Russland-Ukraine-Krieg Newsblog vom Dienstag: Erneut Raketenangriffe von Russland auf die Ukraine

Nach den umfangreichen Bombardements durch Russland am Montag ertönen in der Ukraine auch am Dienstag Luftalarm-Sirenen. US-Präsident Biden hat der Ukraine weitere Militärhilfe zugesagt, darunter "fortschrittliche Luftabwehrsysteme". Frankreich droht Belarus mit weiteren Sanktionen, sollte sich das Land verstärkt im Ukraine-Krieg engagieren. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine und die Folgen im Newsblog.

Nach Raketenangriffen steigt schwarzer Rauch über der Stadt auf.
Bei russischen Raketenangriffen am Montag wurde unter anderem Kiew getroffen. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig überprüft werden können.

22:48 Uhr | Selenskyj stellt Antrag für Odessa auf Welterbeliste

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Aufnahme der ukrainischen Hafenstadt Odessa in die Welterbeliste der UNESCO beantragt. "Wir müssen ein klares Signal aussenden, sodass die Welt nicht wegsieht, wenn unsere gemeinsame Geschichte, unsere gemeinsame Kultur, unser gemeinsames Erbe zerstört werden", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft an den Exekutivrat der UN-Kulturorganisation. Selenskyj warb für die Erhaltung des historischen Zentrums von Odessa. Die Hafenstadt sei eine "Quelle der Kultur für Millionen Menschen in verschiedenen Ländern".

Odessa gilt als "Perle am Schwarzen Meer". Die von der russischen Zarin Katharina der Großen gegründete Stadt ist für ihre monumentalen Treppen und ihre berauschende Architektur aus dem 19. Jahrhundert berühmt. Mit ihrem riesigen Hafen spielte die 1794 gegründete Stadt bereits im russischen Zarenreich eine besondere Rolle.

Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar bemühen sich die Menschen in Odessa, die Bauwerke der Stadt und ihre Gebäude mit Sandsäcken und Barrikaden zu schützen. Eine Aufnahme auf die Welterbeliste würde eine erweiterte Schutzzone schaffen. Sowohl die Ukraine als auch Russland haben eine Konvention unterzeichnet, nach der es Staaten verboten ist, das Kultur- und Naturerbe anderer zu zerstören.

Es gab seit Beginn des Kriegs bereits mehrere russische Angriffe auf Odessa. Die Stadt war von Anfang an ein strategisch wichtiges Ziel für Moskau. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten wurden dabei 540 Objekte des kulturellen Erbes, kultureller Institutionen und religiöser Bauwerke getroffen.

21:50 Uhr |Stoltenberg droht Russland mit Konsequenzen bei Atomwaffeneinsatz

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Russland für den Fall des Einsatzes von Atomwaffen im Ukraine-Krieg erneut mit Konsequenzen gedroht. "Wenn Russland Atomwaffen einsetzt, wird das verschiedene Konsequenzen haben, auch beim Gebrauch kleinerer atomarer Waffen", sagte der Norweger dem Nachrichtenportal "ZDFheute.de" vor einem Treffen der Verteidigungsminister der 30 Nato-Staaten am Mittwoch in Brüssel. Er wolle nicht zu sehr ins Detail gehen. "Das Wichtigste ist, zu verhindern, dass dies geschieht." Stoltenberg bezeichnete das Risiko eines Einsatzes von Atomwaffen durch Russland als nach wie vor gering. "Aber die Eskalation in der Ukraine und die nukleare Bedrohung Russlands macht es notwendig, dass wir sie ernst nehmen und vorbereitet sind."

Putins nukleare Rhetorik bezeichnete der Nato-Generalsekretär als gefährlich und rücksichtslos. "Deshalb haben wir Russland so deutlich zu verstehen gegeben, dass ein Atomkrieg nicht zu gewinnen ist und niemals geführt werden darf." Man beobachte sehr genau, was Russland tue. "Bislang haben wir keine Veränderungen in der nuklearen Haltung Russlands festgestellt, aber wir bleiben wachsam und müssen es natürlich ernst nehmen, wenn eine Atommacht so kommuniziert, wie es Putin es gerade tut."

