Rumänien Corona-Impfungen im "Dracula-Schloss"

In Rumänien wird vor ungewöhnlicher Kulisse geimpft, um möglichst viele Menschen zur Corona-Impfung zu bewegen. So bietet einen Monat lang jetzt auch das "Dracula-Schloss" im siebenbürgischen Bran die Impfung an. Zur Belohnung geht's noch in die Folterkammer.

Dracula-Schlosses in Bran
Das Impfzertifikat, das man auf Schloss Bran erhält, verspricht "Kühnheit und Verantwortungsbewusstsein". Bildrechte: Bran Castle

Auf dem "Dracula-Schloss" im siebenbürgischen Bran können sich Besucherinnen und Besucher neuerdings auch gegen Covid-19 impfen lassen. Von der Leitung hieß es, ein Besuch des berühmten Schlosses sei aber nicht an eine Impfung gebunden. Vielmehr belohne man all jene, die sich impfen ließen, mit einer kostenlosen Führung durch die Folterkammer.

Mobiles Impfteam im Mai

Die Idee für die Impf-Aktion kommt vom örtlichen Gesundheitsamt und der Präfektur Brasov und ist auf einen Monat ausgelegt. Jeweils vom Freitag bis Sonntag können sich die Besucher im Mai durch ein mobiles Impfteam immunisieren lassen. Am Wochenende standen bereits hunderte Menschen vor der Burg Schlange. Jeder Impfling erhielt am Ende ein Zertifikat, das ihm oder ihr "Kühnheit und Verantwortungsbewusstsein" bescheinigte. Laut Schlossleitung können sich auch ausländische Touristen impfen lassen.

Jegliche Priorisierung in Rumänien aufgehoben

Die rumänische Regierung hatte vorige Woche jegliche Priorisierung bei einer Covid-19-Impfung im Land aufgehoben. Auch benötigt man in den Impfzentren keinen Termin mehr und kann man sich in verschiedenen Teilen des Landes impfen lassen. Mit der neuen Strategie soll der Immunisierungsprozess im Land beschleunigt werden. Bisher haben 12,9 Prozent der Bevölkerung zumindest eine Erstimpfung erhalten. Vor allem bei älteren Menschen auf dem Land gibt es jedoch viel Skepsis, was das Impfen angeht.

Deutlicher Rückgang an Besucherzahl

Schloss Bran gehört in Rumänien zu den bekanntesten Touristenattraktionen. Wegen der Corona-Pandemie verzeichnete die Einrichtung eigenen Angaben zufolge im vorigen Jahr zwei Drittel weniger Besucher. Das Schloss wird mit dem rumänischen Fürsten Vlad Tepes in Verbindung gebracht, der als "Der Pfähler" bekannt war und im 15. Jahrhundert lebte. Die Geschichte des Fürsten inspirierte den irischen Autor Bram Stoker zu seinem Vampir-Roman "Dracula".

Schloss Bran
Das Schloss des Fürsten Vlad Tepes im siebenbürgischen Bran ist als "Dracula-Schloss" bekannt. Bildrechte: imago images/Shotshop

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Mai 2021 | 15:30 Uhr

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