Energiepreise Weihnachtsmärkte setzen auf LED und verzichten auf Eisbahnen

In Thüringen soll es in diesem Jahr wieder traditionelle Weihnachtsmärkte geben. Laut einer Umfrage von MDR THÜRINGEN wollen die Kommunen trotz der krisengeplagten Haushaltslage nicht auf die Märkte als Besuchermagnete verzichten. Um die Kosten überschaubar zu halten, wird jedoch mancherorts an der Beleuchtung oder an Highlights wie Eisbahnen gespart. Auch die Händler müssen sich auf steigende Standgebühren einstellen.

Nach dem Corona-Desaster der vergangenen Jahre wollen die Thüringer Städte in der Vorweihnachtszeit wieder zur Normalität zurückkehren und Einwohner wie Besucher mit Weihnachtsmärkten erfreuen. In Weimar zum Beispiel findet der Weihnachtsmarkt traditionell bis ins neue Jahr hinein statt, und das soll auch in diesem Winter so sein - inklusive einer festlichen Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen.

"Signalwirkung" durch Weihnachtsmärkte

Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) sprach von einer "Signalwirkung", die sich die Stadt einfach leisten muss. Allerdings kündigte die Stadt Weimar an, die ab Januar steigenden Stromkosten ab diesem Termin an die Händler weitergeben zu müssen. Ob es eine Eisbahn gibt, ist in Weimar noch unklar, man suche nach Alternativen, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Mädchen laufen Schlittschuh auf weihnachtlich dekorierter Eisfläche
Auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt wird es dieses Jahr keine Möglichkeit geben, mit Schlittschuhen über eine Eisbahn zu gleiten. Bildrechte: imago images / ZUMA Wire

Dagegen verzichtet die Stadt Erfurt zum Jahresende auf eine Eisbahn. Geplant war, diese auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Bahnhof aufzubauen. Eine Ausschreibung habe es gegeben, so die Stadt. In der jetzigen Situation habe man aber beschlossen, auf die Bahn zu verzichten. Unklar sind auch noch die Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes. Die letzten Details müssten noch final beschlossen werden, hieß es.

Geringere Stromkosten dank LED-Leuchten

Auf den Weihnachtsmarkt ganz zu verzichten, sei aber auch aus wirtschaftlichen Aspekten "keine Alternative". Der Erfurter Weihnachtsmarkt gehört zu den schönsten in Deutschland und zog vor der Pandemie-Pause jedes Jahr Hunderttausende Gäste an. Auch außerhalb des Domplatzes soll die Landeshauptstadt weihnachtlich leuchten. Die Stadt hatte die vergangenen Jahre genutzt, die Schmuckbeleuchtung auf LED-Lampen umzustellen, der große Weihnachtsbaum auf dem Domplatz leuchtet schon seit 2019 mit LED-Technik. Das zahlt sich nun in der Energiekrise aus.

Anders die Situation in Gotha. Dort fällt die offizielle Weihnachtsbeleuchtung deutlich kleiner aus als in den Vorjahren. Wie die Stadtverwaltung MDR THÜRINGEN sagte, sähen Weihnachtsschmuck und Girlanden auch unbeleuchtet schön aus, darüber hinaus seien Schaufenster und Privathäuser sicher "wunderbar geschmückt". Auch Weihnachtskrippen sollen Feststimmung verbreiten. Am Weihnachtsmarkt selbst aber will die Stadt Gotha festhalten, der sei geplant wie immer, hieß es.

Noch nicht ganz so weit ist die Stadt Eisenach, die ihren Weihnachtsmarkt nicht selbst ausrichtet. Man suche mit dem Betreiber nach einer Lösung, heißt es aus dem Rathaus. Zumindest soll es eine Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt geben, wenn auch reduziert. Ganz wolle man nicht darauf verzichten, so eine Sprecherin. Der Weihnachtsmarkt auf der Wartburg, der immer an den Adventswochenenden ausgerichtet wird, findet aber statt.

"Alles andere wäre eine riesige Enttäuschung"

Ähnlich wie in Eisenach ist die Situation in Sonneberg, dort soll der Kulturausschuss noch einmal beraten. Etwas weiter sind die Südthüringer Städte Meiningen und Hildburghausen, wo es auf jeden Fall Weihnachtsmärkte geben soll. Alles andere wäre für die Menschen und insbesondere die Kinder eine "riesige Enttäuschung", wie ein Sprecher der externen Firma sagte, den die Stadtverwaltung Hildburghausen mit der Planung des Marktes beauftragt hat. Allerdings werde ein Weg gesucht, um vor allem die Stromkosten bezahlbar zu halten. Wo es geht, soll zum Beispiel die Beleuchtung auf LED umgerüstet werden.

Aber energieintensiv sind auch die Glühweinkocher, davon brauche es mehr als einen. Der Betreiber und die Stadt Hildburghausen verhandeln noch. Sicher ist auch, dass es in Meiningen in diesem Jahr keine Eisbahn gibt. Das sei eine "einschneidende Entscheidung", weil die Eisbahn immer ein Publikumsmagnet gewesen sei. Mit gekürzter Leuchtzeit und weniger leuchtender Dekoration hofft man auch in Meiningen, Kosten noch reduzieren zu können.

Weniger und kürzer beleuchten - mit diesem Konzept plant auch Mühlhausen seinen viertägigen Weihnachtsmarkt Anfang Dezember. Die Details stünden noch nicht fest, so das Rathaus. Aber ein stimmungsvolles adventliches Flair für die Mühlhäuser und ihre Gäste, das soll es auf jeden Fall geben.

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MDR (Thomas Tasler)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN – Das Radio | 15. September 2022 | 05:00 Uhr

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Christian Müller 6 min
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