Russischer Angriff auf die Ukraine Februar bis März: Russland überfällt die Ukraine, Millionen Menschen auf der Flucht

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Am 24. Februar sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Die ukrainische Armee leistet erbittert Widerstand. Die Zivilbevölkerung leidet, Millionen Menschen sind vor dem Krieg geflohen. Ein Überblick über die Geschehnisse im Februar und März.

Eine ältere Frau trinkt Tee im Keller ihres Hauses in Lyman, Gebiet Donezk, Ostukraine.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sind Millionen Menschen auf der Flucht oder verstecken sich in Kellern und Bunkern. Bildrechte: dpa

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31. März: Kreml will Gaszahlungen nur noch in Rubel

Kremlchef Wladimir Putin ordnet mit Wirkung zum 1. April an, dass westliche Staaten Konten bei der Gazprombank eröffnen müssen, um weiter russisches Gas zu erhalten. Ob damit, wie von Russland beabsichtigt, Zahlungen in Rubel nötig werden, ist umstritten: Olaf Scholz bekräftigt in einer Reaktion, an der Zahlung in Euro festhalten zu wollen. Die USA kündigen an, wegen des hohen Erdölpreises ein halbes Jahr lang täglich eine Million Barrel aus ihren strategischen Ölreserven freizugeben.

30. März: Offenbar weiter Gas-Rechnung in Euro und Dollar

Bundeskanzler Olaf Scholt hat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Nach Angaben der Bundesregierung hat Putin dabei dargelegt, wie Deutschland und andere europäische Staaten Gas weiter in Euro bezahlen können. Scholz habe um schriftliche Ausführungen gebeten. Unterdessen erreichte die Inflationsrate kriegsbedingt einen neuen Höchststand.

29. März: Russland kündigt nach Verhandlungen an, Angriffe auf Kiew zu reduzieren

Bei den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Istanbul deuten sich Fortschritte an. Die russische Seite kündigt im Anschluss an die Gespräche an, ihre Angriffe auf die Region Kiew zu reduzieren - die USA reagieren skeptisch. Fragen nach der territorialen Integrität der Ukraine bleiben bei den Verhandlungen strittig. Vier europäische Staaten weisen russische Diplomaten aus, Russland reagiert mit Vergeltung. Amnesty International wirft Russland Kriegsverbrechen vor und vergleicht die Situation mit Syrien.

28. März: Symbol "Z" wird in Deutschland geahndet

Das Bundesinnenministerium teilt mit, dass Sicherheitsbehörden Fälle prüfen, in denen das russische Kriegssymbol "Z" in Deutschland bereits verwendet wurde – meist Farbschmierereien. Der Buchstabe selbst sei zwar nicht verboten, betont der Sprecher, doch wer Russlands Angriffskrieg öffentlich billige, könne sich selber auch strafbar machen. Die EU-Kommission und die französische EU-Ratspräsidentschaft stellen beim Treffen der EU-Innenminister in Brüssel einen Zehn-Punkte-Plan vor, um die Aufnahme der Ukraine-Flüchtlinge besser zu koordinieren.

27. März: Separatisten kündigen Referendum über Anschluss an Russland an

Die von Russland unterstützte selbsternannte Volksrepublik Luhansk in der Ostukraine kündigt ein baldiges Referendum über den Beitritt zu Russland an. "Ich denke, dass in naher Zukunft ein Referendum auf dem Territorium der Republik abgehalten werden wird", sagt der dortige Chef Leonid Passetschnik laut lokalen Medien. Das ukrainische Außenministerium bezeichnet ein solches Referendum als "null und nichtig". Die Ukraine kündigt an, am Montag in der Türkei eine neue Verhandlungsrunde mit Russland zu starten.

26. März: Biden greift Putin in Warschauer Rede scharf an

Zum Abschluss einer zweitägigen Polen-Reise kritisiert US-Präsident Joe Biden den russischen Präsidenten Wladimir Putin scharf und bezeichnet ihn als "Schlächter". Bei einer Rede in Warschau sagt Biden, Putin könne "nicht an der Macht bleiben". Das Weiße Haus stellt kurz darauf klar, dass dies kein Aufruf zum Sturz Putins gewesen sei. Auf die Metropole Lwiw nahe der polnischen Grenze gibt es Luftangriffe, was einige Beobachter als Signal an Biden deuten.

