Russischer Angriff auf die Ukraine Oktober: Erfolge der ukrainischen Armee im Osten

Die ukrainische Armee kann die Stadt Lyman und weitere Gebiete im Osten und Süden des Landes unter ihre Kontrolle bringen. Russland spricht nach einem Feuer auf der Krim-Brücke von Terrorismus und attackiert zivile ukrainische Infrastruktur. Die UN-Vollversammlung verurteilt Russlands Annexionen mit überwältigender Mehrheit. Ein Überblick über die Geschehnisse im Russland-Ukraine-Krieg im Oktober.

Ein Mann mit einem Kind im Kinderwagen geht an einem zerstörten russischen Panzer vorbei, der in der Khreschatyk-Straße im Zentrum von Kiew ausgestellt ist.
Aus dem Osten ihres Landes meldet die ukrainische Armee militärische Erfolge – in Kiew werden zerstörte russische Panzer ausgestellt. Bildrechte: dpa

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31. Oktober: Russland will Durchfahrt von Schiffen nicht erlauben

Russland will nach seiner angekündigten Aussetzung des Getreideabkommens mit der Ukraine weitere Exporte über das Schwarze Meer nicht erlauben. Durch russische Raketentreffer ist die Wasserversorgung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu großen Teilen ausgefallen. Auch Strom fließt in vielen Häusern nicht mehr. Andere Städte werden ebenfalls beschossen. Russland erklärt, besonders die Energie-Infrastruktur der Ukraine ins Visier zu nehmen. Bundeskanzler Olaf Scholz sagt dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj während eines Telefonats weitere umfassende Hilfen zu.

30. Oktober: Polen bietet Hilfe bei Nahrungsmitteltransporten an

Polen bietet an, der Ukraine beim Transport von Getreide und Grundnahrungsmitteln zu helfen. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock fordert Russland auf, das Abkommen zu den ukrainischen Getreideexporten weiter einzuhalten. Der neue Ukraine-Botschafter in Berlin warnt Deutschland vor der Aufnahme russischer Deserteure. Sie seien ein Sicherheitsrisiko. Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die Gruppe wichtiger Industrie- und Schwellenländer (G20) aufgefordert, Russland wegen der neuen Getreideblockade auszuschließen.

29. Oktober: Russland setzt Getreide-Abkommen aus

Russland setzt seine Teilnahme am Abkommen zum Export von ukrainischen Getreide aus. Als Begründung führt Moskau angebliche Terroranschläge der Ukraine gegen die Schiffe der russische Schwarzmeerflotte und zivile Schiffe an. Der ukrainische Präsident Selenskyj fordert daraufhin den Ausschluss Russlands aus der Gruppe der G20-Staaten. Russland wirft zudem Großbritannien vor, an einer möglichen Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines beteiligt gewesen zu sein. Das britische Verteidigigungsministerium weist die Vorwürfe scharf zurück.

28. Oktober: Ukraine meldet Abschuss von über 300 iranischen Drohnen

Die ukrainische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben seit Mitte September mehr als 300 Drohnen iranischen Fabrikats abgeschossen. Die russische Armee setzte die Schahed-136-Drohnen zuletzt verstärkt zum Angriff auf die Energieversorgung der Ukraine ein. Russland und Iran dementieren Berichte über entsprechende Rüstungsgeschäfte. Derweil sind einem Bericht von EU-Asylagentur, OECD und IOM innerhalb der Ukraine mehr als sieben Millionen Menschen vertrieben, vor allem Frauen. Moskau verkündet den Abschluss seiner Mobilmachung von zusätzlichen 300.000 Rekruten.

27. Oktober: Russland droht mit Abschuss westlicher Satelliten

Russland droht mit dem Abschuss kommerzieller westlicher Satelliten, wenn diese im Ukraine-Krieg genutzt werden. Ein hochrangiger russischer Beamter beschuldigt die USA und ihre Verbündeten, den Weltraum zu nutzen, um ihre Vorherrschaft durchzusetzen. Auch Kremlchef Wladimir Putin macht dem Westen Vorwürfe: In einer vierstündigen Rede sagt er, Russland sei zu Friedensverhandlungen bereit, diese würden aber von den USA torpediert. Unterdessen drohen der ukrainischen Hauptstadt Kiew durch die fortgesetzten russischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur weitere Stromabschaltungen.

