Krisen-Profiteur Trendwende nach schwierigen Jahren: K+S winkt Rekordumsatz

Der Düngemittel- und Salzkonzern K+S hat nach eigenen Angaben eine Trendwende geschafft und sich deutlich entschuldet. Nach den Gewinnen im letzten Jahr winken 2022 sogar Rekordgewinne. Der Konzern profitiert damit von der Verknappung des Düngemittelangebots infolge des Ukraine-Kriegs.

Das Logo des Kaliproduzenten K+S
4.000 seiner weltweit 10.700 Mitarbeiter beschäftigt K+S in Hessen und Thüringen. Bildrechte: dpa

Nach Jahren sehr hoher Verschuldung sieht sich der Dünger- und Salzkonzern K+S wieder auf Kurs. "Ich bin davon überzeugt, dass wir nach herausfordernden Jahren nun die Trendwende hin zu einer erfolgreichen Zukunft geschafft haben", sagte Konzernchef Burkhard Lohr am Donnerstag auf der Online-Hauptversammlung in Kassel.

"Wir erwarten erneut eine sehr hohe Kali-Nachfrage im laufenden Jahr, die auch ohne Sanktionen auf ein limitiertes Angebot treffen würde", erklärte er mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland und Belarus. Ein Großteil der weltweiten Düngemittel-Produktion stammt aus den beiden Ländern.

K+S-Konzern baute 2021 Schulden ab

Bürgermeisterin Sylvia Hartung und K+S-Vorstandschef Burkhard Lohr unterzeichnen einen Vergleich
Burkhard Lohr (re.) bei der Unterzeichnung eines Vergleichs im Jahr 2017 mit der Bürgermeisterin der Stadt Gerstungen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

2021 sei ein sehr erfolgreiches Jahr für K+S gewesen, betonte Lohr. Mit dem Verkauf ihres amerikanischen Salzgeschäftes habe sich die Aktiengesellschaft wie geplant deutlich entschuldet. Der Schritt hatte dem MDax-Konzern 3,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,7 Milliarden Euro) eingebracht. "Die Neustrukturierung unserer Organisation macht uns schlanker, effizienter und entlastet unsere Kostenbasis."

Zudem sei der Zusammenschluss mit der Remondis-Tochter Remex zum Gemeinschaftsunternehmen Reks ein wichtiger Baustein bei der strategischen Neuausrichtung von K+S. Das Joint Venture will unter anderem in das Geschäft mit der Verwertung und Beseitigung von Abfällen einsteigen.

2022 bestes Ergebnis der K+S-Geschichte möglich

Sendungsbild
K+S sieht vor allem "Ertragsperspektiven in der Landwirtschaft". Bildrechte: MDR/Bernadette Paassen

Im vergangenen Jahr profitierte K+S vor allem von den hohen Kali-Preisen und einem guten Geschäft mit Auftau-Salz. Der Konzern hatte für 2021 steigenden Umsatz und Gewinn gemeldet, nachdem 2020 auch wegen hoher Abschreibungen im Kali-Geschäft ein Minus von knapp 1,9 Milliarden Euro verbucht werden musste. Trotz gestiegener Preise für Kali-Dünger rechnet Lohr auch künftig mit einer robusten Nachfrage. "Die Ertragsperspektiven in der Landwirtschaft sind weiterhin intakt und bieten einen Anreiz, den Ertrag je Hektar durch einen ausgewogenen Düngemitteleinsatz zu steigern."

Für das laufende Jahr erwarte K+S ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro. "Das entspricht mehr als einer Verdopplung unseres operativen Ergebnisses zum Vorjahr. Und mehr noch: Es wäre das mit Abstand beste Ergebnis unserer Firmengeschichte", betonte Lohr.

Geschäftsführer Lohr sieht Fortschritte bei Umweltfragen

Salzkristalle Untertage
Der Kaliabbau produziert jede Menge Salzwasser. Die Entsorgung dieser Abwässer sorgt immer wieder für Kritik. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf der Hauptversammlung bekräftigte der Konzernchef auch den Kurs des Unternehmens in Umweltfragen. Die Versenkung von salzhaltigen Produktionswässern sei endgültig beendet worden. Die Genehmigung für die Einstapelung von Salzwässern unter Tage werde voraussichtlich im Jahresverlauf erteilt. Der Konzern sei zugleich gut gerüstet, die von der Weserministerkonferenz beschlossene deutliche Verringerung der Salz-Einleitung in die Werra bis Ende 2027 einzuhalten.

Ab 2028 sollten dann keine Produktionswässer mehr eingeleitet werden. "Bei der Entsorgung der festen Rückstände werden wir die laufenden Haldenerweiterungen an mehreren Standorten bis Anfang 2023 abgeschlossen haben", erklärte Lohr.

K+S steht seit Jahren wegen der Versalzung von Werra und Weser in der Kritik. Für den Konzern, der mehr als 4.000 seiner weltweit 10.700 Mitarbeiter in Hessen und Thüringen beschäftigt, hängt die Produktion im hessisch-thüringischen Kali-Revier an der Entsorgung von Abwässern. Um diese umweltgerecht zu gestalten, setzt das Unternehmen insbesondere auf Einstapelung und Haldenabdeckung.

BUND fordert stärkere Umweltbemühungen des Konzerns

Dem hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der in diesem Zusammenhang mehrere Klagen gegen K+S führt, gehen die Anstrengungen des Konzerns nicht weit genug. Die Umweltprobleme des Kalibergbaus seien weiter ungelöst, sagte Naturschutzreferent Thomas Norgall. Die Salzeinleitungen in die Werra müssten zügig reduziert werden.

"Bessere Wirtschaftsergebnisse verpflichten zu mehr Umweltschutz", erklärte Norgall. "K+S muss das Haldenwachstum beenden und die salzhaltigen Abfälle in die ausgebeuteten Salzbergwerke zurückbringen oder vermarkten", forderte er.

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MDR, dpa (ask)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. Mai 2022 | 20:00 Uhr

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