25. März: Russland kündigt Änderung seiner Kriegsstrategie an

Wirtschaftsminister Robert Habeck erwartet, dass Deutschland seine Ölimporte aus Russland bis zur Jahresmitte halbiert. Über 250.000 ukrainische Kriegsflüchtlinge sind inzwischen in Deutschland angekommen. Die russische Armee-Führung gibt die Zahl der in der Ukraine bislang getöteten russischen Soldaten mit rund 1.350 an. Außerdem verkündet sie, dass sie sich bei ihren militärischen Operationen künftig auf den Donbass im Osten der Ukraine konzentrieren will.

24. März: Nato-, G7- und EU-Gipfel in Brüssel

Nato, G7 und EU beraten alle in Brüssel über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg. Die Nato beschließt, ihre Ostflanke zu stärken, Joe Biden fordert den Ausschluss Russlands aus den G20-Staaten. Die Ampel-Koalition beschließt wegen der hohen Energiepreise infolge des Krieges ein zweites Entlastungspaket. So soll etwa die Energiesteuer auf Diesel und Benzin befristet auf drei Monate gesenkt werden.

23. März: Putin liefert Gas nur noch gegen Rubel

Russlands Präsident Wladimir Putin hat mitgeteilt, dass Gas an "feindliche Länder" wie die EU-Staaten künftig nur noch gegen Rubel statt gegen Dollar oder Euro geliefert werden soll. Betroffen sind neben Deutschland und anderen EU-Staaten auch Großbritannien, die USA und Kanada. Nach Angaben von Putin ist die Maßnahme eine Reaktion auf das Einfrieren russischer Vermögenswerte im Westen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sprach von einem Bruch der Verträge.

22. März: EU plant Solidaritätsfonds für Ukraine

Die EU-Staaten wollen bei ihrem bevorstehenden Gipfeltreffen einen Solidaritätsfonds für die Ukraine beschließen. Laut einem Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfels soll der Fonds die Landesverteidigung sowie den Wiederaufbau der Ukraine unterstützen. Die ukrainische Spionageabwehr hat offenbar ein mögliches Attentat auf Präsident Wolodymyr Selenskyj verhindert. Die USA kündigen weitere Sanktionen des Westens gegen Russland an.

21. März: Selenskyj kündigt Referendum über Verhandlungsergebnisse an

Die EU einigt sich auf den Aufbau einer schnellen Eingreiftruppe. Deutschland bietet an, das erste Kontingent zu stellen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski kündigt an, dass jedes mögliche Verhandlungsabkommen mit Russland in einem gesamtukrainischen Referendum entschieden wird. In Charkiw wird ein KZ-Überlebender bei einem Bombenangriff getötet. Russland verbietet Instagram und Facebook wegen "extremistischer Aktivitäten".

20. März: Verhärtete Fronten

Nach Angaben der ukrainischen Seite sind die Fronten in dem Krieg "praktisch eingefroren". Russland meldet demgegenüber zumindest im Osten des Landes einen Vormarsch von zwöf Kilometern. Nach Angaben des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu stehen beide Konfliktparteien bei ihren Verhandlungen kurz vor einer Einigung.

19. März: Verstärkte Luftangriffe durch Russland

Russland setzt nach eigenen Angaben erstmals Hyperschallraketen ein, um Ziele im Westen der Ukraine zu bombardieren. Zugleich werden unter anderem verstärkte Luftangriffe auf die südukrainische Stadt Mykolajiw gemeldet. In der zentralukrainischen Stadt Saporischschja wird eine Ausgangssperre verhängt.