26. Oktober: Putin beaufsichtigt Training von Anti-Atom-Streitkräften

Kremlchef Wladimir Putin nimmt virtuell an einer Übung der "strategischen Abschreckungskräfte" seines Landes teil. Deren Aufgabe ist es auch, auf eine Bedrohung durch einen atomaren Angriff zu reagieren. Russland bringt zudem eine Resolution in den UN-Sicherheitsrat ein, die die unbelegten Vorwürfe wiederholt, die Ukraine wolle eine atomar verseuchte "schmutzige Bombe" zünden. Die ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes erweist sich unterdessen offenbar als schleppender als die Offensive im Nordosten.

25. Oktober: Steinmeier reist in die Ukraine

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist überraschend in die Ukraine. Bei einem Besuch in der Kleinstadt Korjukiwka nordöstlich von Kiew wird Luftalarm ausgelöst, Steinmeier muss in einem Luftschutzkeller Zuflucht suchen. Im Anschluss an ein Treffen mit seinem Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj kündigt Steinmeier neue Waffenlieferungen an. Unterdessen bringen die G7-Staaten und die EU-Kommission einen "Marshallplan" zum Wiederaufbau der Ukraine auf den Weg. In allen ukrainischen Regionen wird erneut stundenweise der Strom wegen Schäden am Stromnetz abgeschaltet.

24. Oktober: Deutsch-ukrainisches Forum für Wiederaufbau

Auf einem Wirtschaftsforum der beiden Länder in Berlin sagt Deutschland der Ukraine umfassende Hilfen für den Wiederaufbau nach einem Kriegsende zu. Kanzler Olaf Scholz betont, der Wiederaufbau geschehe mit dem Ziel der Ukraine als EU-Mitglied, mahnt aber auch Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung an. Unterdessen gibt es an der Frontlinie im Gebiet Cherson nur vereinzelt Gefechte. Dort wird eine Großoffensive der Ukrainer erwartet. Ukrainische und westliche Politiker weisen russische Behauptungen über den möglichen Einsatz nuklearer "schmutziger Bomben" durch die Ukraine als haltlos zurück.

23. Oktober: Russischer Kampfjet stürzt in Wohnhaus

In Russland verunglückt erneut ein Kampfflugzeug. Die Maschine vom Typ Suchoi Su-30 stürzt in Irkutsk bei einem Testflug in ein Wohnhaus, zwei Piloten sterben. Russland meldet die fortgesetzte "Evakuierung" der annektierten südukrainischen Stadt Cherson, die Ukraine spricht von Deportationen. Die SPD-Fraktion fordert von Außenministerin Annalena Baerbock mehr diplomatische Anstrengungen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer setzt nach Kriegsende wieder auf russisches Gas.

22. Oktober: Ukraine meldet erneute russische Raketenangriffe im Westen

Die Ukraine warnt angesichts massiver russischer Raketenangriffe auf die Energie-Infrastruktur des Landes vor einer humanitären Katastrophe. "Der Aggressor hört nicht auf, unser Land zu terrorisieren", sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Nach Angaben der Präsidialverwaltung sind im Land rund 1,5 Millionen Kunden des Energieversorgers Ukrenerho ohne Strom. Selenskyjs Berater Mychajlo Podoljak sagt, Russland versuche, Ukrainer zu einer neuen massenhaften Flucht nach Europa zu drängen.

21. Oktober: Selenskyj warnt vor Zerstörung von Staudamm

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, einen Staudamm in der südukrainischen Region Cherson vermint zu haben. Selenskyj warnt in seiner aktuellen Videobotschaft vor einer "Katastrophe großen Ausmaßes". Hunderttausende Menschen seien in Gefahr. Sollte der Staudamm am Dnipro brechen, würde der Nord-Krim-Kanal einfach verschwinden, der die Halbinsel Krim mit Wasser versorge. Auch das Kühlsystem im AKW Saporischschja sei gefährdet.