Putin dürfe in der Ukraine nicht gewinnen, sagte Stoltenberg. "Denn dann wird er durch den Einsatz von Gewalt und durch die Androhung des Einsatzes von Atomwaffen erreichen, was er erreichen will. Und das wird uns noch verwundbarer und die Welt noch gefährlicher machen." Mit einer Prognose, wann der Krieg enden werde, sei er vorsichtig. "Wir müssen für einen langen Zeitraum vorbereitet sein und die Ukraine weiter unterstützen."

20:30 Uhr | Russland meldet ukrainischen Angriff auf Umspannwerk in Grenzregion

Die Ukraine soll nach russischen Angaben ein russisches Umspannwerk in Grenznähe angegriffen haben. Das berichtete der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, auf Telegram. Er schrieb, mehr als 2.000 Menschen seien nach dem Angriff in Schebekino ohne Strom. Er veröffentlichte zudem ein Foto, dass ein großes Feuer zeigt. Aus Kiew gab es zunächst keine Reaktion auf den Vorwurf.

Russland hatte in den vergangenen Tagen selbst mit Dutzenden Raketen und Drohnen Ziele in allen Teilen der Ukraine angegriffen. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zielten die Angriffe vor allem auf die Energieinfrastruktur seines Landes.

19:30 Uhr | NATO verhandelt mit Rüstungsunternehmen

Jens Stoltenberg
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Bildrechte: dpa

Die Nato führt derzeit Gespräche mit Rüstungsunternehmen und Allianz-Mitgliedern über eine Erhöhung der Waffenproduktion. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, außerdem werde über eine Wiederaufstockung der Lagerbestände beraten, die sich wegen Lieferungen von Material zur Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen Russland verringert hätten. Die Nato werde den Rüstungsunternehmen Hinweise zum Bedarf des Verteidigungsbündnisses geben müssen.

18:55 Uhr | Kiew meldet Freilassung von mehr als 30 Soldaten

Russland hat nach ukrainischen Angaben im Rahmen eines Gefangenen-Austausches 32 Kriegsgefangene freigelassen. Der Chef des ukrainischen Präsidentenstabs, Andriy Jermak, erklärte, unter den Freigelassenen seien Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten. Viele hätten als vermisst gegolten. Russland habe zudem die Leiche eines Israelis übergeben. Er habe vor dem Krieg als Trainer eines Kinder-Fußballclubs in der westukrainischen Stadt Lwiw gearbeitet und in den vergangenen Monaten als Freiwilliger für seine neue Heimat gekämpft. Aus Russland gab es zunächst keine Informationen zu dem Austausch.

Ukrainischen Angaben zufolge sind damit seit Kriegsbeginn Ende Februar im Zuge von insgesamt 24 Gefangenenaustauschen bislang mehr als 800 ukrainische Soldaten wieder frei gekommen.

18:32 Uhr | Selenskyj bittet G7 um Schutzschirm

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die G7-Staaten aufgefordert, seinem Land beim Aufbau eines Luftabwehrsystems gegen russische Angriffe zu helfen. Selenskyj sagte bei einer gemeinsamen Videokonferenz, Millionen Ukrainer würden dem Westen für eine solche Hilfe dankbar sein. Inzwischen hat Deutschland offenbar das erste Luftverteidigungssystem vom Typ Iris-T an die Ukraine übergeben. Nach Spiegel-Informationen fand die Übergabe an der polnisch-ukrainischen Grenze statt. Insgesamt sollen vier dieser hochmodernen Systeme geliefert werden. Russland hatte gestern und heute Dutzende Raketen auf ukrainische Städte abgefeuert.