Mindestens 847 Zivilisten wurden nach UN-Angaben seit Beginn der russischen Invasion getötet. Es ist aber von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

18. März: Putin verspricht bei Auftritt in Moskau Anhängern militärischen Sieg

Russlands Präsident Wladimir Putin feiert mit Tausenden Anhängern im Moskauer Luschniki-Stadion den Jahrestag der Krim-Annexion. Dabei verspricht er einen Erfolg des "Militäreinsatzes" in der Ukraine. Die Angriffe auf ukrainische Städte und das Ringen um Fluchtkorridore für Zivilisten halten an. Besonders umkämpft bleibt Mariupol. Dort haben russische Einheiten nach eigenen Angaben den Ring enger gezogen.

17. März: Selenskyj im Bundestag: "Stoppen Sie diesen Krieg!"

Die G7-Staaten verurteilen russische Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine. Die Vereinten Nationen kündigen eine Untersuchung zu zivilen Opfern und zerstörten zivilen Einrichtungen an. Bund und Länder wollen die Herausforderungen durch die große Zahl an Flüchtenden gemeinsam bewältigen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bittet in einer Videoansprache an den Bundestag um Hilfe für sein Land. Direkt an Bundeskanzler Olaf Scholz sagt er: "Stoppen Sie diesen Krieg! Helfen Sie uns, diesen Krieg zu stoppen!"

16. März: UN-Gerichtshof – Russland muss Krieg stoppen

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag ordnet an, dass Russland sofort die militärische Gewalt in der Ukraine beenden muss. Russland wird wegen des Angriffs auf die Ukraine zudem mit sofortiger Wirkung aus dem Europarat ausgeschlossen. Die Bundeswehr beginnt mit einer Verlegung des Flugabwehrraketensystems Patriot in die Slowakei. Die russische Regierung hält im Ukraine-Konflikt eine Neutralität des Nachbarlandes nach dem Vorbild Schwedens und Österreichs für möglich.

Unterdessen laufen in Deutschland Hilfsprojekte an wie von Lok Leipzig: Dort hat der Mannschaftsbus Waisenkinder und deren Betreuer aus Mariupol nach Leipzig gebracht:

15. März: 20.000 Menschen gelingt Flucht aus belagertem Mariupol

Gut 20.000 Menschen entkommen nach ukrainischen Angaben aus der belagerten Hafenstadt Mariupol. Sie verlassen die Stadt in Privatautos auf einem humanitären Korridor. Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien treffen mit dem Zug in der umkämpften ukrainischen Hauptstadt Kiew ein. Morawiecki, Fiala und Jansa wollen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj sprechen. Nach ihrem Protest im russischen Staatsfernsehen gegen den Krieg in der Ukraine wird die Journalistin Marina Ovsyannikova zu einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Rubel (226 Euro) verurteilt. Die EU verschärft ihre Sanktionen gegen Russland:

Eine Person schaut sich auf einem Monitor eine Szene aus der abendlichen Hauptnachrichtensendung im russischen Staatsfernsehen an, die auf Twitter verbreitet wurde (gestelltes Foto). 1 min
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14. März: UN – Bereits 2,8 Millionen Ukraine-Flüchtlinge

Seit Beginn des Ukraine-Krieges sind 2,8 Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Das geht aus einer neuen Statistik der Vereinten Nationen hervor. Bundeskanzler Olaf Scholz und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan fordern eine sofortige Waffenruhe. Scholz reist zum Antrittsbesuch in der Türkei. Die Gespräche Russland-Ukraine bleiben ohne Ergebnis und gehen morgen weiter. Die Bundesregierung will F35-Tarnkappenjets beschaffen – die modernsten Flugzeuge der Welt. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stellt angesichts der weiter steigenden Energiepreise ein neues Entlastungspaket in Aussicht. 

13. März: Kommunen sollen Geld erhalten

Die Kommunen können sich nach Angaben von Bundesinnenministerin Nancy Faeser auf finanzielle Hilfen des Bundes einstellen: "Die Kosten können nicht bei den Kommunen hängen bleiben." Angesichts der weitgehend blockierten Moskauer Devisenreserven ist ein Zahlungsausfall Russlands in Bezug auf seine Schulden im Ausland nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds "nicht mehr unwahrscheinlich". Außerdem sind heute deutschlandweit wieder Zehntausende gegen den Krieg in der Ukraine auf die Straße gegangen. Für morgen sind neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine geplant.