20. Oktober: EU verhängt Sanktionen gegen Iran wegen Drohnen-Lieferung

Die EU-Botschafter hätten sich auf Maßnahmen gegen drei Einzelpersonen und ein Unternehmen geeinigt, erklärt die tschechische EU-Präsidentschaft am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Sanktionen sollen noch am Donnerstagnachmittag in Kraft treten. Sie betreffen das iranische Unternehmen Schahed Aviation Industries sowie drei Militärvertreter, darunter Generalstabschef Mohammed Hossein Bagheri.

19. Oktober: Putin verhängt in annektierten Gebieten Kriegsrecht

Der russische Präsident Wladimir Putin verhängt in den annektierten Gebieten Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson das Kriegsrecht. Zugleich werden aus der Region Cherson westlich des Dnjepr Zivilisten evakuiert, weil eine ukrainische Großoffensive erwartet wird. Kiew spricht von einer "Propagandashow". Derweil bringt die EU gegen den Iran Sanktionen wegen Drohnen-Lieferungen an Russland auf den Weg.

18. Oktober: Über 1.100 ukrainische Orte nach Angriffen ohne Strom

Nach Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland innerhalb einer Woche etwa 30 Prozent der ukrainischen Elektrizitätswerke zerstört. Mehr als 1.100 Orte sind ohne Strom. Nach dem Absturz eines russischen Kampfflugzeugs in einem Wohngebiet in Jejsk im Süden Russlands steigt die Zahl der Toten auf 14. Die Ukraine erhält nach eigenen Angaben von der Europäischen Union zwei Milliarden Euro an Finanzhilfe. Der Betreiber des ukrainischen Atomkraftwerkes Saporischschja wirft Russland vor, zwei führende Mitarbeiter des besetzten AKWs verschleppt zu haben.

17. Oktober: Kiew erneut unter russischem Beschuss

Russland überzieht die ukrainische Hauptstadt Kiew und weitere ukrainische Regionen erneut mit Luftangriffen, es gibt mehrere Tote und Verletzte. Nach ukrainischen Angaben verwendet Russland sogenannte Kamikaze-Drohnen aus dem Iran. Unterdessen beginnt die Nato ihr jährliches Militärmanöver "Steadfast Noon" zur Verteidigung des Bündnisgebiets in Europa. Nach Angaben von Militärexperten wird bei dem Manöver auch der Einsatz von Atomwaffen geübt. Und: Die durch einen Anti-Kriegs-Protest im russischen Fernsehen bekannt gewordene Journalistin Marina Owsjannikowa ist nach Angaben ihres Anwalts aus Russland geflohen.

16. Oktober: Russland meldet elf Tote bei Anschlag auf Übungsplatz

In der russischen Grenzregion Belgorod sind nach russischen Medienberichten elf Rekruten bei einem "Terroranschlag" auf einem Truppenübungsplatz getötet worden. Elon Musk will sein Starlink-Internet für die Ukraine nun doch weiter finanzieren. Das russische Verteidigungsministerium meldet die Abwehr mehrerer ukrainischer Angriffe. Deutschlands Außenministerin Baerbock will vor allem die Luftabwehr der Ukraine stärken. Und Frankreich kündigt die Ausbildung von 2.000 ukrainischen Soldaten an.

15. Oktober: Russland schickt erste Soldaten nach Belarus

In mehreren Eisenbahnzügen treffen russische Soldaten in Belarus ein. Sie sind die ersten Soldaten einer am Montag angekündigten gemeinsamen russisch-belarussischen Truppe. Laut dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko sollen sie angesichts steigender Spannungen die ukrainisch-belarussische Grenze schützen, Beobachter befürchten aber ein Eingreifen in den Krieg. Die Ukraine meldet unterdessen erneute russische Raketenangriffe, in der Region Kiew ruft der regionale Stromversorger Ukrenergo angesichts beschädigter Energie-Infrastruktur zum Stromsparen auf.

14. Oktober: EU beschließt Ausbildungsmission für 15.000 ukrainische Soldaten

Die EU-Staaten verständigen sich darauf, 15.000 ukrainische Soldaten auszubilden. Putin droht wegen der Explosion auf der Krim-Brücke mit einem Aus des Getreideabkommens mit der Ukraine. Die deutschen Gasspeicher erreichen den für November geplanten Füllstand von 95 Prozent vorzeitig. Die Türkei kündigt den Bau eines Drehkreuzes für russisches Gas an. Die ostukrainische Großstadt Charkiw wird laut regionalen Behörden von russischen Raketen getroffen.

