Wissenschaft Sonneberg als Forschungsstandort für Wasserstoff - Spatenstich bei HySon

Wasserstofftechnologie ist eine der großen Hoffnungen für die Energiewende. In Thüringen ist Sonneberg ein zentraler Standort für die Erforschung und Entwicklung neuer Wasserstofftechnologien. Anfang des Jahres hat sich dort das wirtschaftsnahe HySon-Institut für Angewandte Wasserstoffforschung gegründet. Diesen Freitag war Spatenstich für ein eigenes Institutsgebäude.

Mehrere Männer im Anzug und mit Bauhelm beim Spatenstich.
Spatenstich in Sonneberg: Dort wird das HySon-Institut gebaut. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Das neue Institutsgebäude entsteht in Sonneberg ganz zentral, auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Daran angegliedert wird eine große Forschungshalle gebaut.

Bisher waren die aktuell zwölf Mitarbeiter in Räumen der Industrie und Handelskammer Südthüringen untergebracht. Im neuen Gebäude wird es Platz für insgesamt 45 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen geben. Der Bau kostet sechs Millionen Euro. 3,1 Millionen Euro davon stammen aus Fördermitteln des Landes, den Rest zahlen die Träger selbst.

50 Partner forschen und arbeiten zusammen

Das HySon-Institut für Angewandte Wasserstoffforschung ist im Februar dieses Jahres aus einem Netzwerk von Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft hervorgegangen. Insgesamt sind es 50 Partner. Nach eigenen Angaben besteht ihr gemeinsames Ziel darin, die Lücke zwischen Forschung und Anwendung zu schließen.

Ziel: Marktfähige Produkte entwickeln

Bei der Überführung von Forschungsergebnissen in die Praxis tauchten oftmals kleinere Probleme auf, sagt Tobias Wätzel, der Wissenschaftliche Leiter des Instituts. Dann versuche das Institut gezielt und schnell Lösungen anzubieten. Ein weiterer Bestandteil ihrer Arbeit sei, das Wissen der Partner zusammenzuführen. "Wir wollen nicht nur über Wasserstofftechnologien reden, sondern zügig marktfähige Produkte und technische Lösungen entwickeln."

Aktuell arbeitet das HySon-Institut zum Beispiel an einem Beschichtungsverfahren für bestehende Erdgasleitungen, damit diese in Zukunft auch Wasserstoff transportieren können.

Ein Mann auf einem Baugelände.
Tobias Wätzel, Wissenschaftler Leiter des HySon-Instituts. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Sauerstoff interessant für medizinischen Bereich

Außerdem untersuchen die Wissenschaftler, wie der Prozess zur Gewinnung von Wasserstoff optimiert werden kann. Bei der Wasserstoffgewinnung durch Elektrolyse wird Wasser in seine zwei Bestandteile, Wasserstoff und Sauerstoff, zerlegt. Bisher wird letzter wie ein Abfallprodukt behandelt. Der dabei gewonnene Sauerstoff ist allerdings besonders rein und könnte daher auch im medizinischen Bereich weiter verwendet werden.

Neuer Standort für Institut für Wasserstoffforschung in Sonneberg
Hier wird gebaut: Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Sonneberg. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Weitere Mitarbeiter gesucht

Das Team im HySon-Institut für Angewandte Wasserstoffforschung sei ganz bunt, sagt Wätzel. Von Anlagentechnikern und Ingenieuren über Umweltwissenschaftler bis hin zu Soziologen sei alles dabei. Letztere untersuchen etwa die Akzeptanz neuer Wasserstofftechnologien.

Das neue Institutsgebäude soll bis 2022 fertiggestellt werden. Neue Bewerbungen, ob von jungen oder alten Kandidatinnen und Kandidaten, seien jederzeit willkommen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 27. August 2021 | 19:00 Uhr

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