In Polen sind nach offiziellen Angaben seit Beginn des Krieges fast 1,6 Millionen Geflüchtete aus dem Nachbarland Ukraine angekommen:

12. März: Habeck – Unabhängigkeit von Öl und Kohle aus Russland in Sicht

Wirtschaftsminister Robert Habeck hofft, dass Deutschland schon zum Jahresende nicht mehr auf Öl und Kohle aus Russland angewiesen ist. Russland droht unterdessen mit Angriffen auf westliche Rüstungstransporte in der Ukraine. Die Ukraine gibt die Zahl der im bisherigen Kriegsverlauf umgekommenen eigenen Soldaten mit rund 1.300 an.

Ein Teil der Leipziger Messe wird jetzt als Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine genutzt. Nach Angaben der Landesdirektion Sachsen sollen in der Messehalle 4 zunächst bis zu 500 Personen ein Notquartier erhalten. In den nächsten Tagen werde die Aufnahmekapazität auf bis zu 1.700 Plätze erweitert.

11. März: EU und USA planen weitere Russland-Sanktionen

Die EU und USA kündigen weitere Handelssanktionen gegen Russland an. Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen soll besonders die russische Finanzelite getroffen werden. Neben Exportverboten für Luxusgüter ist unter anderem auch ein Einfuhrverbot für bestimmte Produkte der russischen Eisen- und Stahlindustrie vorgesehen. Die USA und die anderen G7-Staaten wollen Russland den Status als "meistbegünstigte Nation" entziehen. Damit wären Zollerhöhungen und weitere Handelsbeschränkungen möglich.

In der Ukraine kann die russische Armee nach Einschätzung westlicher Experten nicht die erhofften schnellen Erfolge verbuchen. Für die Zivilbevölkerung verschlechtert sich die Lage jedoch weiter drastisch. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt es in Kiew und anderen Städten keinen Strom, kein Gas und kein Wasser mehr. Immer mehr Menschen flüchten auch aus westlichen Teilen des Landes. In Deutschland würdigt Kanzler Olaf Scholz die Hilfsbereitschaft bei der Aufnahme der Flüchtlinge.

10. März: Verhandlungen von Außenministern enden ergebnislos

In den ukrainischen Städten Kiew und Mariupol spitzt sich die Lage weiter zu. Die Hauptstadt haben nach Aussage von Bürgermeister Vitali Klitschko bereits die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner verlassen. Auf die ebenfalls belagerte Hafenstadt Mariupol werden erneute Luftangriffe durch das russische Militär gemeldet. Die ersten Verhandlungen der Außenminister von Russland und der Ukraine enden ergebnislos. Der russische Außenminister Sergej Lawrow empört sich in einer anschließenden Pressekonferenz mit dem Satz: "Wir haben die Ukraine nicht angegriffen."

Immer mehr Geflüchtete erreichen auch Deutschland – in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind es seit Beginn des russischen Angriffs rund 3.600 Menschen. Bund und Länder wollen den Kindern und Jugendlichen baldigen Zugang zu Schulen ermöglichen. Auch Vorbereitungen von Notunterkünften laufen auf Hochtouren.

Auf EU-Ebene sorgen dagegen die russischen Energieimporte für Unmut. Während Deutschland einen Einfuhrstopp für Öl, Gas und Kohle aus Russland ablehnt, sind insbesondere osteuropäische Staaten wie Polen, Litauen und Lettland dafür. Russlands Präsident Wladimir Putin bekräftigt derweil, man werde alle Energielieferungen ins Ausland aufrechterhalten.

9. März: EU weitet Sanktionen gegen Russland und Belarus aus

Die EU-Staaten verhängen weitere Sanktionen gegen Russland und Belarus. Der französischen Ratspräsidentschaft zufolge richten sich die neuen Strafmaßnahmen gegen weitere Verantwortliche in Russland sowie gegenf Oligarchen, "die an der russischen Aggression gegen die Ukraine beteiligt sind". Nach sieben russischen Banken werden nun zudem auch drei belarussische Banken aus dem internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen. Die Gaslieferungen aus Russland setzen sich dagegen fort, sorgen aber zunehmend für Diskussionen auch in Deutschland.

