Luftwaffe Kampfjets verursachten "Rhön-Knaller" - Bundeswehr klärt auf

Von einem lauten Knall sind in Südwest-Thüringen zahlreiche Menschen in der Nacht zu Samstag aus dem Schlaf gerissen worden. Ohne zu wissen, um was es tatsächlich ging, wurde anschließend über den Grund gemutmaßt. Im Internet gab es am Samstagmorgen unter anderem Spekulationen darüber, ob eventuell ein Meteorit über der Gegend verglüht sein könnte.

Ein Eurofighter im Flug.
Nicht zu sehen, aber umso mehr zu hören waren Eurofighter in der Nacht zu Samstag. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Der Grund ist jedoch ein anderer. Verursacher des Knalls waren nach Recherchen von MDR THÜRINGEN zwei deutsche Überschall-Kampfjets. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte, die beiden Eurofighter seien als sogenannte Alarmrotte im Einsatz gewesen. Deren Aufgabe ist es, den Luftraum über der Bundesrepublik Deutschland zu schützen und etwa Anschläge mit Flugzeugen wie am 11. September 2001 in den USA zu verhindern.

Eurofighter aus Bayern im Überschall-Flug

Konkret ging es in der zurückliegenden Nacht um eine zivile Passagiermaschine vom Typ Airbus A320. Der Bundeswehr zufolge war die Maschine aus der Türkei kommend in Richtung Nordrhein-Westfalen unterwegs, jedoch ohne Funk-Kommunikation. In solchen Fällen kann eine Entführung nicht ausgeschlossen werden.

Deshalb stieg von einem Fliegerhorst im bayerischen Neuburg an der Donau eine Alarmrotte der Luftwaffe auf. Beide Jets eilten dem Airbus hinterher. Dabei kam es um 2 Uhr herum im nördlichen Bayern, über der thüringischen Rhön und über Osthessen zu knallartigem Überschall-Lärm.

Nach weiteren Angaben des Luftwaffen-Sprechers ist der Vorfall mit dem Airbus glimpflich ausgegangen. Den Eurofighter-Piloten der Alarmrotte sei es gelungen, die zivile Maschine anzufunken. Anschließend sei der Passagierjet problemlos gelandet.

Auf Twitter entschuldigte sich die Luftwaffe dann für den Lärm:

Bürgerservice rund um den militärischen Flugbetrieb Bei Fragen oder Flugmeldungen können sich Bürger an das Luftfahrtamt der Bundeswehr wenden. Kontaktdaten, Sprechzeiten und notwendige Angaben zu Flugmeldungen, Anfragen und Beanstandungen finden Sie über den unten stehenden Link.

MDR (mm/dr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. August 2022 | 11:00 Uhr

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