Migration Rund 1.500 ukrainische Kinder an Thüringer Schulen

An Thüringer Schulen hat sich die Zahl der ukrainischen Kinder in den vergangenen drei Wochen mehr als verdoppelt. Wie andere Kinder mit Migrationsgeschichte werden die Kriegsgeflüchteten in bestehende Klassen integriert. Unterrichtet werden sie unter anderm auch von Lehrern aus der Ukraine.

Grundschüler aus der Ukraine sitzen in der für ukrainische Kinder eröffneten Schule in einem Klassenzimmer.
Zusätzlich zum Regelunterricht erhalten die ukrainischen Kinder Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache. Bildrechte: dpa

An Thüringer Schulen werden nach Angaben des Bildungsministeriums derzeit fast 1.500 ukrainische Kinder unterrichtet. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor drei Wochen. Den Hauptanteil machen demnach Grundschüler aus, gefolgt von Regelschülern.

Wie auch andere Kinder mit Migrationshintergrund werden sie altersgemäß in bestehende Klassen integriert. Sprache, Regeln und Rituale würden so schneller erlernt, so das Ministerium. Zusätzlich zum Regelunterricht in den Klassen erhalten die ukrainischen Kinder Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Je nach Vorkenntnissen geschieht das in Vor-, Grund- oder Aufbaukursen. Kinder ohne Deutschkenntnisse erhalten Intensiv-Unterricht.

Lehrer auch aus der Ukraine

Nach Angaben des Bildungsministeriums wurde bereits erste ukrainische Pädagogen als Lehrerinnen oder Lehrer eingestellt, um die Kinder zu unterrichten. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt. Weitere Einstellungsverfahren laufen demnach bei den Schulämtern. Wie ein Ministeriumssprecher MDR THÜRINGEN sagte, sei es den Schulen ermöglicht worden, die Einstellungsverfahren zu vereinfachen. Das gelte etwa, wenn Ausbildungsnachweise wegen der Flucht nicht vorgelegt werden können.

Interessierte ukrainische Pädagogen haben dabei zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich befristet oder unbefristet an einer Schule einstellen oder sie arbeiten auf Honorarbasis. Die jeweiligen Honorare werden über das Schulbudget finanziert. Auch für die ukrainischen Pädagogen werden dem Ministerium zufolge Angebote zur Sprachförderung geprüft. Die Kosten hierfür trage der Bund.

Bildungsstand regelmäßig neu eingeschätzt

Das Thüringer Schulkonzept sieht vor, dass die ukrainischen Kinder nach drei Monaten an einer Schule von den Fachlehrern neu eingeschätzt werden. So könne man sehen, ob die altersgemäße Klassenstufe auch dem Bildungsstand entspricht. Bei älteren Schülerinnen und Schülern werde gleichzeitig geprüft, ob sie bereits eine berufsbildende Schule besuchen können. Abschlussprüfungen in der Ukraine wurden laut Ministerium vorerst ausgesetzt.

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MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Mai 2022 | 21:00 Uhr

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