Nachrichten

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 56 min
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler

16:12 Uhr | Nato-Präsenz wegen Nord Stream in Ost- und Nordsee verdoppelt

Die Nato hat ihre Präsenz in der Ost- und in der Nordsee nach der mutmaßlichen "Sabotage" an den Nord-Stream-Pipelines verdoppelt. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, das Bündnis habe seine Präsenz in der Ostsee und in der Nordsee auf mehr als 30 Schiffe verdoppelt. Die Schiffe würden aus der Luft und von "Unterwasser-Kapazitäten" unterstützt.

An den von Russland nach Deutschland führenden Pipelines Nord Stream 1 und 2 waren vor der dänischen Insel Bornholm Ende September vier Lecks entdeckt worden. Die nicht in Betrieb befindlichen Leitungen waren aus technischen Gründen mit Gas gefüllt, das zeitweise in großen Mengen in die Ostsee strömte. Einem offiziellen dänisch-schwedischen Bericht zufolge wurden die Lecks durch Explosionen mit enormer Sprengkraft verursacht.

13:58 Uhr | Russland zu Verhandlungen mit den USA bereit

Sergej Lawrow bei der UN
Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist offen für Gespräche mit US-Präsident Joe Biden. Bildrechte: IMAGO/NurPhoto

Russland ist nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow im Krieg gegen die Ukraine zu Verhandlungen mit den USA bereit – ohne aber von seinen Zielen abzurücken. Moskau sieht Washington als Kriegspartei und Schlüssel zur Lösung des Konflikts. Washington liefere nicht nur Waffen an Kiew, sondern versorge die ukrainische Führung auch mit Aufklärungsdaten von Satelliten. Wenn Washington etwa ein Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden beim G20-Gipfel anbiete, werde Moskau dies prüfen, sagte Lawrow.

12:41 Uhr | UN: Neue russische Angriffe könnten Kriegsverbrechen darstellen

Die jüngsten russischen Angriffe in der Ukraine könnten nach erster Einschätzung des UN-Menschenrechtsbüros Kriegsverbrechen darstellen. Gezielt Zivilisten oder Infrastruktur wie Kraftwerke, die die Menschen zum Überleben brauchen, ins Visier zu nehmen, sei nach internationalem humanitären Recht verboten, sagte eine Sprecherin des Büros am Dienstag in Genf. "Die Orte und die Uhrzeit der Angriffe – als die Menschen zur Arbeit gingen oder Kinder zur Schule brachten – das ist besonders schockierend", sagte Sprecherin Ravina Shamdasani.

Auch die Präsidenten von elf Nato-Ländern in Mittel- und Osteuropa haben die jüngsten russischen Raketenangriffe auf die Ukraine scharf verurteilt. "Im Namen unserer Staaten fordern wir, dass Russland die Angriffe auf zivile Ziele sofort einstellt. Wir werden in unseren Bemühungen nicht nachlassen, die Verantwortlichen der heutigen Verbrechen vor Gericht zu bringen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Unterzeichnet wurde sie von den Staatschefs von Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Nordmazedonien, Montenegro, Rumänien, Ungarn, Slowenien und der Slowakei.

12:03 Uhr | Ringtausch: Rheinmetall liefert Panzer an Tschechien

Der Rüstungskonzern Rheinmetall liefert 15 Panzer an Tschechien, damit der Nato-Staat modernen Ersatz bekommt für Panzer sowjetischer Bauart, die an die Ukraine abgegeben wurden. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten Vertreter Deutschlands und Tschechiens am Dienstag in Prag, wie Rheinmetall mitteilte. Laut früheren staatlichen Angaben geht es um 14 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A4 und um einen Bergepanzer Büffel. Berliner Kreisen zufolge beläuft sich das Finanzvolumen auf umgerechnet 157 Millionen Euro.

Das erste Fahrzeug soll im Dezember übergeben werden, Ende 2023 soll die Auslieferung abgeschlossen sein. Im Auftrag enthalten sind Munition sowie Dienstleistungen für die Ausbildung und die Ersatzteilversorgung.