Die Evakuierung von Menschen aus belagerten ukrainischen Städten gestaltet sich weiterhin schwierig. In der Hafenstadt Mariupol soll nach ukrainischen Angaben eine Kinderklinik bei einem russischen Angriff zerstört worden sein. Im gesamten Land haben die Vereinten Nationen mittlerweile den Tod von 516 Zivilisten dokumentiert. Wegen der Schwierigkeiten bei der Überprüfung der Fälle werden jedoch deutlich höhere Zahlen vermutet.

8. März: USA verbieten Einfuhr von russischem Öl

Die US-Regierung verhängt einen Importstopp für russisches Rohöl. Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz sagt US-Präsident Joe Biden, die Maßnahme sei mit europäischen Verbündeten abgestimmt. Man wisse aber, "dass viele unserer europäischen Verbündeten und Partner möglicherweise nicht in der Lage sind, sich uns anzuschließen".

Nach mehreren gescheiterten Evakuierungen versuchen tausende Ukrainer erneut, aus ihren von russischen Truppen belagerten Städten zu fliehen. Zahlreiche Busse mit Zivilisten an Bord verlassen die Stadt Sumy im Nordosten des Landes; nach russischen Angaben werden 723 Menschen in Sicherheit gebracht. In der Hafenstadt Mariupol wird die Evakuierung nach Angaben der ukrainischen Regierung durch russische Angriffe blockiert.

7. März: Ukraine klagt vor dem Internationalen Gerichtshof gegen Russland

Russland muss sich erstmals wegen der Invasion in der Ukraine vor dem Internationalen Gerichtshof verantworten. Das höchste Gericht der Vereinten Nationen verhandelt in Den Haag die Dringlichkeitsklage der Ukraine gegen Russland. Die Ukraine hatte auf der Grundlage der Völkermordkonvention von 1948 das Nachbarland verklagt und fordert Maßnahmen, um die Kämpfe zu stoppen.

Auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine bringt keinen Durchbruch. Beide Seiten sprechen nur von kleinen Fortschritten bei der Logistik der Evakuierung von Zivilisten. Kiew lehnt weiter eine Evakuierung der Bevölkerung über humanitäre Korridore nach Belarus und Russland ab. Die Ukraine bezeichnete diesen Vorschlag Russlands als "unmoralisch".

6. März: Zweiter Evakuierungsversuch in Mariupol scheitert

Ein zweiter Versuch, Zivilisten aus der umkämpften Hafenstadt Mariupol zu holen, scheitert – die vereinbarte Waffenruhe hält wieder nicht. Russland und die Ukraine machen sich erneut gegenseitig dafür verantwortlich. Wenige hundert Menschen sollen es nach MDR-Informationen aus Mariupol herausgeschafft haben.

Der israelische Regierungschef Naftali Bennett setzt seine Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg fort. In Berlin ankommende Flüchtlinge werden mit Bussen in 13 Bundesländer gebracht. Insgesamt haben nach Angaben der Vereinten Nationen seit Beginn des Krieges bereits 1,5 Millionen Menschen die Ukraine verlassen, mehr als 920.000 davon sind nach Polen geflohen.

5. März: Waffenruhe in Mariupol scheitert

Eine zwischen Russland und der Ukraine vereinbarte Waffenruhe um die Städte Mariupol und Wolnowacha scheitert. Ursprünglich sollten Zivilisten durch "humanitäre Korridore" die beiden eingekesselten Städte verlassen können. Nach Aussage der Ukraine halten sich die russischen Truppen aber nicht an die Waffenruhe. Russland hingegen behauptet, der Rückzug von Zivilisten werde von "ukrainischen Nationalisten" verhindert.

Nach der Einführung eines neuen einschneidenden Mediengesetzes in Russland, das "verunglimpfende" Kriegsberichterstattung mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft, setzen ARD, ZDF und andere internationale Medien ihre Berichterstattung aus Russland vorläufig aus. Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett ist in Moskau mit Präsident Wladimir Putin zu einem Gespräch über die Ukraine zusammengekommen. In Deutschland zeigen Zehntausende Menschen bei Friedensdemos Solidarität mit der Ukraine.

