Bundeswehr-Lieferung Haenel will Sturmgewehr überwiegend in Deutschland fertigen

Bisher hielt sich der Suhler Waffenhersteller C.G. Haenel bedeckt. Jetzt gab der neue Lieferant des Bundeswehr-Sturmgewehrs erste Informationen zur Produktion des "MK 556" bekannt.

Der Thüringer Waffenhersteller Haenel will das künftige Sturmgewehr der Bundeswehr überwiegend in Deutschland fertigen. Wie das Unternehmen am Montag in einer ersten öffentlichen Reaktion mitteilte, soll der deutsche Fertigungsanteil bei 90 Prozent liegen und der Wirtschaftsregion in Südthüringen zugutekommen.

Haenel, ein Tochterunternehmen des Jagd- und Sportwaffenherstellers Merkel, hatte sich in einem Bieterverfahren gegen den langjährigen Bundeswehr-Lieferanten Heckler & Koch aus Baden-Württemberg durchgesetzt. Aus Militärkreisen hieß es, die Haenel-Waffe sei leicht besser auf die Anforderungen zugeschnitten, aber deutlich wirtschaftlicher, sprich preisgünstiger.

Allerdings kamen auch Fragen auf, beispielswiese wie das Unternehmen überhaupt 120.000 Waffen des Modells "MK 556" produzieren will. Kritik gab es auch an den Eigentümerverhältnissen. Denn Merkel gehört der Caracal-Holding, einem Waffenhersteller in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Sitz des Waffenherstellers Merkel und C.G. Haenel in Suhl
Sitz des Waffenherstellers Merkel und C.G. Haenel in Suhl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Haenel sieht sich gerüstet

Haenel erklärte, als Teil der Merkel-Gruppe fertige man in einem "ebenso leistungsfähigen wie modernen Produktionsunternehmen mit hoher Fertigungstiefe". Insbesondere die Rohrfertigung als wesentlicher Faktor für hochwertige Qualität sei am Standort Suhl mit den erforderlichen Kapazitäten vorhanden, sagte Geschäftsführer Olaf Sauer.

Haenel selbst beschäftigt in Suhl lediglich neun Mitarbeiter - die Mutter Merkel dagegen etwa 120. Haenel liefert seit einigen Jahren bereits Präzisionsgewehre an die Bundeswehr und mehrere Landespolizeien. Der neue Auftrag der Bundeswehr hat einen Umfang von rund 250 Millionen Euro.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. September 2020 | 16:00 Uhr

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