Bildung Minister Holter plädiert für ukrainische Lehrer an Thüringer Schulen

Etwa 150.000 Menschen aus der Ukraine sind seit Kriegsbeginn in Deutschland angekommen - darunter Lehrerinnen, Lehrer und andere Pädagogen. Linke-Bildungsminister Holter und die CDU wollen die Fachkräfte schnell und unkompliziert für die Betreuung ukrainischer Kinder einsetzen.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat sich für einen unkomplizierten Zugang ukrainischer Pädagogen in den Schuldienst ausgesprochen.

"Wir wollen die ukrainischen Schülerinnen und Schüler integrieren", sagte Holter am Mittwoch im Landtag. "Wir wollen sie aber auch anbinden an das, was in der Ukraine an Unterrichtsstoff vermittelt wurde." Man dürfe daher nicht monatelang über die Anerkennung von Abschlüssen reden. "Wir brauchen einfache Beschäftigungsmöglichkeiten für den Schuldienst."

Auch CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner sprach sich für Ausnahmegenehmigungen für ukrainische Pädagogen aus. Ihnen sollte es einfach erlaubt werden, ukrainische Kinder zu betreuen - auch ohne ein Berufsanerkennungsverfahren durchlaufen zu haben.

Sprachangebote für ukrainische Kinder

Die Kultusminister von Bund und Ländern hatten bereits signalisiert, ukrainische Lehrkräfte bei der Integration von Kindern und Jugendlichen in die deutschen Schulen mit einbinden zu wollen.

Tischner zählte auf, dass es durch die zu erwartenden großen Flüchtlingszahlen Schulmaterial, Sprachangebote, zusätzliche Räume und mehr Personal brauche. Auch eine Aufweichung des Betreuungsschlüssels brachte Tischner ins Spiel: "Es braucht Psychologen, es braucht Sozialarbeiter."

"Ukraine-Team" im Thüringer Bildungsministerium

Holter betonte, dass unklar sei, wie viele Flüchtlinge nach Thüringen kommen werden. "Wir bereiten uns darauf vor, dass viele kommen." Im Bildungsministerium sei ein "Ukraine-Team" gebildet worden.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Hartung, empfahl, Ruhe zu bewahren: "Was wir auf gar keinen Fall brauchen, ist ein Schleifen unserer Qualitätsstandards."

Grünen-Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich sprach sich erneut für einen Nachtragshaushalt aus, um die Aufnahme der ukrainischen Flüchtlinge finanziell stemmen zu können. "Ich glaube, wir wissen alle noch nicht, wie viele hier ankommen werden, aber wir werden uns um alle sorgen", sagte sie.

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MDR (mm)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. März 2022 | 07:00 Uhr

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