hat die Universität insgesamt über 22.000 Studienabschlüsse vergeben, davon knapp 2.500 an internationale Studierende. Etwa ein Drittel aller Studierenden kommt aus dem Ausland, insgesamt seien 100 Nationen an der TU vertreten, so Sattler. Das sei eine große Stärke, fügte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bei der Festveranstaltung hinzu. "Denn in einer Zeit, wo Ausländerfeindlichkeit und Rassismus auf einmal spürbar ist, in einer solchen Zeit ist es für uns existenziell, ob wir mit der Normalität der Internationalität hier leben", so Ramelow. Der demographische Wandel würde sich auch in den Betrieben bemerkbar machen und auch deswegen sei es wichtig, an der Internationalität festzuhalten und diese zu fördern.

TU als größter Arbeitgeber im Ilm-Kreis

Seit 1992 haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Ilmenau über 750 Millionen Euro Drittmittel eingeworben, sagte Sattler. "Mit circa 24.000 Euro pro Jahr und Professur gehören wir zur Spitzengruppe deutscher Universitäten“, so Sattler weiter. Zudem sei die TU der größte Arbeitgeber im Ilm-Kreis und Innovationsmotor. Seit 1990 zählt die Universität über 220 Unternehmensausgründungen. Davon haben sich auch viele im nahen Umfeld der Universität angesiedelt.

Zudem könne die TU auf zahlreiche Forschungsaufträge von namhaften Unternehmen verweisen. Auch nach Ansicht des Thüringer Staatssekretärs für Hochschulen Carsten Feller leistet die Universität einen wichtigen Beitrag für die Wirtschaft im Freistaat. Mit ihren aktuell fast 50 Studiengängen bilde die TU das technische Personal für Thüringen aus, sagte er in Ilmenau.

Rückläufige Studierendenzahlen in Ilmenau

Sattler sagte, dass interdisziplinäre technologische Innovationen die großen Herausforderungen der Zeit lösen können. Die Voraussetzungen dafür seien in Ilmenau gegeben.

Allerdings sind die Studierendenzahlen in Ilmenau rückläufig. Anfang der 1990er-Jahre studierten in Ilmenau etwa 3.000 Menschen. Zwischenzeitlich stieg die Zahl sogar auf rund 7.000, in den vergangenen Jahren sank sie immer mehr. Im Wintersemester 2021/22 verzeichnete die TU nur noch rund 5.000 Studierende.

MDR (fra)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 05. Oktober 2022 | 19:00 Uhr

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