Diskussion Jugendkonferenz des Kreises Sonneberg: Viele Erwachsene, drei Jugendliche

Auf der Kreis-Jugendkonferenz in Sonneberg wurde über das Thema Berufseinstieg diskutiert. Neben Vertretern aus Wirtschaft, Bildung und Verwaltung waren auch drei Jugendliche gekommen - sie wurden in der Diskussion aber außen vor gelassen.

Drei Jugendliche stehen vor einem Fenster.
Alissa, Madeline und Calvin haben an der Jugendkonferenz teilgenommen - und hätten gerne mehr mitdiskutiert. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Bei der Jugendkonferenz des Kreises haben am Dienstag in Sonneberg etwa 50 Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft und Bildung über die Situation junger Menschen im Landkreis diskutiert. Dabei ging es vor allem darum, wie Jugendlichen der Berufseinstieg gelingen kann.

Zu der öffentlichen Veranstaltung hatte das Kreisjugendamt eingeladen. Neben den zahlreichen Erwachsenen waren auch drei Jugendliche der Einladung gefolgt. Der 13-jährige Kreisschulsprecher Calvin, die 14-jährige Madeline, Schulsprecherin an der Sibylle-Abel-Schule in Sonneberg, sowie ihre Vertreterin, die 12-jährige Alissa.

Jugendamtsleiter: "Missstände nehmen zu"

Mehrere Vorträge mit vielen Zahlen und Statistiken von Vertretern des Jobcenters, der Arbeitsagentur und des Jugendamtes sollten illustrieren, dass sich die sozialen Missstände in den letzten Jahren verschärft haben und Redebedarf zwischen den Institutionen bestehe. So sei etwa die Zahl an Jugendlichen gestiegen, die in Obhut genommen wurden, berichtete der Jugendamtsleiter Stefan Müller. Auch gebe es einen stetigen Anstieg von Drogendelikten im Kreis. Außerdem litten immer mehr Kinder- und Jugendliche nachweislich unter psychischen Erkrankungen.

All das seien Entwicklungen, die sich auch negativ auf den Weg eines jungen Menschen von der Schule in den Beruf auswirken könnten. Einen Hinweis darauf gaben Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit: Ein Großteil junger, arbeitsloser Menschen im Kreis Sonneberg kann heute keine Berufsausbildung vorweisen. Auch das allseits bekannte Problem unbesetzter Ausbildungsstellen kam zur Sprache.

Laut der Industrie- und Handelskammer sind im gesamten Einzugsgebiet Südthüringen derzeit um die 500 Ausbildungsstellen unbesetzt. Mehrere Teilnehmer beklagten, dass die Kommunikation zwischen den Bildungseinrichtungen auf der einen, und der Handwerkskammer, sowie der IHK auf der anderen Seite, nicht gut genug funktioniere.

Diskussion - ohne die Jugendlichen

Für die drei Jugendlichen konnte der Eindruck entstehen, dass mit dem Blick auf sie einiges im Argen liegt. Das Thema Berufseinstieg beschäftige sie durchaus, erzählten sie. Das Gespräch ließ jedoch erahnen, dass sich in ihren individuellen Fällen keine großen Probleme anbahnten. Die beiden Mädchen erklärten, sie hätten schon konkrete Ideen, welchen Beruf sie nach der Schule erlernen wollen. Die 14-Jährige Madeline will Polizistin werden. Und wenn das nicht klappt, dann Bauzeichnerin.

Alissa könnte sich vorstellen, den Beruf der Ergotherapeutin zu erlernen: "Für mich muss es auf jeden Fall etwas Kreatives sein", so die Zwölfjährige. Die Art und Weise wie das Thema auf Jugendkreiskonferenz aufbereitet worden war, sei für sie wenig interessant gewesen, so die Jugendlichen. "Ich dachte, wir werden konkret befragt, wie wir auf den Berufseinstieg gucken oder uns darauf vorbereiten", sagt Alissa.

Es ging zwar um uns, aber irgendwie haben wir trotzdem keine Rolle gespielt.

Alissa (12)

Gut möglich, dass die drei engagierten jungen Menschen - unabhängig von ihrem persönlichen Fall - etwas zu der Diskussion hätten beitragen können. Zu ihrer Meinung wurden sie allerdings nicht befragt: "Es ging zwar um uns, aber irgendwie haben wir trotzdem keine Rolle gespielt", findet Alissa.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 27. April 2022 | 17:30 Uhr

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