11:50 Uhr | Türkischer Außenminister ruft Ukraine und Russland zu Waffenruhe auf

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu hat Russland und die Ukraine zu einem schnellstmöglichen Waffenstillstand aufgerufen. "Eine Waffenruhe muss so schnell wie möglich erreicht werden. Je schneller, desto besser", sagte Cavusoglu am Dienstag in einem Fernsehinterview. Beide Parteien hätten sich seit Gesprächen zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern im März in Istanbul von der Diplomatie entfernt. 

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus offiziellen türkischen Kreisen erfuhr, trifft Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande eines Regionalgipfels in der kasachischen Hauptstadt Astana. 

11:15 Uhr | Erneut Raketenangriffe von Russland auf die Ukraine

Russland hat am Dienstag erneut mehrere Regionen der Ukraine mit Raketen und Kampfdrohnen beschossen. Die Behörden in Saporischschja im Süden der Ukraine meldeten Angriffe mit russischen Raketen. In der Umgebung der Hauptstadt Kiew und im Gebiet Chmelnyzkyj habe es Explosionen gegeben, die Luftabwehr sei zum Einsatz gekommen, teilten offizielle Stellen mit. Die Behörden riefen die Menschen auf, in Kellern und Bunkern Schutz suchen.

Im Gebiet Wynyzja südwestlich von Kiew wurde ein Heizkraftwerk mit Kampfdrohnen attackiert. Dabei seien Anlagen zerstört worden, es habe aber keine Toten gegeben, teilte die Pressestelle des Kraftwerks mit. In Kiew sollen am Morgen nach Angaben von ukrainischen Medien 20 Raketen eingeschlagen sein. Am Montag hatten die ukrainischen Behörden mehr als 80 russische Angriffe gezählt. Viele seien durch die Luftabwehr abgewendet worden.

10:58 Uhr | Ukraine verringert Stromlieferungen in Republik Moldau

Die Ukraine hat die Stromlieferungen in die benachbarte Republik Moldau deutlich verringert. Am frühen Dienstag sei die Versorgung um rund 30 Prozent reduziert worden, teilt der stellvertretende Ministerpräsident der Republik Moldau, Andrei Spinu, auf Telegram mit. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit der Ukraine, der Europäischen Union und Rumänien auf der Suche nach einer Lösung, um die Republik mit Strom zu versorgen." Die Ukraine hat am Montag erklärt, sie werde die Stromexporte in das europäische Netz aussetzen, nachdem ihr eigenes Netz von russischen Raketen getroffen wurde.

10:29 Uhr | Frankreich droht Belarus mit Sanktionen

Frankreich droht Belarus mit weiteren Sanktionen, sollte sich das Land verstärkt im Ukraine-Krieg engagieren. Das sagt Außenministerin Catherine Colonna dem französischen Hörfunk. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat am Montag erklärt, es würden belarussische Truppen zusammen mit russischen in der Nähe zur Ukraine stationiert. Die Äußerungen Lukaschenkos, der seit 1994 in Belarus an der Macht und eng mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbündet ist, deuten auf eine mögliche weitere Eskalation des Krieges hin. Möglicherweise könnte eine gemeinsame russisch-belarussische Streitmacht im Norden der Ukraine aufgebaut werden.

10:13 Uhr | Britischer Geheimdienst: Moskau geht Munition aus

Moskau geht nach Einschätzung britischer Geheimdienste im Ukraine-Krieg zunehmend die Munition aus. "Wir wissen, und das wissen auch russische Kommandeure im Krieg, dass ihnen die Ausrüstung und Munition ausgeht", sagte der Direktor des britischen Geheimdienstes GCHQ, Jeremy Fleming, am Dienstag nach Informationen der BBC. Der russische Präsident Wladimir Putin mache Fehleinschätzungen und strategische Fehler.

"Da er intern kaum herausgefordert wird, haben sich seine Entscheidungen als fehlerhaft herausgestellt", so der Geheimdienstdirektor. Im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums gehen die britischen Geheimdienste auf die Rolle des neuen Armeegenerals Sergej Surowikin ein, der vor wenigen Tagen ernannt wurde.