13. Oktober: Russische Besatzer rufen offenbar zur Evakuierung Chersons auf

Angesichts des Vormarschs der ukrainischen Truppen ruft der Verwaltungschef der russisch besetzten Region Cherson zur Evakuierung auf, um Zivilisten in Sicherheit zu bringen. Sein Stellvertreter dementiert anschließend. Zuvor werden Berichte über ein Vorrücken der ukrainischen Armee auf die Stadt bekannt.

12. Oktober: UN-Vollversammlung verurteilt russische Annexionen

Die UN-Vollversammlung in New York weist nach einer drei Tage langen Dringlichkeitssitzung die russischen Annexionen in der Ukraine als völkerrechtswidrig zurück. Der Resolution stimmen 143 der 193 Mitgliedstaaten zu, Gegenstimmen kommen von nur fünf Staaten. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB nimmt unterdessen mehrere Personen im Zusammenhang mit der schweren Explosion auf der Krim-Brücke fest, darunter drei ukrainische Staatsangehörige. Die Ukraine weist die russischen Ermittlungen als "Unsinn" zurück. Deutschland übergibt das erste von insgesamt vier bodengestützten Flugabwehrsystemen Iris-T SLM an die Ukraine.

11. Oktober: Erneuter russischer Beschuss von Region Kiew und anderen Gegenden

Russland beschießt erneut mehrere Regionen der Ukraine mit Raketen und Kampfdrohnen. Die Behörden in Saporischschja im Süden der Ukraine melden Angriffe mit russischen Raketen, ebenso gibt es Berichte über Beschuss in der Region Kiew und weiteren Gegenden. Unterdessen fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die G7-Staaten dazu auf, seinem Land beim Aufbau eines Luftabwehrsystems zu helfen. Selenskyj sagt bei einer gemeinsamen Videokonferenz, Millionen Ukrainer würden dem Westen für eine solche Hilfe dankbar sein.

10. Oktober: Explosionen in Kiew und anderen ukrainischen Städten

Im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew verursachen russische Angriffe schwere Explosionen. Auch aus anderen Landesteilen werden Explosionen gemeldet. Russlands Präsident Wladimir Putin spricht von Vergeltung gegen "Terroranschläge". Nach den Explosionen an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee ermittelt nun die Bundesanwaltschaft. Für Dienstag berufen die G7-Staaten eine Sondersitzung ein.

9. Oktober: Putin spricht von ukrainischem Terrorakt auf der Krim-Brücke

Russlands Präsident Putin macht den ukrainischen Geheimdienst SBU für die schwere Explosion auf der Krim-Brücke verantwortlich. Deutschland schickt der ukrainischen Armee warme Bekleidung und Ausrüstung für den Winter. Bei dem Raketenangriff auf die Stadt Saporischschja werden mindestens zwölf Menschen getötet.

8. Oktober: Explosion und Feuer auf der Krim-Brücke

Auf der Verbindungsbrücke zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel Krim kommt es zu einer Explosion. Laut russischen Behörden ist eine Bombe in einem Lkw der Auslöser. Mindestens drei Menschen sterben. Teile der Brücke stürzen ein, ein Güterzug steht in Flammen. Unterdessen ernennt Russland nach mehreren militärischen Rückschlägen einen neuen Generalkommandeur für seine Truppen in der Ukraine: Der 55-jährige General Sergej Surowikin übernimmt den Posten.

7. Oktober: Friedensnobelpreis für ukrainische und russiche Menschenrechtsorganisationen

Die russische Menschenrechtsorganisationen Memorial und die ukrainische Menschenrechtsorganisation Center for Civil Liberties erhalten in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Geehrt wird zudem der Menschenrechtler Ales Bialiatski aus Weißrussland. US-Präsident Joe Biden vergleicht die derzeitige Lage im Konflikt mit Russland mit der Kuba-Krise von 1962. Zum ersten Mal seit der Kuba-Krise habe es die Welt mit einer direkten Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen zu tun.

