Bundeswehr "Grüner Tag" bei der Bundeswehr in Oberhof – auch Spitzensportler müssen in Uniform ran

MDR THÜRINGEN-Reporter Tino Geist
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Sommer, Sonne, Urlaub – nicht alle Thüringer Wintersportler können die Sommerpause ganz entspannt genießen, bevor das Training für den nächsten Weltcup-Winter wieder beginnt. Die meisten Spitzensportler sind bei der Bundespolizei, dem Zoll oder der Bundeswehr angestellt. Und das heißt: Auch sie müssen zur Ausbildung antreten.

Ein Ausbilder erklärt Sportsoldaten in Oberhof Handgriffe bei der Sanitätsausbildung.
Aufmerksam zuhören: Sportsoldatinnen und -soldaten bei der Sanitätsausbildung Bildrechte: MDR/Tino Geist

Für die beiden Stabsunteroffiziere Hannes Orlamünder und Paul Gubitz gings gleich nach der Saison vier Wochen lang zum Bundeswehr-Lehrgang. Eigentlich sitzen die beiden im Winter zusammen auf dem Rennrodel-Schlitten. Die Thüringer konnten als Doppelsitzer schon Weltcup-Luft schnuppern. Für die Feldwebelanwärter sind die Lehrgänge neben der Sport-Karriere Pflicht.

Die Rennrodler Hannes Orlamünder und Paul Gubitz bei einer Erste-Hilfe-Übung.
Meist sitzen sie zusammen im Rennschlitten, hier wird Erste Hilfe trainiert: Paul Gubitz bei der Versorgung des - vermeintlich - verletzten Hannes Orlamünder. Bildrechte: MDR/Tino Geist

Wenn es jetzt hier zum Beispiel um Erste Hilfe geht, dann ist das fürs Zivilleben genauso wichtig, wie im Militär oder bei uns im Sport. Deswegen finde ich, das ist immer eine schöne Abwechslung.

Hannes Orlamünder

Auch wenn sich die Athleten die meiste Zeit auf den Sport konzentrieren können, müssen die Laufbahnprüfungen bei der Bundeswehr bestanden werden. Und auch danach muss die Uniform ab und zu aus dem Schrank geholt werden. Das gilt auch für Athleten, die ihre aktive Karriere schon beendet haben und nun zum Beispiel als Trainer arbeiten. "Grüner Tag" oder "Grüne Woche" nennen das die Sportsoldaten.

Kombination aus Bundeswehr und Spitzensport

"Auch die Sportsoldaten müssen schießen können, sie müssen marschieren können. Sie machen den Basis-Fitnesstest. Sie haben die ABC-Ausbildung. Alles was grundlegend ist, müssen alle Soldaten können und natürlich dann auch jedes Jahr auffrischen und wiederholen", sagt Oberstabsfeldwebel Roland Metzner, der Leiter der Sportfördergruppe Oberhof, die in der Kaserne am Rennsteig ihr Zuhause hat.

Bob-Pilot Philipp Zielasko übt an einer Puppe Herzdruckmassage.
Bob-Pilot Philipp Zielasko übt an einer Puppe Herzdruckmassage. Bildrechte: MDR/Tino Geist

Und so kommt auch Hauptfeldwebel Alexander Rödiger nochmal in den Genuss der Sanitätsausbildung. Der erfolgreiche Bob-Anschieber hat seine aktive Karriere gerade erst beendet. Neben zweimal Olympia-Silber gab's für den Thüringer gleich mehrere Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Die Kombination aus Bundeswehr und Spitzensport hat für ihn gepasst: "Wir haben hier alle Möglichkeiten. Ob das Physiotherapie ist. Ob das die Trainingsmöglichkeiten sind. Die ärztliche Versorgung. Das Essen. Also alles was man braucht, um sich fit zu machen als Athlet hat man hier. Und dazu noch die Sicherheit, dass man auch sein Gehalt bekommt, um Sport auf hohem Niveau zu treiben", so Rödiger. Ob es für ihn auch als Trainer bei der Bundeswehr weitergeht, entscheidet sich noch. Möglich wäre das, aber die Stellen sind begrenzt.

Über 1.000 Medaillen in 65 Jahren

Zum Abschluss des Ausbildungstages geht es für die Soldaten noch auf einen Marsch. Wie passend, dass die Kaserne direkt am Rennsteig liegt. Übrigens gibt es die Kaserne schon seit 65 Jahren. Über 1.000 Medaillen haben die Athleten der Sportfördergruppe laut Kasernenleitung seitdem bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften geholt.

Bei den letzten Olympischen Winterspielen haben sich unter anderem Langläuferin Victoria Carl und Bob-Pilotin Mariama Jamanka in die lange Liste der Medaillengewinner eingeschrieben.

MDR (jw)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 28. Mai 2022 | 18:41 Uhr

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