Kugelmarkt Händler bleiben Weihnachtsmärkten fern - Lauscha feiert trotzdem

Die Stadt Lauscha steckt mitten in den Vorbereitungen für den diesjährigen Kugelmarkt. Am ersten und zweiten Adventswochenende kommen täglich bis zu 5.000 Besucher in die Stadt des Christbaumschmucks im Kreis Sonneberg. Doch in diesem Jahr wird es auf den Lauscher Straßen nicht ganz so eng zugehen.

Der Eingang des Weihnachtsmartes in Lauscha
Der Kugelmarkt in Lauscha im Kreis Sonneberg wird am ersten und zweiten Adventswochenende gefeiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Lauscha im Kreis Sonneberg - der Wiege des Christbaumschmucks - ist eigentlich das ganze Jahr über Weihnachten. In der Farbglashütte gibt es eine Weihnachtswelt mit einem riesigen Sortiment. Der neueste Schrei ist ein Adventskranz aus grünem Thüringer Waldglas. Glaskugeln und Baumschmuck in allen Varianten und Farben gibt es aber auch bei den vielen kleineren Herstellern direkt vor Ort zu kaufen.

Die Stadt steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für den Lauschaer Kugelmarkt. Der findet immer am ersten und zweiten Adventswochenende statt. "Bei gutem Wetter kommen pro Tag bis zu 5.000 Besucher", sagte Bürgermeister Norbert Zitzmann (pl) stolz.  

Zwei Drittel weniger Händler auf Weihnachtsmarkt

Doch in diesem Jahre wird es auf den Lauscher Straßen zum Kugelmarkt nicht ganz so eng zugehen. Normalerweise kommen von außerhalb immer um die 60 fliegende Händler, die das Sortiment auf dem Weihnachtsmarkt bereichern. "In diesem Jahr haben sich bis jetzt gerade mal 18 angemeldet", so Zitzmann.

Einige Stammhändler sind laut Zitzmann in den wohlverdienten Ruhestand gegangen und haben keinen Nachfolger gefunden. "Andere, die von sehr weit weg kommen und vielleicht eine Übernachtung brauchen, haben vielleicht kalkuliert, dass es sich nicht lohnt."

Außerdem sei nicht klar, ob die Menschen auf den Märkten nach all den Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie überhaupt noch Geld auf den Weihnachtsmärkten ausgeben.

Glasbläser: Zurück zu den Wurzeln

Der Kugelmarkt wird sich also wohl oder übel auf seine Wurzeln besinnen. "Natürlich sind unsere Glasbläser vor Ort und öffnen ihre Läden. Und sie werden ihr Handwerk auf den Straßen in den Verkaufsständen präsentieren", so Zitzmann. Der Bürgermeister glaubt daran, dass es auch in diesem Jahr ein wundervoller Kugelmarkt wird. Auch wenn ein Mützen-, Schal- oder Bratwurststand weniger zur Auswahl stehe.

"Vielleicht ist das auch eine Chance", sagte René Seifferth von der Farbglashütte. "So können wir uns noch mehr auf unser Handwerk präsentieren. Ob es den Sockenstand wirklich braucht? Ich glaube nicht." Die Leute kämen nach Lauscha, um den original mundgeblasenen Christbaumschmuck zu bewundern und vielleicht auch zu kaufen.

 

Kleine Städte - kleine Weihnachtsmärkte  

Andere kleine Weihnachtsmärkte wie der Nikolausmarkt in Zella-Mehlis oder der Herrscheklasmarkt Schmalkalden fahren von vornherein eine andere Linie. Die meisten Händler sind einheimische Gastronomen, die vor allem Glühwein, Bratwurst und weihnachtliche Leckereien anbieten.

Für Kinder und Familien gibt es ein kleines Programm. "Mehr ist auch gar nicht machbar", sagt Silvia Erdenberger von der Schmalkalder Stadtverwaltung. Händler mit Weihnachtssortiment könnten nur auf den großen Märkten wie Erfurt, Dresden, Nürnberg und vielleicht auch noch Suhl einigermaßen Umsatz machen.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. November 2022 | 19:00 Uhr

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