8:42 Uhr | Erneut Luftalarm in Ukraine

In der gesamten Ukraine gibt es nach Angaben des Notfalldiensts des Landes Luftalarm. Es wird vor weiteren Raketenangriffen im Laufe des Tages gewarnt. "Bitte bleiben Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit in Schutzräumen. Ignorieren Sie Alarm nicht", teilte der Dienst auf Telegram mit. Bei den Angriffen am Montag habe es 19 Tote und 105 Verletzte gegeben. Die Angaben der ukrainischen Behörden wurden damit leicht nach oben korrigiert.

04:50 Uhr | Kiesewetter: Auch Deutsche auf längeren Krieg in Ukraine einstellen

Nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Roderich Kiesewetter müssen die Menschen in Deutschland darüber aufgeklärt werden, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine länger dauern könnte. "Auch unsere Bevölkerung muss darauf eingestellt werden, dass dieser Krieg womöglich noch zwei Jahre gehen kann und dass er sich ausweitet", sagte Kiesewetter dem Sender Welt. Die kritische Infrastruktur sei unter Druck. "Es wird nicht nur auf ukrainischem Boden stattfinden, das ist auch ein Krieg gegen uns", sagte Kiesewetter. Putin wolle Angst und Schrecken zu verbreiten. "Was unserer Bevölkerung auch immer klar sein muss: Der Krieg ist schlimmer, als manche Bilder anmuten lassen", so Kiesewetter.

03:25 Uhr | Ukraine fordert von Weltgemeinschaft Verurteilung russischer Annexion

Zu Beginn einer Dringlichkeitssitzung der UN-Vollversammlung hat die Ukraine die Weltgemeinschaft aufgefordert, die völkerrechtswidrigen Annexionen Russlands zu verurteilen. "Die sogenannten Referenden standen in keiner Beziehung zu dem, was wir Ausdruck des Volkswillens nennen – weder aus rechtlicher noch aus technischer Sicht", sagte der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kislizia am Montag in New York. Er forderte das größte UN-Gremium zur Annahme einer Resolution auf, die von Russland verlangt, seine Handlungen rückgängig zu machen.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja dagegen beklagte eine "gefährliche Polarisation" bei den Vereinten Nationen und eine Blockbildung, die die internationale Zusammenarbeit untergrabe. Mit einer Reihe von Abstimmungen versuchte Moskau dabei, eine geheime Entscheidung zur Resolution zu erzwingen. Es scheiterte jedoch an einer klaren Mehrheit von mehr als 100 Staaten, die für eine offene Abstimmung votierten.

00:56 Uhr | US-Präsident Biden verspricht Kiew "fortschrittliche Luftabwehrsysteme"

US-Präsident Joe Biden hat der Ukraine in einem Telefonat mit Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts der massiven russischen Luftangriffe fortdauernde Unterstützung zugesagt – darunter auch weitere moderne Luftabwehrsysteme. Das teilte das Weiße Haus mit. Bei den Rüstungslieferungen habe Flugabwehr derzeit die höchste Priorität, betonte auch Selenskyj.

In seinem abendlichen Video zählte Selenskyj alle Gespräche mit internationalen Partnern vom Montag auf: Er habe mit Bundeskanzler Olaf Scholz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Polens Staatschef Andrzej Duda und UN-Generalsekretär António Guterres über die Raketenangriffe durch Russland gesprochen. Weitere Gespräche gab es mit den Regierungschefs Justin Trudeau (Kanada), Mark Rutte (Niederlande) und Liz Truss (Großbritannien). Durch die russischen Angriffe auf viele ukrainische Großstädte sind nach Angaben des Innenministeriums 14 Menschen getötet und knapp 100 verletzt worden.

00:00 Uhr | Newsblog am Dienstag, 11. Oktober 2022

Guten Morgen, in unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 11. Oktober 2022 | 06:00 Uhr

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