4. März: Kämpfe und Brand am AKW Saporischschja

Bei Kämpfen nahe dem Atomkraftwerk Saporischschja bricht ein Feuer auf dem AKW-Gelände aus. Es kann gelöscht werden. Nach ersten Informationen wird keine erhöhte Radioaktivität gemessen. Die Ukraine und Russland werfen sich gegenseitig vor, für den Zwischenfall am größten ukrainischen AKW verantwortlich zu sein. In Deutschland melden Apotheken eine verstärkte Nachfrage nach Jodtabletten. Die Behörden raten von Hamsterkäufen ab und warnen vor einer Selbstmedikation.

Die Nato wirft Russland den Einsatz von Streubomben und anderen geächteten Waffen vor. Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und fordert eine Feuerpause. Doch dieser bekräftigt die Forderungen Russlands und weist Berichte als "Fake-News" zurück, wonach russische Truppen Städte und Zivilisten bombardieren.

3. März: Ukraine und Russland vereinbaren "humanitäre Korridore"

Vertreter der Ukraine und Russlands verständigen sich darauf, Zivilisten aus dem Kriegsgebiet in Sicherheit zu bringen. Dafür sollen humanitäre Korridore eingerichtet werden. Während der Evakuierungen soll eine Feuerpause in der Umgebung der Korridore möglich sei. Zudem sollen Transporte von Medikamenten und Lebensmitteln in die umkämpften Gebiete zugelassen werden. Auch soll es eine weitere Verhandlungsrunde geben.

Der russische Präsident Wladimir Putin zeigt sich kompromisslos. Nach einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagt er, die Kämpfe gingen weiter. Aus Paris erklärt Macron, es sei das Ziel Putins, die gesamte Ukraine zu kontrollieren. Eine Woche nach dem Beginn der Invasion bringen russische Truppen mit der Hafenstadt Cherson die erste ukrainische Großstadt unter ihre Kontrolle.

Die EU-Staaten einigen sich auf die vereinfachte Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen. Sie erhalten zunächst Schutz für ein Jahr, der um zwei weitere Jahre verlängert werden kann.

2. März: UN-Vollversammlung verurteilt Russlands Angriffskrieg

Die UN-Vollversammlung verurteilt mit großer Mehrheit Russland für seinen Krieg gegen die Ukraine und fordert einen sofortigen Abzug russischer Truppen. 141 Länder stimmen für eine entsprechende Resolution, nur fünf dagegen. Neben Russland sind das Belarus, Syrien, Eritrea und Nordkorea. 35 Länder enthalten sich, darunter China, Indien, Pakistan und der Iran.

Unterdessen gehen die Kämpfe in der Ukraine weiter. Vor allem Kiew, Charkiw und Mariupol stehen unter Beschuss. Am Abend gibt es eine Explosion am Hauptbahnhof in Kiew.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind bislang 498 russische Soldaten ums Leben gekommen. Die ukrainische Seite berichtet von mehr als 6.000 getöteten russischen Soldaten. Zudem teilt der Staatliche Rettungsdienst mit, es seien bislang 2.000 ukrainische Zivilisten durch die Kämpfe umgekommen.

1. März: Russische Armee beschießt Kiewer Fernsehturm

Die russische Armee weitet den Angriffskrieg in der Ukraine massiv aus. Nach eigenen Angaben schneidet sie die Ukraine komplett vom Asowschen Meer ab und schafft eine Landverbindung zwischen Russland und der annektierten Halbinsel Krim. Nach ukrainischen Angaben nehmen russische Streitkräfte auch die Stadt Cherson ein und nehmen den Kiewer Fernsehturm unter Beschuss.

Das EU-Parlament spricht sich dafür aus, der Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten zu geben. In Deutschland entfacht der Krieg in der Ukraine eine Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht.