6. Oktober: Ukraine meldet neue Angriffe auf AKW Saporischschja

Aus der Umgebung des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja werden neue Kämpfe gemeldet. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erklärt indes, die Anlage gehöre weiterhin zur Ukraine. In Prag kommt die Europäische Politische Gemeinschaft aus 44 Staaten zusammen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert dort per Videoschalte, Russland von den Vereinten Nationen auszuschließen.

5. Oktober: Putin ordnet russische Kontrolle für AKW Saporischschja an

Russlands Präsident vollzieht mit seinen Unterschriften unter mehrere Gesetze die völkerrechtswidrige Annexion von ukrainischen Gebieten. Dabei ordnet er per Dekret auch an, dass das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja unter russische Kontrolle gestellt wird. Zudem befördert er den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow zum Generaloberst. Russlands Energieminister erklärt unterdessen, die Pipeline Nord Stream 2 sei intakt und könne für Gaslieferungen genutzt werden.

4. Oktober: Ex-General Bühler sieht mehrere Gründe für russischen "Atomzug"

Der frühere Nato-General Erhard Bühler mahnt angesichts der Berichte über einen russischen Zug mit atomaren Waffen zu Zurückhaltung. Er hält auch eine Übung oder einen Materialtransport für möglich. Nach Russlands Staatsduma hat nun auch der Föderationsrat Moskaus völkerrechtswidrige Einverleibung der ukrainischen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson ratifiziert. Seit der Verkündung der Teilmobilmachung des Militärs sind offenbar mehr als 200.000 russische Staatsbürger nach Kasachstan gereist. 

3. Oktober: Duma billigt russische Annexionen

Die Duma, das russische Unterhaus, ratifiziert die völkerrechtswidrige Einverleibung von vier ukrainischen Regionen in die Russische Föderation. Unter den mehr als 400 Abgeordneten gibt es keine Gegenstimme. Unterdessen verzeichnen ukrainische Truppen im Osten und Süden des Landes offenbar weitere Erfolge. Bei den Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit bekräftigt Kanzler Olaf Scholz, die Ukraine "so lange wie notwendig" zu unterstützen.

2. Oktober: Deutschland beteiligt sich finanziell an Haubitzen für die Ukraine

In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" kündigt Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht für das kommende Jahr die Lieferung von 16 Radpanzerhaubitzen aus slowakischer Produktion an die Ukraine an. Die Systeme vom Typ Zuzana würden in der Slowakei produziert und gemeinsam mit Dänemark, Norwegen und Deutschland finanziert. Unterdessen verurteilen die Staatspräsidenten von neun mittel- und osteuropäischen Nato-Ländern die russische Annexion von Gebieten in der Ukraine. Auch für einen möglichen Nato-Beitritt der Ukraine signalisieren die Staatsoberhäupter Unterstützung.

1. Oktober: Lambrecht besucht Ukraine

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht erklärt bei ihrem Besuch in Odessa in der Südukraine, es seien jetzt Waffen gefragt, die geeignet seien zur Luftverteidigung. Die SPD-Politikerin sagt eine Lieferung des Luftabwehrsystems Iris-T zu, bekräftigt in der Frage nach Kampfpanzern aber, dass es keine deutschen Alleingänge geben werde. Während ihres Besuchs muss Lambrecht zweimal wegen Luftalarms in einen Luftschutzbunker. Unterdessen kann die ukrainische Armee die strategisch wichtige Stadt Lyman im Osten des Landes wieder unter ihre Kontrolle bringen.

Ein Ermittler eines internationalen Forensik-Teams trägt eine Weste mit der Aufschrift «War Crimes Prosecutor» («Ankläger für Kriegsverbrechen») und beginnt damit, neben Leichen aus einem Massengrab hinter der Kirche St. Andreas Beweise für Kriegsverbrechen zu sammeln. 6 min
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Trotz des Ukraine-Krieges wird russisches Uran nach Europa geliefert. In einer Fabrik in Lingen im Emsland wird es gelagert. Warum wird Uran nicht sanktioniert? Fragen an den Energieexperten Volker Quaschning.

MDR AKTUELL Fr 28.10.2022 16:18Uhr 04:38 min

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Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 59 min
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 01. Oktober 2022 | 06:00 Uhr

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