Schmalkalden-Meiningen Turnhalle wird Flüchtlingsunterkunft - Landrätin wirft Landesregierung "völliges Versagen" vor

Ab Anfang 2023 sollen in einer Turnhalle in Schwallungen im Kreis Schmalkalden-Meiningen Flüchtlinge untergebracht werden. Die Landrätin macht der Landesregierung in Sachen Flüchtlingspolitik schwere Vorwürfe. Das Migrationsministerium weist diese allerdings zurück.

In einer Turnhalle werden Betten für ukrainische Flüchtlinge aufgebaut
Ab Mitte Dezember soll eine Turnhalle in Schwallungen hergerichtet werden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Schwallungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen soll ab Anfang kommenden Jahres eine Turnhalle als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden.

Nach Angaben von Landrätin Peggy Greiser (parteilos) können dort 160 Menschen aus der Ukraine untergebracht werden. Ab Mitte Dezember soll die Drei-Felder-Halle dafür vorbereitet werden. Für den Schul- und Vereinssport ist sie dann nicht mehr nutzbar.

Peggy Greiser
Landrätin Peggy Greiser fordert mehr zentrale Erstaufnahmeeinrichtungen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Landrätin fordert zweite Erstaufnahmeunterkunft

Greiser wirft der Landesregierung in Sachen Flüchtlingspolitik "völliges Versagen" vor. Die habe den Sommer "verschlafen" und für den Winter nicht die nötigen Vorbereitungen getroffen. Der bisherige Tiefpunkt sei in der vergangenen Woche erreicht worden, als das Landesverwaltungsamt 50 Flüchtlinge angekündigt habe, obwohl der Kreis einen Aufnahmestopp verhängt hatte.

Greiser forderte das Land auf, neben Suhl eine zweite Erstaufnahmeunterkunft an den Start zu bringen. Notfalls müsse dafür eigenes Personal eingestellt oder abgeordnet werden.

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Das Thüringer Migrationsministerium hat die Kritik der Landrätin zurückgewiesen. Dort sieht man bei der Aufnahme von Flüchtlingen weiterhin die Kreise in der Pflicht. Wie ein Ministeriumssprecher MDR THÜRINGEN mitteilte, hätte der Kreis Schmalkalden-Meiningen noch freie Kapazitäten.

In den landeseigenen Flüchtlingsunterkünften sieht das im Moment anders aus. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl leben bereits über 1.500 Menschen, eigentlich hatte das Ministerium gehofft, hier über Weihnachten nur 300 Menschen unterzubringen.

Tatsächlich werden aber weitere Plätze benötigt, doch die möglichen Unterkünfte in Eisenberg und Hermsdorf sind laut Landesverwaltungsamt noch nicht so weit. In Hermsdorf fehlt ein Betreiber - in Eisenberg müssen erst Container aufgestellt werden. Auf keinen Fall will das Land Flüchtlinge in Zelten unterbringen und setzt daher darauf, dass die Kreise zusätzliche geflüchtete Menschen unterbringen.

MDR (bee/co)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Dezember 2022 | 12:00 Uhr

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