28. Februar: Putin fordert Entmilitarisierung der Ukraine

Die ersten Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über einen möglichen Frieden sind beendet. Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak teilt mit, man habe sich auf ein weiteres Treffen geeinigt. Details über die wichtigen Themen des Treffens werden noch nicht bekannt. Zuvor äußerte sich allerdings Putin in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron: Putin fordert die die "Entmilitarisierung und Entnazifizierung" der Ukraine, einen neutralen Status des Landes sowie die Anerkennung der Krim als russisches Gebiet.

In Russland versuchen derweil viele Menschen ihre Ersparnisse zu sichern, was zu einem massiven Wertverlust des Rubels führt.

27. Februar: Russland versetzt "Abschreckungswaffen" in Alarmbereitschaft

Präsident Wladimir Putin versetzt die russischen "Abschreckungswaffen" in Alarmbereitschaft. Das ordnet er am Sonntag in einem vom Kreml verbreiteten Video an. Diese umfassen neben einem massiven Arsenal ballistischer Raketen auch Atomwaffen. Damit reagiere er auf das Vorgehen der Nato und die Wirtschaftssanktionen, so Putin.

Unterdessen erklärt sich die ukrainische Regierung zu Verhandlungen mit Russland an der Grenze zu Belarus bereit. Wie das ukrainische Präsidialamt mitteilt, werden sich eine russische und eine ukrainische Delegation am Fluss Prypjat in der Nähe von Tschernobyl treffen.

26. Februar: Sanktionen des Westens gegen Russland

Als Reaktion auf die fortgesetzten Angriffe Russlands in der Ukraine schließen die westlichen Staaten russische Finanzinstitute aus dem internationalen Zahlungssystem Swift aus. Das teilt die Bundesregierung mit. Der Beschluss sei von den USA, Frankreich, Kanada, Italien, Großbritannien, der EU-Kommission und Deutschland getroffen worden. Deutschland schickt 1.000 Panzerabwehrwaffen und 500 Boden-Luft-Raketen aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine. In der Ukraine gehen die Kämpfe weiter. Kiew bleibt unter ukrainischer Kontrolle, Russland meldet die Einnahme von Melitopol im Südosten der Ukraine.

25. Februar: Russische Truppen rücken auf Kiew vor

Russland setzt seinen Truppenvormarsch auch am Freitag fort. Aus den nördlichen Außenbezirken der ukrainischen Hauptstadt Kiew werden bereits am Morgen erste Gefechte gemeldet. Mehrere Agenturen berichten, Russland habe die Kontrolle über einen Flugplatz in der Nähe von Kiew erlangt. Dort seien Fallschirmjäger gelandet. Russische Truppen erobern das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl. Der ukrainischen Atombehörde zufolge werden am stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl erhöhte Strahlenwerte gemessen.

24. Februar: Russland greift die Ukraine an

Russische Truppen starten am Donnerstag einen Angriff auf die Ukraine. Die russische Luftwaffe greift zahlreiche ukrainische Städte an. In Charkiw, Cherson und Odessa werden Kommandozentralen und andere militärische Einrichtungen bombardiert. Unklar bleibt zunächst, welche Gebiete tatsächlich unter der Kontrolle des russischen Militärs sind. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyi zufolge sind am ersten Tag der russischen Offensive 137 Menschen durch feindlichen Beschuss ums Leben gekommen. Außerdem seien 316 Menschen bei den Gefechten verletzt worden.

Ein Ermittler eines internationalen Forensik-Teams trägt eine Weste mit der Aufschrift «War Crimes Prosecutor» («Ankläger für Kriegsverbrechen») und beginnt damit, neben Leichen aus einem Massengrab hinter der Kirche St. Andreas Beweise für Kriegsverbrechen zu sammeln. 6 min
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Auf zwei Werbeplakaten in Leipzig werden Menschen aus der Ukraine gezeigt, die unter dem Krieg leiden. 1 min
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Wladimir Wladimirowitsch Putin 28 min
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Trotz des Ukraine-Krieges wird russisches Uran nach Europa geliefert. In einer Fabrik in Lingen im Emsland wird es gelagert. Warum wird Uran nicht sanktioniert? Fragen an den Energieexperten Volker Quaschning.

MDR AKTUELL Fr 28.10.2022 16:18Uhr 04:38 min

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Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 59 min
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Februar 2022 | 06:00 Uhr

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